Mit der offiziellen Eröffnung zweier neuer Rettungswachen in Großenlüder und Hosenfeld setzt der Landkreis Fulda einen weiteren wichtigen Schritt zur Verbesserung der notfallmedizinischen Versorgung um. Erster Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent Frederik Schmitt nahm die Standorte feierlich in Betrieb und unterstrich damit die Bedeutung des 2-Stufen-Plans, mit dem die Rettungsdienststruktur im Landkreis bis Ende 2026 gezielt optimiert werden soll. Die neuen Wachen sind ein zentraler Baustein dieses Konzepts und reagieren auf steigende Einsatzzahlen sowie veränderte Anforderungen an Erreichbarkeit und Reaktionszeiten.
Der Landkreis Fulda ist als Träger des bodengebundenen Rettungsdienstes verantwortlich für die Aufgabenbereiche Notfallrettung und Krankentransport. Grundlage für die Ausgestaltung bildet das Hessische Rettungsdienstgesetz, das klare Qualitätsvorgaben macht: Im medizinischen Notfall soll jeder an einer Straße gelegene Ort in der Regel innerhalb von zehn Minuten durch ein geeignetes Rettungsmittel erreichbar sein. Um dieses Ziel dauerhaft sicherzustellen, werden die rund 38.000 Einsätze pro Jahr – mit weiter steigender Tendenz – regelmäßig ausgewertet und die Standorte sowie die eingesetzten Rettungsmittel überprüft und angepasst.
Wie Frank Reith, Leiter des Fachdienstes Gefahrenabwehr beim Landkreis Fulda, erläuterte, fließen in diese Bewertungen zahlreiche Faktoren ein. Berücksichtigt werden unter anderem geografische Gegebenheiten, Straßenverhältnisse insbesondere im Winter sowie Erfahrungen aus realen Befahrungen der Strecken. Das Ergebnis dieses komplexen Analyseprozesses war eindeutig. „Dieses aufwändige Rechenwerk ergab die Notwendigkeit, im Westen des Landkreises aufzustocken“, fasste Frederik Schmitt zusammen. Die bisherige Wache in Kleinlüder wurde durch zwei neue Standorte ersetzt: eine Rettungswache in Großenlüder und eine in Hosenfeld. „Damit decken wir sowohl den Südwesten als auch den Nordwesten besser ab“, so Schmitt.
Ein wesentlicher Partner bei der Umsetzung ist der Malteser Hilfsdienst. Frederik Schmitt dankte ausdrücklich für die gute und verlässliche Zusammenarbeit. Der MHD hat die beiden neuen Wachen mit kompetentem Personal ausgestattet und stellt insgesamt drei Rettungsfahrzeuge zur Verfügung. Auch die kommunale Ebene begrüßt die Entscheidung. Die Bürgermeister Frederik Hohnstein aus Hosenfeld und Florian Fritzsch aus Großenlüder betonten die Bedeutung der optimierten Versorgung und sahen darin zugleich eine klare Stärkung des ländlichen Raums.
Während sich die Rettungswache Hosenfeld bereits an ihrem endgültigen Standort befindet, wird dort aktuell noch eine Fahrzeughalle errichtet. Die Wache Großenlüder ist zunächst an einem Interimsstandort untergebracht. Bürgermeister Florian Fritzsch dankte in diesem Zusammenhang den Vermietern Stefan und Juan David Otterbein, „die ein ehemaliges Wohnhaus zügig, hochwertig und passend für die Nutzung durch die Malteser hergerichtet haben“. Perspektivisch ist geplant, in etwa fünf Jahren einen Standort in der Nähe des Feuerwehrstützpunkts zu beziehen, um zusätzliche Synergien zu nutzen.
Bei aller Planung und Strukturentwicklung stellte Frederik Schmitt eines klar heraus: Entscheidend sind die Menschen, die den Rettungsdienst täglich mit Leben füllen. Sein besonderer Dank galt den Einsatzkräften vor Ort. „Die besten Pläne und Standorte nutzen nichts, wenn die Menschen fehlen, die diese wichtige Aufgabe engagiert übernehmen“, sagte er. An beiden neuen Standorten sind insgesamt 25 Vollzeitstellen zu besetzen. Dirk Rasch, Bereichsleiter Rettungsdienst Hessen-Ost beim Malteser Hilfsdienst, erklärte dazu: „Wir können dabei auf rund 80 Rettungskräfte zurückgreifen.“ Markus Schips, Landesgeschäftsführer der Malteser, ergänzte, dass viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine enge Bindung zur Region hätten und nach ihrer Ausbildung häufig in der Heimat blieben.
Auch die Zuständigkeitsbereiche der neuen Wachen sind klar definiert. Das Versorgungsgebiet der Rettungswache Hosenfeld umfasst die Gemeinde Hosenfeld, Kleinlüder, Hauswurz, Kauppen und Giesel. Dort ist ein Rettungsfahrzeug rund um die Uhr, also 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche, im Einsatz. Die Rettungswache Großenlüder versorgt die Gemeinde Großenlüder mit Ausnahme von Kleinlüder, außerdem Bad Salzschlirf, Lüdermünd und Malkes. Hier stehen ein Rettungsfahrzeug im 24/7-Betrieb sowie ein zusätzliches Fahrzeug im Tagdienst zwischen 8 und 20 Uhr zur Verfügung.
Die aktuellen Maßnahmen knüpfen an eine bereits umfangreiche Erweiterung des Rettungsdienstes an. Die bislang größte Ausweitung im Landkreis Fulda erfolgte im Jahr 2018, als die Kapazitäten um 38.000 sogenannte Vorhaltungsstunden erhöht wurden – also Stunden, in denen Rettungskräfte und Rettungsmittel einsatzbereit sind. Mit der diesjährigen Optimierung kommen weitere 22.000 Vorhaltungsstunden hinzu. Zusammengenommen unterstreicht dies den Anspruch des Landkreises, auch künftig eine leistungsfähige, flächendeckende und verlässliche Notfallversorgung sicherzustellen. +++

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