Wolf im Jagdrecht: Hessen ebnet Weg für Bestandsregulierung

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Der Hessische Landtag hat mit großer Mehrheit den Wolf ins Jagdrecht aufgenommen. Damit ist Hessen Vorreiter bei der Regulierung der Wolfspopulation, die Weidetierhaltern und der Bevölkerung zunehmend Sorgen bereitet.

Landwirtschaftsminister Ingmar Jung (CDU) begrüßte die Entscheidung und sprach von einem „guten Tag“ und einem „großen Erfolg“. „Die Koalition schafft mit dem Gesetz eine wichtige Grundlage für einen ideologiefreien und realistischen Umgang mit dem Wolf“, so Jung.

Die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht ermöglicht eine aktive Bestandsregulierung, sobald der Bund und die EU den Schutzstatus des Wolfs herabgesetzt haben. Jung betonte die Dringlichkeit dieses Schrittes: „Es ist höchste Zeit, dass in der EU in Regionen mit vielen Wolfsrudeln die Population eingegrenzt werden kann.“

Die Landesregierung hatte sich bereits erfolgreich für eine Lockerung des strengen Schutzstatus des Wolfes auf EU-Ebene eingesetzt. Jung erwartet nun von der Bundesregierung, dass die nötigen weiteren Schritte zügig umgesetzt werden.

Neben der Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht sieht das neue Gesetz auch Verbesserungen für Weidetierhalter vor. „Mehr Geld für Zäune allein kann das Problem nicht lösen“, bekräftigte Jung. „Der Wolf muss maßvoll bejagt werden können.“

Die FDP-Fraktionsvorsitzende und jagdpolitische Sprecherin Wiebke Knell begrüßte die Entscheidung ebenfalls und sprach von einer „Kurskorrektur“ der Landesregierung. Sie betonte jedoch, dass die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht nur ein Teil der notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Weidetierhalter sei.

Sebastian Müller (CDU) hob die Bedeutung der Weidewirtschaft für Regionen wie den Vogelsberg und die Rhön hervor und betonte die Notwendigkeit einer aktiven Bestandsregulierung.

Mit der Gesetzesänderung reagiert die Landesregierung auf die wachsende Wolfspopulation in Hessen, die nicht nur Weidetierhalter, sondern auch die Bevölkerung im ländlichen Raum zunehmend beunruhigt. Die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht ist Teil des Sofort-Programms „11+1 für Hessen“ und soll einen Richtungswechsel in der Wolfspolitik einleiten. +++


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