Viele begonnene Projekte in Bad Salzschlirf – Bürgermeister Kübel im Interview

„Wenn wir eine Lehre aus der Krise ziehen können, dann ist das doch, dass der Tourismus in Deutschland erstarken muss!“

Bürgermeister Matthias Kübel (CDU)

Wenige Jahre sind seit unserem letzten Gespräch mit Bürgermeister Matthias Kübel (CDU) vergangen. Zeit, um sich nach dem aktuellen Stand von altbekannten Projekten in der Gemeinde Bad Salzschlirf wie beispielsweise die Therme oder den Badehof, der, wie uns Bürgermeister Kübel im Gespräch erzählte, seit jeher ein beliebtes touristisches Ziel und Fotomotiv war und ist, zu erkundigen. Ein zentrales Thema im Heilbad war und ist auch das Solebad. An ihrer Sanierung werde nach Bürgermeister Kübel nach wie vor intensiv gearbeitet. Aufgrund der Pandemie mussten allerdings die Gespräche mit den Partnern, die einen Teil der hohen Kosten, die mit 24,5 Millionen Euro veranschlagt sind, zahlen, erst einmal pausieren. Doch die Gespräche wurden wieder aufgenommen und die Gemeinde kommt ganz gut voran. Erfreulich zeigte sich der Bürgermeister, dass der Landkreis Fulda signalisiert hat, zu bezuschussen, denn die Kommune freut sich nicht über Fördermittel, sondern ist auf sie angewiesen.

„Die Grundproblematik ist, dass es keine Thermebauförderprogramme gibt – weder auf Landes-, Bundes- oder EU-Ebene. Es gibt zwar Schwimmbadförderprogramme, doch da fallen wir nicht hinein, insofern steht man häufig vor der Frage, was es an maßgeschneiderten Fördertöpfen gibt. Dahingehend finden derzeit Gespräche statt“, so Bürgermeister Kübel. Dass es für ein Kurörtchen wie Bad Salzschlirf definitiv eine und mehrere Anziehungspunkte, die mit dem Gesundheitstourismus korrelieren, bedarf, davon ist Bürgermeister Kübel der festen Überzeugung: „Bad Salzschlirf ist nun einmal gesundheitstouristisch orientiert. Wir wissen das und deshalb lohnt es sich jeden Moment, auf passende Förderangebote und förderungswillige Partner zu warten.“ Nicht minder wichtig als das Solebad ist im Heilbad Bad Salzschlirf das Hotel „Badehof“. Nicht zuletzt aufgrund seiner zentralen Lage und der auffallenden Architektur des Gebäudes spielt der Badehof im Ort touristisch gesehen eine große Rolle. „Der Badehof ist für Touristen ein beliebtes Fotomotiv – und das nicht alleine wegen des schönen Treppenhauses“, so Kübel, der der Ansicht ist, dass der Badehof eine sehr gute Entwicklung genommen hat. Kübel weiter: „Aktuell sind wir mit einem Partner im Gespräch, den wir auch von einem anderen Projekt in der Gemeinde her kennen, der das Haus toll führt.“

„Die Corona-Pandemie ist für die Händler wirtschaftlich eine harte Belastungsprobe gewesen.“

Vor dem Hintergrund der positiven Entwicklung, die der Badehof in der Vergangenheit genommen hat, ist man in der Gemeinde gespannt, welche Entwicklung der Tourismus im Ort nimmt. „Die Pandemie hat den Händlern und Tourismustreibenden viel abverlangt. Die Reise- und Tourismusbranche ist die, die als erste in den Lockdown hinein und auch als letzte aus ihm herausdurfte. Das ist wirtschaftlich eine sehr harte Belastungsprobe gewesen.“ Auch die Tatsache, dass die Corona-Hilfen nicht so gelaufen seien wie man sich das als Hilfegewährender gewünscht hätte, bedauert Kübel. Nichtsdestotrotz ist man in der Gemeinde mit vollem Elan dabei, dass sich die Händler im Kurort alsbald von der Krise erholen, wenn man von einer Erholung sprechen kann.

