Fulda. Der Friseursalon „SchnittLounge“ in der Fuldaer Löherstraße 33 beging am vergangenen Sonntag, den 16. Juli 2017, sein 10-jähriges Bestehen. Mit uns schaut Inhaber Matthias, der von Beginn an seine Frau Ina – nicht zuletzt als Rezeptionist am Empfang – im Hintergrund tatkräftig unterstützt, auf die vergangenen zehn Jahre zurück und berichtet uns, wie alles angefangen hat.
Wie Matthias gegenüber unserem Medium verriet, heißt die SchnittLounge erst die letzten drei Jahre so – ein Name, der das Konzept des Salons noch einmal besser beschreibt sowie auf den Punkt bringt. „Davor hießen wir ‚Schnitt-Werk‘. Meine Frau Ina (zurzeit im Mutterschutz) hatte schon immer den Wunsch, sich eines Tages selbstständig zu machen, um so eines Tages ihre eigenen Vorstellungen eines Friseursalons umzusetzen. So stand für Ina die Selbstständigkeit schon früh fest.“ Zuvor sammelte die heutige SchnittLounge-Inhaberin und Friseurmeisterin in diversen Fuldaer Friseursalons Erfahrungen – mitunter in der Salonleitung. Wie uns ihr Ehemann erzählte, sei die Philosophie der Selbstständigkeit, „mehr Ruhe und Entspannung für den Kunden während der Behandlung“ und – was die Inhaber als sehr wichtig erachten – „keine Massenabfertigung“ gewesen – ein Konzept, das mit dem Arbeiten auf Termin, aufgegangen ist und sich als die richtige Philosophie erwies. „Ich glaube, das haben wir auch ganz gut umgesetzt; Das zumindest, spiegelt das Feedback unserer Kunden wieder.“ Wie uns Matthias verriet, habe er anfangs (das erste Jahr) nur teilweise im Salon mitgearbeitet und sei erst nach einem Jahr (im September 2008) voll mit eingestiegen. Zu seinen Aufgabengebieten gehören heute: Rezeption, Kundenbetreuung, Buchführung, Waren, Umsatz, Bestellung, Preisgestaltung und Internetauftritt.
Seinen früheren Job, als Zugchef im ICE, hat Matthias, um seine Frau im Salon zu unterstützen, „an den Nagel gehängt“. „Ursprünglich habe ich einmal Lokführer gelernt und war danach zehn Jahre bei der Deutschen Bahn am Standort Fulda beschäftigt. Die Ausbildung – diese nennt sich „Eisenbahner im Betriebsdienst“ – hat Matthias in allen Bereichen absolviert und in ihr das Glück gehabt, dass er in Fulda eingesetzt werden konnte. Eine Zeit, auf die der heutige Inhaber der SchnittLounge in Dankbarkeit zurückschaut. „Zuerst habe ich meine Arbeitszeit bei der Deutschen Bahn reduziert und mich dann ganz für den Salon entschieden.“ Auf unsere Frage, ob er diesen Schritt bereut hat, entgegnet er uns mit einem deutlichen „niiieemaals“. „Niemals; Das war einer der besten Schritte, diese ich gehen konnte. Klar weiß man auf der einen Seite, wofür man es macht. Man kann seine Ideen nicht nur einbringen, sondern auch umsetzen und das, ohne, dass man mit anderen über diese abstimmen muss oder, dass diese einem vielleicht auch bei der Einbringung im Wege stehen oder – auch, das soll es geben -, dass einem andere Ideen klauen.“
fuldainfo: Die Grundidee ihres Konzeptes ist ja vorwiegend Ruhe und Entspannung. Wie wichtig ist ihnen das und woran erkennen sie, dass ein Kunde, der jetzt ihren Salon betritt, nach genau diesem Leitbild verlangt?
