Weselsky: Das Land hat eine Pause verdient

Berlin. Die Lokführer-Gewerkschaft GDL plant vorläufig keine weiteren Bahnstreiks. „Das Land und die Bahnkunden haben jetzt eine Pause verdient – und die Bahn eine Nachdenkpause zum Reagieren“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Er wollte die Länge der „Pause“ nicht eingrenzen, bekundete aber, dass es momentan keine Pläne für einen neuen Ausstand gebe. Bahnfahrer können trotzdem nicht aufatmen – denn auch die viel größere Gewerkschaft EVG erwägt, den Personenverkehr lahmzulegen. Ihr Vorsitzender Alexander Kirchner sagte der Zeitung, es gebe noch zwei Verhandlungstermine im Mai, dann müsse ein Abschluss erreicht sein. Kirchner: „Wenn wir nicht vorankommen, schließen wir Streik nicht aus. Aber wir streiken nicht, nur weil andere streiken.“

Ramsauer will alle Lokführer verbeamten

Um Streiks bei der Deutschen Bahn in Zukunft zu vermeiden, plädiert der ehemalige Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) dafür, alle 20.000 Lokführer zu verbeamten. Der Chef des Bundestags-Wirtschaftsausschusses sagte der Zeitung „Bild am Sonntag“: „Der exzessive Streik der GDL ist eine ungewollte Folge der Bahnreform. Wenn keine Vernunft einkehrt, müssen Lokführer wieder verbeamtet werden. Wir dürfen unser Land nicht lahmlegen lassen. Der Wirtschaftsstandort Deutschland wird so gefährdet und beschädigt.“ Lokführer mit Beamtenstatus, derzeit rund 5000, fallen nicht unter den Tarifvertrag und dürfen nicht streiken. Sie wurden noch vor der Privatisierung der Bahn 1994 eingestellt. +++ fuldainfo


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