Bahnknoten Fulda Grüne: Ausbaupläne und Lärmschutz bleiben offen

Ice fd01

Wie wird der Bahnknoten Fulda für die künftig erwarteten zusätzlichen Zugverkehre fit gemacht? Und was bedeutet der mögliche Ausbau der Infrastruktur für die Menschen, die entlang der Strecke leben? Diese Fragen hatte der grüne Bundestagsabgeordnete Boris Mijatovic an die Bundesregierung gerichtet. Die Antwort aus dem Bundesverkehrsministerium fällt allerdings an entscheidenden Stellen ausweichend aus. Parlamentarischer Staatssekretär Ulrich Lange teilte mit, dass die Abstimmungen zwischen dem Eisenbahn-Bundesamt und der DB InfraGO AG zum Ausbau der Strecke Hanau–Fulda und zur Korridorsanierung des Bahnknotens Fulda noch liefen. Eine „belastbare und vollständige Beantwortung“ der Fragen sei deshalb derzeit nicht möglich.

Für Mijatovic ist das angesichts der Bedeutung des Standorts nicht zufriedenstellend. „Das ist schon eine bemerkenswert wolkige Antwort. Wir reden über einen zentralen Bahnknoten und einen großen Ausbau der Schieneninfrastruktur – und gleichzeitig ist noch offen, wie genau der Knoten Fulda künftig weiterentwickelt wird. Gerade deshalb müssen wir da jetzt ganz genau hinschauen“, sagt der Abgeordnete.

Besonders aufmerksam verfolgt Mijatovic die Entwicklung im Bereich Fulda-Bronnzell. Dort hat die Deutsche Bahn aufgrund aktualisierter Prognosen über die künftig erwarteten Zugzahlen die technische Machbarkeit eines fünften Gleises untersucht. Eine Entscheidung über dessen Bau ist bislang allerdings nicht gefallen. Das zusätzliche Gleis ist damit noch kein Bestandteil der konkreten Planung, wird jedoch als mögliche Antwort auf die gestiegenen Kapazitätsanforderungen geprüft.

Mit einem möglichen weiteren Gleis rückt zugleich die Frage nach dem Schutz der Anwohner stärker in den Mittelpunkt. Mijatovic verweist dabei auf einen Ortstermin im vergangenen Jahr mit der Bürgerinitiative Lebenswertes Bronnzell. „Wenn zusätzliche Infrastruktur notwendig wird, darf der Lärmschutz nicht erst am Ende der Planung auftauchen. Wir haben im vergangenen Jahr bei unserem Ortstermin mit der BI Lebenswertes Bronnzell sehr konkret darüber gesprochen. Diese Fragen sind nicht theoretisch – sie betreffen Menschen, die direkt an der Strecke leben“, sagt er.

Während die langfristige Entwicklung des Bahnknotens noch nicht abschließend feststeht, ist eine andere große Maßnahme bereits terminiert. Ab August 2027 soll die Strecke zwischen Gelnhausen und Fulda umfassend generalsaniert werden. Dafür ist eine rund sechsmonatige Sperrung vorgesehen. Für zahlreiche Pendlerinnen und Pendler bedeutet das voraussichtlich erhebliche Einschränkungen im täglichen Verkehr. Mijatovic hält die Arbeiten dennoch für notwendig. Positiv bewertet er, dass die Bahn die Maßnahmen bündelt und mit einem langen Vorlauf ankündigt.

„Die monatelange Sperrung wird für viele Pendlerinnen und Pendler eine Belastungsprobe. Trotzdem sind die Arbeiten notwendig. Ich finde es deshalb gut, dass die Bahn sie bündelt und frühzeitig ankündigt. So können sich die Menschen darauf einstellen“, sagt Mijatovic.

Für den Bundestagsabgeordneten ist die Sanierung jedoch nur ein Teil der Entwicklung. Entscheidend sei auch, welche Infrastruktur am Bahnknoten Fulda langfristig benötigt werde und welche Auswirkungen deren Ausbau auf die Menschen entlang der Strecke habe. Mehr Verkehr auf der Schiene sei grundsätzlich notwendig, sagt Mijatovic. Gleichzeitig dürfe der Ausbau nicht allein unter dem Gesichtspunkt zusätzlicher Kapazitäten betrachtet werden.

„Wir brauchen mehr Verkehr auf der Schiene. Daran gibt es für mich nichts zu rütteln. Aber guter Bahnausbau bedeutet eben nicht nur neue Gleise – leistungsfähige Infrastruktur und der Schutz der Menschen vor Ort gehören zusammen“, erklärt er. Sollte tatsächlich ein fünftes durchgehendes Gleis gebaut werden, müssten die Folgen für die Anwohner entlang der Strecke nach seiner Auffassung gründlich geprüft und abgewogen werden.

Damit dürfte die Diskussion um die Zukunft des Bahnknotens Fulda noch längst nicht beendet sein. Solange die Abstimmungen zwischen Eisenbahn-Bundesamt und DB InfraGO AG laufen, bleibt offen, welche konkreten Ausbauschritte am Ende vorgesehen werden. Gerade diese Übergangsphase will Mijatovic nutzen, um die Interessen der betroffenen Anwohner einzubringen und weitere Informationen von der Bundesregierung einzufordern.

„Die Antwort des Ministeriums ist für mich kein Schlusspunkt. Wenn die entscheidenden Abstimmungen noch laufen, ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt, die Interessen der Menschen vor Ort einzubringen“, kündigt der Bundestagsabgeordnete an. +++


Popup-Fenster

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*