Wirtschaft wegen Datenschutzverordnung unter Druck

Vielen Unternehmen fehlen Fachkräfte für den Datenschutz

Digitalisierung

Berlin. Wenige Tage vor Inkrafttreten der EU-Datenschutzgrundverordnung sehen Verbände die deutsche Wirtschaft unter Druck. “Für Unternehmen sind die neuen Regeln eine massive Herausforderung”, sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, dem “Handelsblatt”. “Rechenschaftspflichten kosten Ressourcen, Zeit und Geld.” Zudem müssten etwa Verarbeitungsverzeichnisse erstellt, Prozesse in der Produktentwicklung angepasst und zusätzliche Informations- und Löschpflichten berücksichtigt werden. “Vielen Unternehmen fehlen Fachkräfte für den Datenschutz”, erklärte Kempf. Mehr als jedes zweite Unternehmen habe weniger als eine Vollzeitstelle verfügbar. Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) der EU gilt ab dem 25. Mai in allen Mitgliedstaaten. Dann greift eine strengere Regulierung von Unternehmen. Bei Verstößen können Aufsichtsbehörden Bußgelder in Höhe von bis zu vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängen. “Die größeren Familienunternehmen befinden sich auf einem guten Weg, die Datenschutzgrundverordnung fristgerecht umzusetzen”, sagte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Familienunternehmen, Brun-Hagen Hennerkes. “Kleinere und mittlere Unternehmen tun sich schwerer, da ihnen das Fachpersonal fehlt und Drittberater zu teuer sind.” Zudem enthalte die DSGVO unklare Formulierungen. “Sie stellt damit die Familienunternehmen vor erhebliche Rechtsunsicherheiten”, kritisierte Hennerkes. Da jedes Bundesland einen eigenen Datenschutzbeauftragten habe, seien künftig unterschiedliche Auslegungen zu erwarten. +++

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1 Kommentar

  1. Wieder ein tolles Beschäftigungsprogramm für Rechtsanwälte und Datenschützer. Europaweit wird deren Mehrumsatz auf 10 Milliarden Euro geschätzt. Und das nächste Projekt steckt schon in der Pipeline. Es beschäftigt sich mit der IT-Sicherheit. Auch hier erwarten die Experten Mehreinnahmen für die betroffenen Berater etc. von wiederum 10 Milliarden Euro. Es läuft doch…

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