Wirtschaftsweise verlangt globalen „Klimaklub“

IW: Bund könnte Millionen Tonnen CO2 bei Bauauftragsvergaben sparen

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat dazu aufgerufen, die internationale Zusammenarbeit beim Klimaschutz zu verbessern. „Europa, die USA und China müssen beim Klimaschutz zusammenrücken, etwa in einem Klimaklub“, sagte die Volkswirtschaftsprofessorin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Dafür sollte sich die nächste Bundesregierung dringend einsetzen.“ Ein Schwerpunkt der Klimapolitik müsse darauf liegen, die Innovationskraft der Wirtschaft zu entfesseln, forderte das Mitglied des Sachverständigenrats. „Die globalen Klimaziele lassen sich nur erreichen, wenn schnell Technologien verfügbar sind, mit denen klimafreundliches Wirtschaften in allen Ländern weltweit möglich ist.“ Hierbei spielten die Industriestaaten eine wichtige Rolle.

IW: Bund könnte Millionen Tonnen CO2 bei Bauauftragsvergaben sparen

Die klimafreundliche Vergabe öffentlicher Aufträge könnte bei einer Quote von 30 Prozent grüner Baustoffe so viel Treibhausgas einsparen, wie der innerdeutsche Flugverkehr jährlich verursacht. Das geht aus einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft hervor, über die die Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ berichten. Laut IW könnte der Staat jährlich 1,9 Millionen Tonnen CO2-Emissionen einsparen, und somit soviel wie der innerdeutsche Flugverkehr jedes Jahr verursacht, wenn bei öffentlichen Bauprojekten 30 Prozent grüne Baustoffe eingesetzt würden. Eine verbindliche Quote für grünen Stahl und grünen Kunststoff würde den Staatshaushalt dabei mit insgesamt 512 Millionen Euro belasten. „Viele Bundesländer haben sich zum Ziel gesetzt, die öffentlichen Verwaltungen klimaneutral zu gestalten. Dabei geht es dann zum Beispiel um den Fuhrpark und die Gebäude“, sagte Thilo Schaefer, Leiter des Kompetenzfelds Umwelt, Energie und Infrastruktur beim IW. Eine klimafreundliche öffentlichen Beschaffung komme dagegen oft gar nicht in den Überlegungen vor. „Obwohl das mindestens ein genauso großer Hebel ist.“ So verursacht die Erzeugung und Verarbeitung von Stahl laut Bundeswirtschaftsministerium etwa sechs Prozent aller deutschen Treibhausgas-Emissionen. Die Stahlindustrie ist damit die Branche mit dem größten CO2-Ausstoß in der Industrie. Die IW-Wissenschaftler setzen deshalb genau hier an: Bis 2030 müsste laut ihren Berechnungen 30 Prozent des Stahls, der in öffentlichen Aufträgen verbaut wird, klimaneutral hergestellt werden, um das Emissionsziel zu erreichen. Das gleiche gilt für Kunststoff, der zum Beispiel für Rohre oder Fenstern benötigt wird. +++