ZDF-Chefredakteur ruft katholische Laien zu mehr Einmischung auf

ZDF-Chefredakteur Peter Frey hat angesichts des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche die Laien zu mehr Einmischung aufgerufen. Das Schweigen der Laien gehöre zu den „Eigentümlichkeiten des Missbrauchsskandals“, schreibt Frey in einem Gastbeitrag für die „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“. Auch die Empörung der Laien halte sich in Grenzen. Das sei seiner Einschätzung nach „Ausdruck des Entsetzens und der Fassungslosigkeit“, schreibt Frey, der Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken ist. Viele Laien fühlten sich von dem Missbrauchsskandal „peinlich berührt“ und „um ihre spirituelle Heimat betrogen“. Man denke sich das Seine über die Priester vorne am Altar, ohne zu reden. Das reiche aber nicht. „Die Laien müssen sprechen, Veränderungen und Verantwortung fordern.“ Die Macht zwischen „Amt“ und „Laien“ müsse neu austariert werden. Es sei Zeit, die „Priesterfixierung aufzugeben“, so Frey. Das gelte nicht nur für den Gottesdienst, sondern auch für die Administration in den Gemeinden. Gerade die Kirche in Deutschland habe Mittel genug, um nichtgeweihte, aber theologisch und seelsorgerlich gut ausgebildeten Fachleuten mehr Verantwortung zu geben – etwa als hauptamtliche Gemeindevorsteher, als Dekanatsleiter und in den bischöflichen Verwaltungen und Hilfswerken. „Warum zum Beispiel müssen in der Kirche, von den Gemeinden bis zu den Diözesen, die Priester auch immer die Chefs sein?“, so Frey. Klerikalismus kritisieren heiße: „Die Priester müssen Macht abgeben, die Laien sie erstreiten.“ +++


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1 Kommentar

  1. Das ist alles nicht so einfach. Denn der Pfarrer war ja für viele gläubige Menschen und auch nach dem Selbstverständnis der Kirche so etwas wie der Vertreter Gottes auf Erden bzw. ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, also ein quasi heiliger Mann. Vor allem in den kleinen Dörfern war und ist der Pfarrer eine allseits geachtete Autorität.

    Aber ein spiritueller Mensch, der Gott nahe ist und die Worte Jesu Christi predigt kann und darf „sowas“ nicht tun! Das geht überhaupt nicht! Tut er es doch, war alles Lug und Trug! Deshalb darf das auch nicht wahr sein.

    Ich glaube, die Fassungslosigkeit in vielen Gemeinden ist nur die Spitze des Eisbergs. Denn dieser ganze Vorgang nagt am Selbstverständnis und am Fundament der Kirche bzw. deren offiziellen Vertretern.

    Der Vorgang könnte ein Erdbeben auslösen, wenn die Gläubigen – und zwar alle – langsam aufwachen und begreifen, dass der Mensch da vorne, dem sie so viele Jahre lang vertraut haben, nur ein sündiger Mensch war, der eben manchmal sogar Kindern bzw. Jugendlichen der Gemeinde Böses angetan hat. Und eine Amtskirche, die sowas deckt – was soll man von der noch halten?

    Das ist für tief gläubige Menschen alles nur schwer erträglich. Aber es nützt nichts. Man muss darüber reden! Nur woran soll der Mensch dann noch glauben?

    Es tut einfach nur weh!

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