DJV Hessen gratuliert Florian Hager und kritisiert Wahlverfahren beim Hessischen Rundfunk

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Florian Hager. Bild: hr/Ben Knabe

Der Deutsche Journalistenverband Landesverband Hessen e.V. gratuliert Florian Hager zu seiner erneuten Wahl zum Intendanten des Hessischen Rundfunks und wünscht ihm für die bevorstehende Amtszeit viel Erfolg. Zugleich verbindet der Landesverband die Glückwünsche mit deutlicher Kritik am Verfahren, das zur erneuten Wahl des hr-Intendanten geführt hat.

Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie offen und transparent die Besetzung der Leitung des Hessischen Rundfunks tatsächlich verlaufen ist. Knud Zilian, 1. Vorsitzender des DJV Hessen, sieht insbesondere die Entscheidung der Wahlkommission des Rundfunkrats kritisch, Hager als einzigen Kandidaten für die Wahl vorzuschlagen. „Dass die Wahlkommission des Rundfunkrats den amtierenden Intendanten als einzigen Kandidaten vorschlägt, entspricht aus Sicht des DJV Hessen nicht dem Anspruch an ein transparentes und offenes Besetzungsverfahren“, erklärt Zilian.

Der Landesverband richtet den Blick zugleich auf einen weiteren Aspekt der Personalentscheidungen an der Spitze des Hessischen Rundfunks. In der Geschichte des Hessischen Rundfunks sei bislang noch nie eine Frau zur Leiterin des Hessischen Landessenders gewählt worden. Auch vor diesem Hintergrund sieht der DJV Hessen Anlass, das Verfahren und die Zusammensetzung des Bewerberfeldes kritisch zu betrachten.

Für die Vorbereitung der Wahl war eine Wahlvorbereitungskommission eingesetzt worden, die Bewerberinnen und Bewerber im Vorfeld auswählte. Florian Hager hatte seine erneute Kandidatur bereits im Frühjahr 2026 in einer öffentlichen Sitzung bekannt gegeben. Die Vorsitzende des hr-Rundfunkrats, Miriam Dangel, hatte zeitgleich auf die hohen Anforderungen an die künftige Führung des Hessischen Rundfunks hingewiesen. Zugleich erklärte sie: „Wir werden alle eingehenden Bewerbungen sorgfältig prüfen.“

Der Rundfunkrat des Hessischen Rundfunks hat eine zentrale Funktion innerhalb des öffentlich-rechtlichen Senders. Er soll darüber wachen, dass der Hessische Rundfunk seinen demokratischen, gesellschaftlichen und journalistischen Auftrag erfüllt. Für den DJV Hessen ist gerade diese Aufgabe ein Grund, weshalb der Landesverband seit längerem auf eine eigene Vertretung im hr-Rundfunkrat drängt.

Hinter diesem Anspruch steht nach Angaben des Journalistenverbandes auch die Überzeugung, dass die Herausforderungen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk längst über die Frage einzelner Personalentscheidungen hinausreichen. Der Hessische Rundfunk steht nach Einschätzung des DJV Hessen vor erheblichen strukturellen und inhaltlichen Veränderungen. Für deren Bewertung und Begleitung sei medienpolitische Expertise notwendig, die der Berufsverband und die Gewerkschaft einbringen könnten.

„Der öffentlich-rechtliche Rundfunk – und damit auch der Hessische Rundfunk – steht vor erheblichen strukturellen und inhaltlichen Herausforderungen, die fundierte medienpolitische Expertise erfordern. Der DJV Hessen bringt diese Expertise als Berufsverband und Gewerkschaft ein und unterstützt den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gerne bei dieser zentralen Aufgabe“, so Knud Zilian.

Mit der erneuten Wahl Hagers ist die personelle Frage an der Spitze des Hessischen Rundfunks zunächst entschieden. Die Kritik des DJV Hessen richtet sich dagegen auf den Weg dorthin und auf die Bedingungen, unter denen künftig über die Führung des öffentlich-rechtlichen Senders entschieden wird. Für den Landesverband bleibt damit auch die Frage nach einer stärkeren Beteiligung journalistischer Fachverbände am Rundfunkrat auf der politischen und medienpolitischen Tagesordnung. +++


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