Vorletzter Platz nach acht Spielen, vier Niederlagen in Folge, nach dem Auftaktsieg in Trier nur zwei Punkte aus sieben Partien – keine hübsche Bilanz der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz in der Fußball-Regionalliga Südwest. Doch Mannschaft und Trainerteam versuchen, diesem Trend entgegenzuwirken. Und vor der Aufgabe am Samstag bei Aufsteiger VfR Mannheim (Beginn: 14 Uhr) sagt Fuldas Trainer Daniyel Cimen: „Die Mannschaft lechzt nach einem Erfolgserlebnis.“
Der Neunte der Tabelle empfängt den 17. „Wir wissen durchaus, was uns erwartet“, erklärt der Coach. „Gerade in der Achse ist Mannheim stark“, verdeutlicht er. „Sehr erfahren. Und was uns derzeit unterscheidet: Sie holen die Punkte in engen Spielen. Das haben sie uns zurzeit voraus.“ Der VfR habe einen Umbruch hinter sich und viele Zugänge integrieren können. Der SGB sei klar gewesen vor der Saison, dass es viele 50:50-Spiele geben werde. Mannheim zeigt offenbar zwei Gesichter, nachdem knapp die Hälfte der Vorserie absolviert ist. Auswärts scheint sich der VfR – ähnlich wie die SGB – durchaus wohler zu fühlen als zu Hause. Auf fremdem Platz siegte das Team bereits zweimal, zuletzt in Walldorf, als Pasqual Pander in der Schlussminute zum 3:2 traf. Der Lohn ist Platz vier der Auswärtstabelle. Zu Hause aber – und das mag der SGB Mut machen – ist sie, ebenso wie das Team aus Fulda, noch sieglos. Dreimal sprang ein Remis heraus: gegen den starken Mitaufsteiger Aalen sowie die Bewerber um einen vorderen Platz, Homburg und Heilbronn-Freiberg.
Nun aber zur SG Barockstadt. „Die Mannschaft trainiert intensiv. Wir führen viele Einzelgespräche zurzeit“, gibt Cimen die gute Stimmung wieder. Es herrsche gute und gesunde Aggressivität. Und auch „eine gewisse Unzufriedenheit“. Das Team setzte sich mit der Situation auseinander. Das bewertet der Trainer positiv. Und mit Verve und Überzeugung fügt er an: „Wir wollen den Bock umstoßen.“ Auch diese Botschaft klingt gut: „Wir versuchen, die Jungs stark zu reden. „Es fehlt nicht viel. Aber es fehlt immer ein bisschen. Uns, Mannschaft und Trainerteam, nervt das extrem.“ Deshalb hören sich seine Worte umso glaubhafter an. „Die Mannschaft lechzt nach einem Erfolgserlebnis. Die Jungs machen nach vorne viel gut. Viel richtig. Wir müssen aber diese Fehler, diese Aussetzer, minimieren.“ Und der Coach betont ausdrücklich, es bringe nichts, jetzt zu jammern. „Wir müssen einfach weitermachen und uns das Spielglück oder den Sieg erarbeiten und erzwingen.“ Und er bringt Wesentliches ins Spiel. Mit einer Führung im Kopf müsse man anders umgehen. Man müsse es schaffen, „mit einer Führung mal in die Pause zu gehen“.Cimen weist zurecht darauf hin, dass man diese Dinge im Kopf aber nicht trainieren könne.
Personell drückt die SGB etwas der Schuh derzeit. Sebastian Schmitt knickte im letzten Spiel gegen Freiburg um mit dem Fuß, „wir müssen das MRT abwarten, ob es eine längere Geschichte wird“, klärt sein Trainer auf. Tobi Göbel indessen verdrehte sich das Knie; eine Kreuzband-Verletzung sei es nicht, aber der Meniskus sei wohl betroffen. Auch da müsse man sehen, Cimen spricht von einer „bitteren Verletzung“. Schließlich habe Torwart Maxi Weisbäcker, der letzthin in der Zweiten spielte, wieder Probleme am Knöchel, der eine „leichte Schwellung“ habe. Dabei sei eine Wunde entstanden. Ob die ursächlich sei, könne man noch nicht sagen. Weisbäcker könne noch nicht trainieren, er müsse zunächst aussetzen.
Was die Aufgabe am Samstag betrifft, ist Hoffen angesagt. Hoffen auf ein Erfolgserlebnis. +++ rl

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