Hotel Klosterbräu in Seefeld: Nach Großbrand beginnt der Wiederaufbau – Wiedereröffnung für Dezember geplant

Alois und Agnes Seyrling planen, das Hotel Klosterbräu in Seefeld am 1. Dezember 2026 wiederzueröffnen. Foto: Florian Lechner

Mehr als zwei Monate nach dem verheerenden Brand im traditionsreichen Hotel Klosterbräu in Seefeld/Tirol richtet sich der Blick nach vorn. Die Wiederaufbauarbeiten haben bereits begonnen, während die Ermittlungen zur Brandursache weiterlaufen. Für die Gastgeberfamilie Seyrling steht ein klares Ziel im Mittelpunkt: Das Hotel soll am 1. Dezember 2026 wieder Gäste empfangen.

Der Brand war am 13. April 2026 gegen 19.05 Uhr im Dachstuhl des Hotels ausgebrochen. Zu diesem Zeitpunkt befand sich das Haus aufgrund von Umbauarbeiten und einer saisonalen Betriebspause im geschlossenen Zustand. Der Großbrand löste einen der größten Feuerwehreinsätze der Region aus. Mehrere hundert Feuerwehrkräfte – zeitweise rund 400 Einsatzkräfte – kämpften über mehr als 14 Stunden gegen die Flammen. Erst am 14. April gegen 10 Uhr konnte die Feuerwehr schließlich „Brand aus“ melden.

Menschen kamen bei dem Brand nicht zu Schaden. Die 97-jährige Senior-Chefin des Hauses konnte rechtzeitig aus dem Gebäude evakuiert werden. Der Sachschaden am Hotel ist jedoch erheblich. Durch das Feuer wurden rund 35 Zimmer, ein Fitness- und ein Meetingraum, mehrere Gänge sowie Teile des Dachs und der Photovoltaikanlage zerstört. Hinzu kamen umfangreiche Wasserschäden infolge der Löscharbeiten. Betroffen sind etwa 20 weitere Zimmer, Teile der Hotelhalle, Aufenthaltsbereiche, Restaurants, die Rezeption sowie der Kinderclub.

Trotz der massiven Schäden konnte der Großteil des historischen Hotels gerettet werden. Das Haupthaus mit seinen 50 Zimmern blieb ebenso erhalten wie die alten Gewölbe des ehemaligen Klosters, die Küche, der Wellnessbereich und der historische Weinkeller. Die Eigentümerfamilie hebt ausdrücklich den außergewöhnlichen Einsatz der Feuerwehren hervor, denen es gelungen sei, weite Teile des Traditionsbetriebs vor den Flammen zu bewahren.

Mittlerweile liegen erste Ergebnisse der Tiroler Landesstelle für Brandverhütung vor. Demnach besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Brand im Zusammenhang mit den laufenden Renovierungsarbeiten entstanden ist. Detaillierte Untersuchungen durch das Landeskriminalamt und das Bundeskriminalamt stehen allerdings noch aus und werden bis Ende Juni 2026 erwartet. Bereits fest steht hingegen, dass Brandstiftung ausgeschlossen werden konnte.

Wie hoch der entstandene Schaden tatsächlich ist, lässt sich derzeit noch nicht endgültig beziffern. Die laufenden Ermittlungen sowie die Bewertungen von Sachverständigen, der Bauleitung und der Eigentümerfamilie sollen im Herbst 2026 eine genauere Einschätzung ermöglichen. Nach aktuellem Stand ist jedoch von einem Schaden im zweistelligen Millionenbereich auszugehen. „Wir stehen zur Abwicklung des Schadensfalls in Kontakt mit unseren Versicherungen, das notwendige Abrechnungsprozedere wird jedoch voraussichtlich noch bis Anfang beziehungsweise Mitte nächsten Jahres dauern“, erklärt Hotelbesitzer Alois Seyrling.

Während die Schadenserhebung noch andauert, laufen die Arbeiten auf der Baustelle bereits auf Hochtouren. Die erforderlichen Abbrucharbeiten sind inzwischen größtenteils abgeschlossen, sodass der eigentliche Wiederaufbau beginnen konnte. Insgesamt wurde das Projekt in 17 Einzelmaßnahmen unterteilt, die entsprechend ihrer Dringlichkeit umgesetzt werden.

Parallel dazu hält die Gastgeberfamilie an den bereits vor dem Brand geplanten Investitionen fest. Dazu gehören die Modernisierung und Erweiterung des Wellnessbereichs um ein Adult-Only-Spa, die Aufstockung des Hotels um elf zusätzliche Zimmer, die Renovierung bestehender Zimmer sowie die Errichtung eines Naturbadeteichs. Trotz der außergewöhnlichen Situation soll bereits am 2. Juli 2026 das Pop-up-Restaurant „Phoenix“ im ehemaligen Bräukeller des Hotels eröffnen – ein bewusst gewähltes Symbol für den Neuanfang.

Die Wiedereröffnung des Hotel Klosterbräu ist für den 1. Dezember 2026 vorgesehen. Möglich ist allerdings, dass zunächst weniger Zimmer zur Verfügung stehen als vor dem Brand und einzelne Bereiche des Hotels erst während einer zweiten Bauphase in der Frühlingspause im April und Mai 2027 fertiggestellt werden. Gleichzeitig wird die Baustelle so organisiert, dass sie überwiegend auf der dem Dorf abgewandten Seite liegt. Dadurch sollen Veranstaltungen und Feste in der Seefelder Fußgängerzone wie geplant stattfinden können, ohne durch die Bauarbeiten beeinträchtigt zu werden.

Auch für die rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten nach Angaben des Hotels individuelle Lösungen gefunden werden. Ein Teil des Teams arbeitet derzeit in der Verwaltung, andere unterstützen die Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten. Darüber hinaus wurden zahlreiche Beschäftigte an Betriebe in Seefeld und der näheren Umgebung vermittelt. Dadurch konnten sie weiterhin in den Mitarbeiterhäusern des Hotel Klosterbräu wohnen. Die Gastgeberfamilie zeigt sich zuversichtlich, zur Wiedereröffnung im Winter mit einem Großteil des eingespielten Stammteams an den Start gehen zu können.

Rückhalt erhält das Traditionshotel auch von seinen Gästen. Aus zahlreichen Ländern erreichten die Familie Seyrling in den vergangenen Wochen Solidaritätsbekundungen und Unterstützungsnachrichten. Während die Ursache des Großbrands weiter abschließend untersucht wird, steht für das Hotel bereits der nächste Schritt fest: Der Wiederaufbau läuft – und mit ihm die Hoffnung, dass das Klosterbräu noch in diesem Jahr wieder zu einem festen Bestandteil des touristischen Lebens in Seefeld wird. +++


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