Zypries weist Kritik am hohen deutschen Exportüberschuss zurück

Man habe einiges für eine höhere Binnennachfrage getan

Brigitte Zypries (SPD)

Berlin. Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) hat die zunehmende internationale Kritik am hohen deutschen Exportüberschuss energisch zurückgewiesen: “Deutschlands Volkswirtschaft ist wettbewerbsfähig und stark. Dass unsere hochwertigen Maschinen und Anlagen auch im Ausland gerne gekauft werden, dafür muss sich niemand entschuldigen”, sagte Zypries der “Rheinischen Post”. Sie reagierte auf kritische Äußerungen unter anderem von der Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, zum deutschen Leistungsbilanzüberschuss. “Wesentliche Faktoren, die den Leistungsbilanzüberschuss bestimmen, sind zum Beispiel der Ölpreis oder der Eurokurs. Diese kann die Bundesregierung nicht beeinflussen oder steuern”, stellte Zypries klar. “Durch die Einführung des Mindestlohns, Entlastungen im Bereich der Einkommensteuer oder Stärkung der Investitionstätigkeit haben wir bereits einiges für eine höhere Binnennachfrage getan”, sagte die Ministerin. Lagarde habe aber “recht, wenn sie weitere Anstrengungen für mehr Investitionen in Deutschland fordert, unter anderem in die digitale Infrastruktur oder in die Forschungsförderung. Das sehe ich auch so”, sagte Zypries. +++

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Zieherser Hof

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1 Kommentar

  1. Was fehlt, sind höhere Investitionen sowohl des Staates (Hemmschuh: Schuldenbremse!), als auch der Unternehmen. Außerdem Löhne, die der Wirtschaftskraft angemessen wären. Dann kommt es automatisch zu entsprechenden Importen, die die Außenhandelsbilanz etwas mehr ins Gleichgewicht bringen könnten. Es wäre also gut, wenn dies die Bundesregierung fördern würde, statt immer nur die Argumentation der Industrie und des Außenhandels zu übernehmen.

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