Wasserpreise: IHK-Studie zeigt deutliche Unterschiede in Hessen

Trinkwasser

Wiesbaden. In Frankfurt die aktuelle Studie der hessischen Industrie- und Handelskammern (IHK) zu den Preisen und Gebühren für Frisch- und Abwasser in Hessen vorgestellt. Untersucht wurden 426 Gemeinden und kreisfreie Städte. Bei Frisch- und Abwasser müssen sich Betriebe in Hessen je nach Standort auf unverändert große Preisunterschiede einstellen.

Nach der Untersuchung bewegen sich die Kubikmeterpreise für Frischwasser im Jahr 2014 in einem Korridor von 0,91 Euro bis 4,64 Euro. Dies entspricht einer Spanne von 3,73 Euro oder 409 Prozent. „Die hessischen Unternehmen stehen im internationalen Wettbewerb und sind darauf angewiesen, dass nicht erklärbare, überhöhte, lokal bzw. regional beeinflussbare Kostenbelastungen zurückgeführt werden“, sagte Matthias Gräßle, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern (ARGE),  bei der Vorstellung der Untersuchung.

Beim Abwasser sind die Unterschiede bei den Preisen ähnlich dramatisch. Bei Kommunen ohne Gebührensplitting liegt der größte Preisunterschied bei 297 Prozent, bei Kommunen, die Niederschlagswasser und Abwasser getrennt berechnen, sogar bei 466 Prozent. Neben diesen großen Spannen ist aber auch auffällig, dass es starke Preisänderungen der einzelnen hessischen Kommunen gegeben hat. So ist beispielsweise der Frischwasserpreis pro Kubikmeter Frischwasser in Weilmünster zwischen 2005 und 2014 um fast 30 Prozent zurückgegangen. In Schwalmstadt kam es im gleichen Zeitraum zu einem Preisanstieg von über 160 Prozent. Dies entspricht einem Anstieg um 2,05 Euro auf 3,30 Euro pro Kubikmeter Frischwasser.

Für die hessischen IHKs geht es bei dieser dritten Untersuchung seit dem Jahr 2005 um Transparenz in einem standortrelevanten Bereich von Gebühren und Abgaben. „Mit unseren Untersuchungen haben wir bereits viele regionale und lokale Diskussionen über die Höhe der Gebühren und Preise in diesem Segment ausgelöst, zum Teil mit Erfolg, zum Teil gibt es aber noch großen Nachholbedarf“, sagte Burghard Loewe, Federführer Umwelt der hessischen IHKs.

„Wir fordern die Politik auf, darüber nachzudenken, wie die unglaublichen Preisunterschiede geglättet werden können“, sagte Gräßle. Den Wasserversorgungsunternehmen fehlten oft Anreize für effizienteres Wirtschaften; steigende Kosten könnten in der Regel problemlos auf die Kunden übergewälzt werden. Ausschreibungsverfahren und Konzessionierungen könnten nach Ansicht der IHKs Impulse für mehr Preis- bzw. Gebührendisziplin geben.

Zugleich plädieren die IHKs nicht einseitig für bedingungslose Kostensenkungen. „Die Versorgungssicherheit und die Qualität des Wassers sind in unserem Land unbestritten hoch. Beides hat für die hessische Wirtschaft eine große Bedeutung. Die einwandfreie Netzinfrastruktur und die nachhaltige Bewirtschaftung der Wasserressourcen darf auch künftig nicht gefährdet werden“, sagte Gräßle. Auch undifferenzierte Privatisierungsforderungen lehnen die IHKs daher ab.Über den im Internet verfügbaren „Abwassermonitor“ werden regionale Unterschiede in den kommunalen Preisen und Gebühren für Frisch- und Abwasser visualisiert und vergleichbar dargestellt. Damit können Unternehmen ihre anfallenden Frisch- und Abwasserkosten im Zeitverlauf analysieren und zwischen den Kommunen vergleichen. Der Anwender kann dabei die benutzerspezifischen Verbrauchswerte anpassen, die für ihn relevante Region auswählen und entsprechend auswerten lassen.

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