Eine zweite Verhandlungsrunde zwischen Vertretern Russlands und der Ukraine ist für Mittwoch geplant. Sie soll wieder in Weißrussland stattfinden, berichtet unter anderem die russische Nachrichtenagentur Tass. Gleichzeitig wurden Verhandlungsdetails aus der ersten Gesprächsrunde bekannt: So soll Russland von der Ukraine gefordert haben, ein Referendum über eine mögliche NATO-Mitgliedschaft abzuhalten, sowie die sogenannten "Volksrepubliken" Donezk und Lugansk anzuerkennen und die Forderung nach Rückgabe der Krim fallen zu lassen. Die Ukraine forderte laut des Berichts einen Waffenstillstand und den Abzug der russischen Truppen. Am Montag hatten Vertreter Russlands und der Ukraine fünf Stunden lang verhandelt. Nach dem Gespräch hieß es von ukrainische Seite, die Verhandlungen seien gescheitert.
Russischer Ökonom Sonin erwartet bis zu 40 Prozent Inflation
Der russische Wirtschaftswissenschaftler Konstantin Sonin erwartet durch den Krieg in der Ukraine schwere Folgen für Russlands Wirtschaft. Es werde "lange Zeit dauern, die Wirtschaftssanktionen der westlichen Staaten abzubauen und wieder Vertrauen herzustellen - sofern das überhaupt gelingt", sagte Sonin dem "Spiegel". "Ich erwarte im besten Fall eine jahrelange Stagnation der Wirtschaft. Wahrscheinlicher ist eine Rezession, zusammen mit einer massiven Inflation. Dieses Jahr könnten es schnell 30 oder 40 Prozent werden." Die Maßnahmen der westlichen Staaten gegen russische Banken und die Notenbank seien offenbar wirksam, sagte Sonin. "Dass Sanktionen ein so großes Finanzsystem so schnell und hart treffen, das hat es noch nicht gegeben." Auf Dauer werde aber eine Maßnahme "Russland noch härter treffen, von der im Moment nur wenige sprechen: das Lieferembargo für viele Hightech-Güter. Es wird die Wirtschaft auf Jahre hinaus lähmen." Trotzdem geht Sonin nicht davon aus, dass die Sanktionen den russischen Präsidenten zu einer Kehrtwende bewegen können. "Diese Sanktionen werden Putin nicht umstimmen", sagte Sonin. "Für ihn waren die wirtschaftlichen Bedenken nicht wichtig, als er seinen Krieg begann. Und sie sind es auch jetzt nicht." +++

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