VfL Lauterbach unterstützt Kunstrasenprojekt und stellt Rasenflächen für Leichtathletik zur Verfügung

Günter Stiebig, Vereinsberater beim hessischen Fußballverband, sowie Celal Gezici und Yilmaz Akkus vom VfL Lauterbach heben im Gespräch mit Landrat Dr. Jens Mischak und Erstem Kreisbeigeordnetem Patrick Krug (von links) die Vorteile eines Kunstrasenplatzes hervor. Auch Bewegungskoordinator Dominic Günther und Anke Koch (Sportförderung) nehmen an der Besprechung teil. Foto: Sabine Galle-Schäfer

Der VfL Lauterbach unterstützt die Pläne für einen Kunstrasenplatz auf dem Adolf-Spieß-Gelände in Lauterbach ausdrücklich und signalisiert zugleich Bereitschaft zur Zusammenarbeit über den Fußball hinaus. „Wir befürworten das sehr und sind gerne bereit, uns später aktiv bei der Unterhaltung des Geländes einzubringen“, erklärten die VfL-Vertreter Celal Gezici und Yilmaz Akkus bei einem Gespräch mit Landrat Dr. Jens Mischak und dem Ersten Kreisbeigeordneten Patrick Krug. Gleichzeitig kündigte der Verein an, die von ihm genutzten Rasenflächen künftig Leichtathleten für Wettkämpfe und Prüfungen sowie dem Schulsport zur Verfügung zu stellen.

Hintergrund des Austauschs ist der dringende Sanierungsbedarf der kreiseigenen Adolf-Spieß-Anlage. Wie Landrat Dr. Mischak erläuterte, befindet sich die Rasenfläche in einem schlechten Zustand, zudem müsse die Tartanbahn wieder instandgesetzt werden. Parallel dazu werde seit Langem ein Kunstrasenplatz für den Lauterbacher Bereich gefordert, was unter anderem im Sportentwicklungsplan festgeschrieben sei. „Jetzt gibt es ein Fenster, das sich geöffnet hat, sodass wir die Adolf-Spieß-Anlage sanieren und den Kunstrasenplatz realisieren können“, sagte Mischak. Anlass dafür ist das Bundesförderprogramm, das unter dem Stichwort „Sportmilliarde“ bekannt ist.

Im Gespräch mit den VfL-Vertretern, an dem auch Günter Stiebig, Vereinsberater beim Hessischen Fußball-Verband, teilnahm, erläuterte der Landrat die Rahmenbedingungen des aktuellen Projektaufrufs des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten“. Demnach stehen bundesweit 333 Millionen Euro zur Verfügung. In einem ersten Schritt können sich Kommunen über ein Interessenbekundungsverfahren bewerben, wozu eine Projektskizze einzureichen ist. Der Vogelsbergkreis habe diesen Schritt bereits vollzogen, nachdem der Kreistag im Dezember mit großer Mehrheit einen entsprechenden Beschluss gefasst hatte.

„Wir sollten Ende Februar/Anfang März die Mitteilung erhalten, ob wir berücksichtigt werden, dann können wir den eigentlichen Antrag auf Förderung stellen“, schilderte Erster Kreisbeigeordneter Patrick Krug das weitere Vorgehen. Ziel sei es, das Projekt zügig umzusetzen. „2029 soll der Platz nutzbar sein“, sagte Krug.

Der Bau eines Kunstrasenplatzes sei ein zentrales Ziel des Sportentwicklungsplans gewesen und könne mit dem Projekt nun erfüllt werden, betonte Vereinsberater Günter Stiebig. Er zeigte sich überzeugt, dass die Interessenbekundung des Landkreises der richtige Schritt sei. „Das ist eine richtig gute Geschichte, die positive Auswirkungen hat und haben wird“, sagte Stiebig. Ein Verein wie der VfL Lauterbach mit seinen aktiven Jugendmannschaften stehe in Konkurrenz zu Vereinen aus Ballungsräumen mit besseren Trainingsmöglichkeiten. „Es wäre so wichtig, einen Kunstrasenplatz hier zu haben, also zwei Zentren in Lauterbach und Alsfeld, um optimale Bedingungen bieten zu können“, erklärte der Fußball-Experte.

Nach Einschätzung des Landrats würden zudem auch andere Sportarten von einem Kunstrasenplatz profitieren. Da Fußballer auf Kunstrasen auch im Herbst und Winter trainieren könnten, werde die Hallennutzung entlastet. „Das kommt dann beispielsweise auch den Handballern zugute“, sagte Mischak.

Diese Einschätzung teilen auch die VfL-Vertreter Gezici und Akkus. Zugleich sagten sie zu, anderen Vereinen wie dem TV Lauterbach die vom VfL genutzten Rasenflächen für leichtathletische Wettkämpfe zur Verfügung zu stellen. Bestimmte Disziplinen wie Diskus- oder Speerwurf seien auf einem Kunstrasenplatz nicht möglich. Während im Training Übungsspeere eingesetzt werden könnten, sei im Wettkampf der Speer mit Spitze vorgeschrieben.

Zum Abschluss des Gesprächs sprach Günter Stiebig dem VfL Lauterbach ein deutliches Lob aus. Er habe den Verein bereits mehrfach besucht und bescheinigte ihm: „Das ist ein Verein, der wirklich eine Vision hat.“ Die öffentliche Kritik an dem Vorhaben könne er nicht nachvollziehen. „Es braucht diese Visionen und Ideen, dann kann man Dinge gemeinsam lösen“, sagte der Vereinsberater des Hessischen Fußball-Verbandes. +++


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