Auf den „Alten Bahnhof“ und darauf, was sich darüber hinaus in der Gemeinde getan hat, angesprochen, entgegnete uns Bürgermeister Kübel: „Wenn man mit der Deutschen Bahn verhandelt, braucht man einen langen Atem (lacht). Wir sind allerdings überrascht von dem Kostenvolumen, was sich uns dargeboten hat. Aber wir sind jetzt so weit, dass wir dieses Thema beabsichtigen, mit in unser Städtebauförderprogramm aufzunehmen, um von den Fördermitteln zu profitieren. Wir haben in der Vergangenheit den Park umgestaltet und aufgewertet, um einzelne Plätze attraktiv zu halten. Daran arbeiten wir kontinuierlich, es gibt viele Baustellen, die wir angehen wollen und werden.“ Kübel weiter: „Was sich kennzeichnend für den Ort verändert hat, ist die Tatsache, dass wir in den letzten drei bis fünf Jahren einen Bevölkerungszuwachs von fast 20 Prozent verzeichnen konnten. So haben wir im Neubaugebiet „Rhönblick“ alle Grundstücke, die es seinerzeit gab, verkauft. Ebenso verzeichneten wir einen starken Zuzug in Bestandsimmobilien. Viele Objekte, die aus Altersgründen verkauft wurden, haben junge Familien erworben. Das ist eine tolle Entwicklung.“

Lange Zeit galt das Heilbad am westlichen Zipfel des Landkreises Fulda als statistisch gesehen die älteste Kommune. Das ist nach Bürgermeister Kübel nicht mehr so. „Wir haben zwar immer noch einen hohen Altersdurchschnitt, aber wir sind von dieser Position herunter.“ Und das zeigt sich auch an den Herausforderungen, die das Heilbad den Verantwortlichen gibt. Ein Beispiel hierfür ist die Kinderbetreuung. „Diese hat uns in den vergangenen Jahren gut beschäftigt“, sagt Bürgermeister Kübel. Und weiter: „Wir haben unsere zweite Kinderbetreuungseinrichtung in Betrieb nehmen können. Im Moment sind wir dabei, das Gemeindezentrum umzubauen, wie ich finde, ein sehr nachhaltiges Konzept. Das Gemeindezentrum ist sehr groß, mit vielen leerstehenden Bereichen, diese belegen wir jetzt für die Kinderbetreuung. Wenn dann die Geburtenrate wieder sinken sollte, können wir das Gemeindezentrum wieder umnutzen.“

Von den Kindern gut angenommen werde der „Park der Generationen“ im Kurpark. „Sie sind in Kürze auf den Wiesen, in der Natur. Das ist eine spannende Einrichtung geworden“, berichtet Kübel. Die Arbeit und die Summen an Geldern zahle sich aus. In diesem Kontext berichtete uns Bürgermeister Kübel, das Bad Salzschlirf eine der wenigen Kommunen im Landkreis sei, die ausreichend Betreuungsplätze hat. „Ich denke, das ist etwas, worauf man doch auch Stück weit stolz sein kann, weil uns dieses Thema eben auch sehr gefordert hat.“ Ein weiteres Projekt, bei dem sich die Gemeinde aber noch relativ am Anfang befindet, reicht in seinen Anfängen zurück bis ins Jahr 2019. Die Kommune wurde zusammen mit einem Unternehmen im Jahr 2019 in ein Städtebauförderprogramm aufgenommen. „Zukunft Stadtgrün“ sollte die Bedeutung für Grüne Infrastrukturen hervorheben. Aus den anfänglich geschriebenen Entwicklungskonzepten entstand ein umfangreicher Maßnahmenkatalog, den die Gemeinde in den kommenden Jahren umsetzen will. Hier soll das Heilbad von zwei Drittel Fördermittel profitieren. „Da sind viele Dinge mit abgedeckt, die wir ohnehin gerne gemacht hätten und eben jetzt noch besser machen können“, freut sich Bürgermeister Kübel, der ergänzend hinzufügte: „Ich glaube, das wird richtig gut, insofern wartet in den kommenden Jahren noch genügend Arbeit auf uns.“ Was Herr Bürgermeister Kübel zwischen den Zeilen und darüber hinaus sagte, erfahren Sie im Video. +++ jessica auth

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