„Unwort des Jahres“ 2021 ist „Pushback“

Der Begriff „Pushback“ ist zum „Unwort des Jahres“ 2021 gekürt worden. Mit dem Wort werde ein „menschenfeindlicher Prozess beschönigt“, der den Menschen auf der Flucht die Möglichkeit nehme, das Menschen- und Grundrecht auf Asyl wahrzunehmen, teilte die Jury am Mittwoch mit. „Der Einsatz des Fremdwortes trägt zur Verschleierung des Verstoßes gegen die Menschenrechte und das Grundrecht auf Asyl bei.“ Mit dem Gebrauch des Ausdrucks würden zudem die Gewalt und Folgen wie Tod, die mit dem Akt des Zurückdrängens von Migranten verbunden sein könnten, verschwiegen, hieß es von der Jury. Sie rügte zudem den Begriff „Sprachpolizei“ sowie mehrere Vergleiche mit dem Nationalsozialismus. Für das Jahr 2021 wurden 454 verschiedene Wörter eingeschickt, von denen knapp 45 auch den Unwort-Kriterien der Jury entsprachen. Insgesamt erhielt das Gremium 1.308 Einsendungen. Die Jury der Aktion „Unwort des Jahres“ besteht aus vier Sprachwissenschaftlern, einem Journalisten und einem jährlich wechselnden Mitglied. +++

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1 Kommentar

  1. In der Begründung der „Jury“ heißt es, mit dem Begriff „Pushback“ werde „ein menschenfeindlicher Prozess“ beschönigt, der „den Menschen auf der Flucht die Möglichkeit nehme, das Asylrecht wahrzunehmen“. Der Einsatz des Fremdwortes trage zur „Verschleierung des Verstoßes gegen die Menschenrechte und das Grundrecht auf Asyl“ bei. Ich gehe davon aus, dass nicht das Wort selbst, sondern der Vorgang an sich Gegenstand der Kritik ist.

    Die Jury scheint hierbei nicht zu bemerken, dass sie die Begriffe „auf der Flucht“ und „Asyl“ pauschal für alle Menschen verwendet, die nach Europa drängen. Dabei sind die wenigsten von ihnen tatsächlich Flüchtlinge, und Asyl wird von ihnen fast niemand erhalten. Offenbar soll hier der Diskurs darüber manipuliert werden.

    Wer ist die Jury? Bis 1994 war es die Gesellschaft für deutsche Sprache, finanziert von den deutschen Kultusministern. Dann kam es zum Konflikt, und seitdem handelt die Jury als „Sprachkritische Aktion Unwort des Jahres“ selbständig. Sie besteht aus vier weitgehend unbekannten Sprachwissenschaftlern und einer Journalistin und nimmt öfter ein weiteres Mitglied hinzu, etwa einen bekannten Künstler oder Politiker.

    „Sprachkritische Aktion“ erinnert an die Diktion linker Studentengruppen. Die Sprecherin der Jury ist spezialisiert unter anderem auf „Genderlinguistik“.

    Das Thema Migration hat es der Jury ganz besonders angetan. Von den Unwörtern der letzten dreißig Jahre betrafen zwölf im weitesten Sinne die Thematik von Ausländern in Deutschland, darunter „Überfremdung“, „Gutmensch“ und „Anti-Abschiebe-Industrie“. Weitere zehn Begriffe landeten auf dem zweiten Platz.

    Eine kleine Gruppe von Sprachwissenschaftlern versucht hier, Einfluss auf die politische Färbung des Diskurses zu nehmen. Sie versucht ein Framing zu schaffen. Leider werden die Pressemeldungen dieser Gruppe landauf landab abgedruckt und weitergereicht. So erreicht die Gruppe am Ende genau das, was sie beabsichtigt. Mit den wahren Problemen dieses Landes hat das wieder einmal sehr wenig zu tun.

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