Die Zahl der Neuaufträge im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland ist im März 2020 aufgrund der Corona-Pandemie deutlich zurückgegangen. Der reale Auftragseingang war im dritten Monat des Jahres saison- und kalenderbereinigt 15,6 Prozent niedriger als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Angaben am Mittwoch mit. Dies ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im Januar 1991.
Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es einen kalenderberbereinigten Rückgang um 16,0 Prozent. Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen lag der reale Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe saison- und kalenderbereinigt 15,5 Prozent niedriger als im Vormonat. Die Aufträge aus dem Inland gingen im Vergleich zum Vormonat um 14,8 Prozent zurück, die Auslandsaufträge verringerten sich um 16,1 Prozent. Dabei nahmen die Auftragseingänge aus der Eurozone um 17,9 Prozent ab. Die Auftragseingänge aus dem restlichen Ausland fielen um 15,0 Prozent gegenüber Februar 2020. Bei den Herstellern von Vorleistungsgütern lag der Auftragseingang um 7,5 Prozent niedriger als im Vormonat, so die Statistiker weiter. Bei den Herstellern von Investitionsgütern gab es einen Rückgang um 22,6 Prozent. Im Bereich der Konsumgüter gingen die Aufträge nur um 1,3 Prozent zurück. Für Februar 2020 ergab sich nach Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Rückgang um 1,2 Prozent gegenüber Januar 2020 (vorläufiger Wert: -1,4 Prozent). Der reale Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe lag nach vorläufigen Angaben im März 2020 saison- und kalenderbereinigt um 11,5 Prozent niedriger als im Vormonat. Für Februar 2020 ergab sich nach Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Anstieg von 0,5 Prozent (vorläufiger Wert: +0,1 Prozent).
Nobelpreisträger Stiglitz sieht „traumatisierte Weltwirtschaft“
Nobelpreisträger Joseph Stiglitz warnt vor massiven ökonomischen Folgen der Coronakrise für die Weltwirtschaft. „Die Schwere der Krise könnte ähnlich sein wie die der Großen Depression der 1930er-Jahre“, sagte der US-Ökonom dem „Handelsblatt“. Diese Krise sei auch „viel tiefer als die Finanzkrise, die vor zwölf Jahren ausbrach“. Besonders schwere Folgen erwartet der Ökonom für die USA. „Die Krise führt uns die fundamentalen Defizite in unserem System vor Augen“, so Stiglitz. Die Arbeitslosigkeit werde rasant ansteigen. Wegen der ökonomischen Verwerfungen geht Stiglitz nicht davon aus, dass US-Präsident Donald Trump im November wiedergewählt wird. Auch für Europa prophezeit der ehemalige Chefökonom der Weltbank harte Zeiten, obwohl Länder wie Deutschland oder Dänemark auf die Pandemie „viel besser vorbereitet“ seien als die USA. „Die kommenden Wochen werden entscheidend sein für die Zukunft des europäischen Projekts“, warnte Stiglitz. „Falls Europa Italien nicht hilft, dann werden die Anti-Euro-Bewegungen in Europa so stark werden, dass man sich fragen muss, ob die EU das überleben kann.“ Stiglitz hält Eurobonds für den richtigen Weg. „Die EU muss jetzt gemeinsam agieren.“ +++

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