Mainz. Der Redaktionsleiter des ZDF-„Morgenmagazins“, Thomas Fuhrmann, hat Moderatorin Dunja Hayali gegen Vorwürfe in Schutz genommen: AfD-Chefin Frauke Petry hatte ihre mehrmalige Absage an das Moma damit begründet, dass Hayali eine „Politaktivistin“ sei, der das ZDF ein breites öffentliches Forum biete. „Ich halte diesen Vorwurf für abwegig, um es höflich auszudrücken“, sagte Fuhrmann dem „Stern“ in einem Interview. „Dunja Hayali engagiert sich seit Jahren gegen Rassismus. Gegen Rassismus müsste eigentlich auch Frau Petry sein.“ Fuhrmann wies auch Petrys indirekte Aufforderung zurück, Hayali zu entlassen. „Das will ich gar nicht weiter kommentieren“, sagte Fuhrmann. „Dunja Hayali ist und bleibt ein geschätztes Teammitglied Punkt.“
Das ZDF-Moma hatte drei Mal erfolglos bei Petry um ein Interview angefragt. Nach einer Zusage am Sonntag der Landtagswahlen war Petry am folgenden Montagmorgen nicht im Studio erschienen. Ihr Pressesprecher erklärte dies mit Hacker-Attacken, die es unmöglich gemacht hätten, Mails abzurufen. Die Anfrage war jedoch laut Fuhrmann per SMS und Telefon gelaufen. Später erklärte Petry ihre Absagen mit ihrer Kritik an Hayali. Auf die Frage, wie das ZDF das Spannungsverhältnis zwischen privatem politischem Engagement und journalistischer Arbeit sehe, antwortete Fuhrmann: „Jeder Journalist hat auch die Möglichkeit, sich privat gesellschaftspolitisch zu engagieren. Und ich habe absolut kein Verständnis dafür, wenn sich jemand, der sich gegen Rassismus einsetzt, dafür rechtfertigen muss. Das ist verkehrte Welt.“
Er habe, sagte Fuhrmann dem „Stern“, in seinen 20 Berufsjahren eine derartige Attacke aus dem politischen Raum gegen eine Moderatorin noch nicht erlebt. Gleichwohl sei das ZDF-Moma weiter an einer sachlichen Berichterstattung über die AfD und ihr Personal interessiert. Es werde auch künftig bei Petry anfragen, wenn es redaktionell geboten sei. +++ fuldainfo

Ja, ja die AFD (NPD) und die Konfrontation mit „Ausländern“. Wenn es irgendwo mal wieder öffentlich dazu kommt, daß AFD Politiker(innen) und Menschen, die von deren Hetze betroffen sind, hier also Dunja Hayali, die sich wehren kann, aufeinander treffen, dann kneifen die AFD Vertreter meistens. Denn sonst müßten sie sich ja denen gegenüber rechtfertigen, die sie am Liebsten aus dem Land werfen würden.
Das gilt überall und ist für das Geschwurbel, das Politiker(innen) so gerne von sich geben, auch überall gleich. Erst sich großkotzig hinstellen, den Schiessbefehl an der Grenze fordern, aber dann, wenn man so einem Menschen gegenübersteht, kneifen.
Das gilt übrigens auch für unsere heimischen Politiker wie Herrn Brandt, der gerne in die Türkei fährt, womöglich dort auch noch Urlaub macht und sich dann über das Elend dort und die Schleuser betroffen zeigt. Im gleichen Atemzug wird aber von ihm in der Heimatzeitung gefordert, daß die Grenzen dicht gemacht werden. Möchte den feinen Herrn mal sehen, wenn er diese Forderungen direkt an die Flüchtlinge in Griechenland oder der Türkei stellt: also IHR könnt nicht nach Deutschland rein.
Lieber Herr Brandt, würden Sie dann auch das Schiessgewehr in die Hand nehmen, wenn die Ausländer dann nicht brav wieder in ihre, von Krieg zerstörte Heimat zurückkehren?
AFD ist überall, wo Politiker gedankenlos deren Thesen vertreten. DAS ist der Grund für deren Wahlerfolg!
Übrigens: lieber Herr Brandt, waren Sie nicht auch dabei, als die ersten Flüchtlinge 2015 im Bahnhof Fulda mit Jubelrufen begrüßt wurden? Und der Herr OB? Und der Herr Landrat?
Wie isses jetzt? Alle wieder rauswerfen?