Friedrich Merz ist auch laut Emnid bei den Deutschen der Favorit für die Nachfolge von Angela Merkel an der CDU-Spitze. Das ergab eine Umfrage des Instituts im Auftrag von "Bild am Sonntag". Ihr zufolge würden 38 Prozent der Befragten Merz zum CDU-Vorsitzenden wählen. 27 Prozent würden für die bisherige CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer stimmen, 13 Prozent für Gesundheitsminister Jens Spahn. Knapper wird der Vorsprung von Merz bei den Unions-Anhängern. Hier würden 44 Prozent für ihn stimmen, 39 Prozent für Annegret Kramp-Karrenbauer.
Jens Spahn kommt bei den Unionsanhängern nur auf neun Prozent. Die Mehrheit der Deutschen begrüßt den Rückzug von Angela Merkel vom CDU-Parteivorsitz. Laut Emnid-Umfrage sagten 68 Prozent, dass sie Merkels Entscheidung nicht bedauern würden, 28 Prozent hingegen bedauern sie. Anders sieht es bei den Unions-Anhängern aus: 54 Prozent bedauerten Merkels Rückzug, 46 Prozent nicht. 63 Prozent der Befragten finde n, dass nun auch CSU-Chef Horst Seehofer sein Amt abgeben sollte. 30 Prozent sind dagegen. Unter den Unions-Anhängern befürworten 60 Prozent einen Abgang von Seehofer, 39 Prozent lehnen ihn hingegen ab. Für die Umfrage wurden am 30. und 31. Oktober 2018 insgesamt 1.008 Personen befragt. Die genaue Fragestellung lautete: "Wenn Sie den CDU-Vorsitzenden wählen könnten, welchem der drei folgenden Kandidaten würden Sie Ihre Stimme geben?" Die Fragen zum Rückzug lauteten: "Bedauern Sie den Rückzug von Angela Merkel als CDU-Vorsitzende?" "Sollte nach CDU-Chefin Angela Merkel auch CSU-Chef Horst Seehofer sein Amt abgeben?"
Frauen-Union ist für Kramp-Karrenbauer
Die Vorsitzende der Frauen-Union, Annette Widmann-Mauz, hat sich offen für Annegret Kramp-Karrenbauer als neue CDU-Vorsitzende ausgesprochen. Kramp-Karrenbauer sei "die Favoritin der Frauen-Union" und ein Rollenmodell für erfolgreiche Frauen in der Politik, sagte Widmann-Mauz der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS). Sie habe Wahlen trotz Gegenwinds gewonnen, könne zuhören und die verschiedenen Strömungen zusammenhalten. "Sie steht für Aufbruch, für eine moderne Politik", sagte Widmann-Mauz weiter. Die Frauen-Union hat 155.000 Mitglieder - ein Drittel der Partei. Sie ist damit die größte der Interessenvereinigungen der CDU, allerdings entsteht die Mitgliedschaft im Unterschied zu anderen Vereinigungen automatisch. Die Vorsitzenden aller Vereinigungen treffen sich am Sonntag um 15 Uhr im Konrad-Adenauer-Haus, um den Bundesparteitag und die Wahl von Angela Merkels Nachfolge vorzubereiten.
Heilmann sieht keine Chance für Spahn
Der CDU-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Berliner Justizsenator Thomas Heilmann empfiehlt seiner Partei, Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer zur neuen Vorsitzenden zu wählen. "Annegret Kramp-Karrenbauer steht für Wandel und Kontinuität. Ich kann der CDU nur raten, beides zu wählen, und nicht nur den Wandel", sagte er auf Anfrage von "Bild am Sonntag". "Die Menschen möchten ein paar Korrekturen in der Merkel-Politik, aber sie wollen keinen vollständigen Kehrtwechsel." Für Heilmann ist klar: "Es läuft eindeutig auf ein Rennen zwischen Merz und Kramp-Karrenbauer hinaus." Merz sei es gelungen, die Spahn-Befürworter überwiegend auf seine Seite zu ziehen. "Das tut mir leid für Jens Spahn, aber ich sehe leider keine Chance mehr für ihn." +++

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