Matthias: „Das ist richtig. Wer sich unterhalten möchte, der kann das gerne, bei chilliger Lounge-Musik, die leise im Hintergrund zu vernehmen ist, tun. Möchte der Kunde das nicht, sondern möchte bei der Behandlung entspannen und genießen, runterkommen, den Alltagsstress hinter sich lassen, für den eignen sich Behandlung im Zusammenwirken mit den Shiatsu Luftdruck-Massage-Sesseln; Und wer möchte, kann gerne noch eine Kopfmassage dazu buchen.“ Bei allen Behandlungen ist den Inhabern der SchnittLounge vor allem Eines ganz wichtig: Kundenbetreuung – und zwar vom Anfang bis zum Ende. „Sehr wichtig ist uns die Kundenbetreuung und zwar vom Anfang bis zum Ende der Behandlung. So gibt es bei uns zum Beispiel nicht das Phänomen, dass drei oder vier Leute an einem Kunden sind. Vor allem bei Langzeit- oder Farbbehandlungen, sollte es so sein, dass eine Friseurin durchweg beim Kunden ist. Die Friseurin, die den Kunden am Anfang begrüßt, ist bis zum Schluss – im Idealfall bis zu seiner Verabschiedung – beim Kunden. Das ist uns sehr wichtig.“ Für den Fall, dass während der Behandlung das Telefon klingelt oder neue Kunden den Salon betreten, dafür ist Matthias da. Er ist es auch, der sich um die Sauberkeit des Salons, die Wäsche und die Bestellung, kümmert. Wenn es für den Rezeptionisten in einem ruhigen Moment einmal nichts zu tun gibt und er just in diesem Moment von einem neugierigen Neukunden gefragt wird, wessen Aufgabe die seine wäre, so… „antworte ich immer: Alles, außer Haare schneiden.“
fuldainfo: Wie setzt sich das Klientel zusammen?
Matthias: „Unsere Kunden-Klientel – das fängt an bei sechs Monaten und hört auf – jetzt muss ich überlegen – ich glaube, unser ältester Kunde ist 86 Jahre – bei 86 Jahren. Davon sind – bei 80 bis 90 Prozent Farbbehandlungsanteil – 50 Prozent Frauen und 50 Prozent Männer; Das hält sich die Waage. Zu unseren Kunden gehören neben Schülern und Studenten, Handwerker, Proletarier und Akademiker. Beginnend vom Schüler, über den Studenten, bis zum Arzt, Rechtsanwalt, Notar, Firmeninhaber – wir haben alles. Kurzum: Zu unseren Kunden gehören all diejenigen, die sich bei uns wohlfühlen und das Kundenbezogene zu schätzen wissen.“
fuldainfo: In Fulda gibt es sehr viele Friseursalons. Das sind bestimmt – wenn man die Stadtrandgemeinden Künzell und Petersberg mit dazurechnet – weit über hundert Salons. Wachsen in Fulda die Haare schneller, als in anderen Regionen?
Matthias (lacht): „Nee. Das stimmt, wir haben hier in und um Fulda wirklich viele Salons. Wenn Neukunden zu uns reinkommen, schauen sie zuerst durch die Scheibe, sehen, dass alles ruhig ist, treten ein und fragen nach einer Behandlung. Wenn man ihnen dann leider sagen muss, dass heute schon alles voll ist, hört man oft: ‚Ja – aber es ist doch alles ruhig bei ihnen‘ – unsere Bestätigung, dafür, dass unser Konzept aufgegangen ist, denn dann haben wir genau das erreicht, was wir unseren Kunden bieten wollen, nämlich Ruhe und Entspannung während ihres Aufenthaltes.“
Im Spätsommer bekommt die SchnittLounge nach vielen Jahren wieder eine Auszubildende. „Sie ist ehrgeizig und hat Ina und mir gezeigt, dass sie ‚will‘ und daher gut zu uns passt. Ihrer wird sich Nadine annehmen, die neben Ina Meisterin ist. Zusammen mit Verena, sollten wir ein gutes Fundament bilden – solange bis Ina aus dem Mutterschutz zurück ist.“ +++ jessica auth
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