„Willkommen zurück“: Uta Weyand eröffnet 17. PIANALE mit Werken von Wilhelm Hill

17. PIANALE

Am Dienstagabend ist im feierlichen Rahmen vor rund 120 Gästen im Fürstensaal des Fuldaer Stadtschlosses von PIANALE-Gründerin, Professorin Uta Weyand, sowie den PIANALE-Dozenten, Caroline Hong und Ronan O´Hora, das diesjährige „PIANALE Piano Festival“ eröffnet worden. 30 Ausnahmetalente am Flügel im Alter zwischen 13 und 30 Jahren aus 17 Nationen stellen bei der 17. Ausgabe des weltweit einzigartigen Formats bestehend aus Akademie, Wettbewerb und Konzerten ihr Können unter Beweis.

Dass es bei der „PIANALE International Academy & Competition“ für die ambitionierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer um etwas geht, ist ihnen bewusst. Denn: wer besser spielt als seine Mitbewerber, dem winken Preisgelder, Stipendien und Konzertengagements, was für angehende Konzertpianistinnen und Konzertpianisten unabdingbar ist. Doch so sehr sich die PIANALE mitunter als knallharter Wettbewerb rühmt, geht es unter den Teilnehmern überraschenderweise sehr freundschaftlich zu, so einst PIANALE-Gründerin und Chef-Jurorin, Professorin Uta Weyand. So helfen sich die PIANALE-Teilnehmer untereinander, unterstützen sich gegenseitig und gönnen sich selbst die Siege, was die PIANALE auszeichnet. Doch wer ganz oben bei den weltbesten Konzertpianistinnen und Konzertpianisten mitmischen will, der muss ab Tag eins abliefern und den Juroren beweisen, dass er über genügend Ausdauer, Hingabe und Talent verfügt, um vorm schonungslosen und ehrlichen Publikum zu bestehen. Einen kleinen Vorgeschmack dafür bekamen die 30 Konzertpianistinnen und Konzertpianisten am gestrigen Freitagabend beim Eröffnungskonzert.

PIANALE-Gründerin Uta Weyand widmete sich mit Werken von Wilhelm Hill (1838-1902) einem Komponisten, der die letzten 150 Jahre als nahezu vergessen galt. Bezogen auf ihre am Dienstagabend dargelegte Interpretation von Hills Romanze und Scherzo, verdeutlichte die gefeierte Konzertpianistin und erfahrene Dozentin: „Auch wenn seine Klavierwerke von der Zeit vergessen scheinen, so ist Wilhelm Hill doch unser Wilhelm Hill, denn er ist einst in Fulda geboren. Willkommen zurück.“ So beschrieben die Worte „Willkommen“ und „Danke“ nicht nur Gefühle, sondern auch einen Weg von der Vergangenheit bis in die Gegenwart und auch in die Zukunft. Das Klavierwerk von Wilhelm Hill habe sie vor etwa einem halben Jahr wiederentdeckt und entschieden, sie ihrem Publikum zu vergegenwärtigen. Jedoch einen viel kürzeren Zeitraum zwischen gestern und heute haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der PIANALE 2024 vor sich.

„Auch bei ihnen ist meine Freude darüber, dass sie in diesem Jahr hier unter uns sind, riesengroß. Willkommen, auch Ihnen“, so die PIANALE-Gründerin in ihrer Rede zur Eröffnung der 17. PIANALE, die den 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Erfolg wünschte. Damit jedoch ein Konzert im Rahmen der „PIANALE International Academy & Competition“ für die Teilnehmer erfolgreich werden könne, seien diese auf ihr Publikum angewiesen, unterstrich Weyand. Denn nach jedem Auftritt, so die PIANALE-Gründerin, seien diese um eine Erfahrung reicher.

Ein herzliches ‚Danke‘ sagte Uta Weyand all denen, die die PIANALE seit vielen Jahren unterstützen – allen voran, die Sparkasse Fulda, die das Format seit dem Gründungsjahr in 2007 und damit von Beginn an unterstützt. Danke sagte die PIANALE-Gründerin auch dem Fuldaer Unternehmen „Wagner Fahrzeugteile“, dem Hotel „Goldener Karpfen“ oder der Klaviermanufaktur „Steingraeber“. Ferner dankte Weyand der Stadt Fulda, dem Kloster Frauenberg und der Theologischen Fakultät Fulda, die seit 2021 als Kooperationspartner fungieren und damit der PIANALE den Beinamen und Motto „Fulda beflügelt“ gaben. Ein großer Dank richtete die Chef-Jurorin auch an die Sprachschule inlingua in Fulda unter dem Dach des Bildungsunternehmens „Dr. Jordan“, deren Dozenten den PIANALE-Teilnehmern während ihres Aufenthaltes in Fulda Sprachunterricht geben. Doch was wäre die PIANALE ohne ihren Förderverein, PIANALE Freunde e.V., der fest an der Seite des Formates zur musikalischen Nachwuchsförderung steht und ihm nach den Worten seiner Gründerin seit vielen Jahren „Vertrauen und Begeisterung“ schenkt. „Dank diesem Förderverein haben wir den Mut, immer weiterzumachen“, würdigte Uta Weyand gestern Abend den Zusammenschluss.

Zum ersten Mal verstärkt die Südkalifornierin Caroline Hong die PIANALE-Jury. Caroline Hong begann bereits unter ihrem dritten Lebensjahr mit dem Klavierunterricht. Hong beeindruckte gestern mit dem Lied ohne Worte von Felix Mendelssohn (1809-1837) sowie drei Sonaten von Domenico Scarlatti (1685-1757), der Sonate Nr. 1 von Carl Vine (*1954) sowie als krönenden Abschluss mit der Etüde Nr. 4 von Earl Wild (1915-2010) nachdem der 1964 in Manchester geborene Ronan O´Hora sein Publikum mit Ludwig van Beethovens (1770-1827) Sonate op. 57 f-Moll in Staunen versetzte.

Das PIANALE Piano Festival geht noch bis zum 6. August mit insgesamt 10 Konzerten. Das nächste Konzert ist am morgigen Donnerstag (25. Juli) in der Theologischen Fakultät. Beginn ist um 19.30 Uhr. Ein musikalischer Höhepunkt verspricht das PIANALE-Abschlusskonzert am Dienstag, den 6. August auf Schloss Fasanerie zu werden, in dessen Rahmen die vier besten Teilnehmer in diesem Jahr um den begehrten „Publikumspreis“ und damit um den Einzug ins Preisträgerkonzert am 17. November in Fulda spielen. +++ jessica auth


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