Weinbauminister Jung beendet Sommertour im Rheingau

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Beim Weingut Bibo Runge tauscht sich Weinbauminister Ingmar Jung mit Dr. Keith Ulrich, Vorstandsvorsitzender „Fair and Green e.V.“, aus. Foto: HMLU

Mit einem Besuch von vier Weingütern im Rheingau hat Hessens Weinbauminister Ingmar Jung seine zehntägige Sommertour abgeschlossen. Im Mittelpunkt des Finales standen aktuelle Herausforderungen und zukunftsweisende Strategien im Weinbau – vom Erhalt wertvoller Steillagen über Nachhaltigkeit bis zur Frage, wie der Riesling im Klimawandel bestehen kann.

Dialog auf Augenhöhe mit den Winzerinnen und Winzern

Beim Austausch mit den Weinbaubetrieben wurde deutlich, wie vielfältig die Themen sind, die Hessens Winzerinnen und Winzer derzeit bewegen: Klimawandel, steigender Wettbewerbsdruck, sich wandelnde Konsumgewohnheiten und die Entwicklung nachhaltiger Anbaukonzepte. Minister Jung zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Branche: „Unsere Winzerinnen und Winzer leisten tagtäglich großartige Arbeit. Sie bewirtschaften nicht nur eine einzigartige Kulturlandschaft, sondern entwickeln sich auch erfolgreich in einem herausfordernden Umfeld weiter. Als Land Hessen stehen wir ihnen auch künftig zur Seite.“

Nachhaltigkeit im Fokus

Erste Station war das Weingut Bibo Runge in Oestrich-Winkel, das seit 2017 auf handwerklich erzeugte Weine mit Fokus auf Riesling, Pinot Noir und alkoholfreie Alternativen setzt. Gründer Markus Bonsels und Monika Eichner führen den Betrieb mit rund sechs Hektar Rebfläche konsequent nachhaltig – unter anderem durch erneuerbare Energien, Mehrwegverpackungen und Verzicht auf Mineraldünger.

Steillagenförderung als Schlüssel zur Qualität

Weiter ging es zum traditionsreichen Weingut Georg Breuer in Rüdesheim, das unter der Leitung von Theresa Breuer rund 44 Hektar – vorwiegend Steillagen – bewirtschaftet. Im Mittelpunkt stehen trockene Rieslinge mit ausgeprägtem Terroir-Charakter. Breuer betonte, wie wichtig die kürzlich verdoppelte Steillagenförderung des Landes sei: „Ohne diese Unterstützung wäre der Erhalt dieser besonderen Lagen kaum möglich.“ Gemeinsam mit Minister Jung wurden neu angelegte Rieslingflächen besichtigt. Trotz veränderter Klimabedingungen sei die Zukunft des Rieslings im Rheingau gesichert, so die gemeinsame Einschätzung. Beide Betriebe sind Mitglied beim Verein „Fair and Green“, der sich für nachhaltigen Sonderkulturanbau einsetzt. Mit Vereinsvorsitzendem Dr. Keith Ulrich diskutierte der Minister unter anderem Maßnahmen zur Biodiversität und klimaangepassten Bewirtschaftung.

Wassermanagement und Tradition im Weinbau

Im Anschluss führte der Rheingauer Weinbauverband den Minister zu zwei weiteren Betrieben: Zunächst besuchte er das Weingut Diefenhardt in Eltville-Martinsthal, das seit 1917 familiengeführt ist. Peter und Julia Seyffardt bewirtschaften 19 Hektar Weinberge, vor allem in Steillagen wie Wildsau oder Rothenberg. Bei einem Rundgang zeigte der Präsident des Rheingauer Weinbauverbands dem Minister neu angelegte Rückhaltebecken, die Regenwasser effizient in den Weinbergen speichern – ein wichtiger Beitrag zur Klimaanpassung. Den Abschluss bildete das Weingut Offenstein Erben in Eltville. Seit 1883 in Familienbesitz, vereint der Betrieb unter der Leitung von Thomas Schumacher Junior traditionellen Weinbau mit moderner Nachhaltigkeit. Auf zehn Hektar entstehen neben Riesling und Pinot Noir auch Schaumweine, alkoholfreie Varianten sowie touristische Angebote im angeschlossenen Weinhotel.

Krönender Abschluss und positives Fazit

Den Abschluss des Besuchs bildete das Oestricher Kranfest, bei dem Minister Jung der Krönung der neuen Oestricher Weinkönigin Katharina beiwohnte. Rückblickend zeigte sich der Minister zufrieden mit seiner Reise durch das Bundesland: „Wir haben erlebt, wie vielfältig und lebendig unsere hessische Heimat ist. Ob im Wald, im Weinberg oder in der Forschung – überall begegneten uns Ideenreichtum, Engagement und Leidenschaft. Diese Sommertour hat gezeigt: Hessens Stärke wächst vor der eigenen Haustür.“ +++


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