Unwetter über Hessen – Über 300 Feuerwehrleute im Vogelsbergkreis im Einsatz

Einsatz bei Romnrod. Foto: P. Weitzel

Tief Eberhard wehte mit orkanartigen Böen über die Städte und Gemeinden hinweg, dabei wurden auch über Hessen viele Einsatzkräfte in Atem gehalten. So drohte an der A45 bei Herborn ein Dach eines Autohauses auf die Autobahn zu fliegen. Weiter waren der Flug- und Bahnverkehr betroffen. 400 Bahnreisende mussten aus einem liegengebliebenen IC bei Wabern umsteigen weil dort ein Ast auf die Lok gefallen war. In der Region Osthessen wurden viele Hutzelfeuer abgesagt.

Mehr als 300 Feuerwehrleute waren am Sonntag im Vogelsbergkreis im Sturmeinsatz. Am Abend wurden rund 50 Einsatzstellen für die Freiwilligen Feuerwehren in 14 der 19 Vogelsbergkommunen gezählt. Verletzt wurde laut ersten Angaben glücklicherweise niemand. Besonders betroffen war das Stadtgebiet von Alsfeld, hier waren alleine mehr als 50 Feuerwehrleute an fast 20 Einsatzstellen gefordert. Auf der Bundesstraße 62 zwischen Angenrod und Ober-Gleen stürzte ein Baum auf ein Auto, die Insassen blieben unverletzt. In der Kernstadt wurde die Gartenausstellung eines Möbelhauses verweht, das Dach einer Halle großflächig abgedeckt, Fenster von einem Gerichtsgebäude aufgedrückt und etwa zehn Bäume entwurzelt oder abgeknickt. Auf der Bundesstraße 49 zwischen Romrod und Alsfeld wurden zwei fast zwanzig Meter lange Nadelbäume entwurzelt und blockierten die Fahrbahn auf voller Breite. Hier rückte die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Romrod zur Hilfe an. Mit einer Motorkettensäge schnitten die Feuerwehrleute die Straße wieder frei, dazu war eine halbstündige Vollsperrung nötig. Voll gesperrt aufgrund von Windbruch bleiben vorerst die Landesstraße 3071 zwischen Groß-Felda und der Bundesstraße 49, ebenfalls die Landesstraße 3071 zwischen Kirtorf und Ehringshausen sowie die Landesstraße 3160 zwischen Eifa und Eulersdorf.

In der Gemeinde Antrifttal waren etwa 20 Feuerwehrleute bei Angenrod, Ohmes und Seibelsdorf zur Beseitigung von umgestürzten Bäumen im Einsatz. In der Gemeinde Feldatal waren etwa 30 Feuerwehrleute wegen Windbruch bei Windhausen, Stumpertenrod und Groß-Felda gefordert. In der Gemeinde Gemünden war die Feuerwehr an vier Einsatzstellen mit 35 Kräften vor Ort, unter anderem stürzte ein Baum auf ein Wohnhaus. Von sehr vielen umgestürzten Bäumen berichtete Grebenaus Stadtbrandinspektor Michael Jahnel, insgesamt drei Einsatzstellen mit 30 Einsatzkräften wurden gezählt. Sein Amtskollege Thomas Stein berichtete von ebenfalls 3 Einsatzstellen in Homberg (Ohm), dort stürzten Bäume auf Straßen bei Appenrod, Nieder-Ofleiden und Büssfeld. Ebenfalls drei Einsatzstellen gab es bei Kirtorf, dort stürzten laut Feuerwehrangaben insgesamt 23 Bäume um. Wie ein Feuerwehsprecher berichtete, wurde auf der Landesstraße zwischen Ober-Gleen und Heimertshausen zunächst ein Reisebus durch einen Baumsturz blockiert. Im Stadtgebiet von Lauterbach eilte die Feuerwehr bei zwei abgedeclten Dächern zur Hilfe. In der Gemeinde Mücke gab es zwei Baumstürze auf Straßen sowie ein abgedecktes Dach, zwanzig Feuerwehrleute waren im Einsatz. In Schotten gab es drei Baumstürze auf Straßen, ebenfalls zwanzig Feuerwehrleute waren im Einsatz. In der Gemeinde Schwalmtal wurde der Kamin eines Wohnhauses beschädigt, zudem stürzten Bäume auf die Straße zwischen Rainrod und Eifa. Etwa 20 Schwalmtaler Feuerwehrleute waren an den beiden Einsatzstellen vor Ort. Bei Ulrichstein wurden drei umgestürzte Bäume auf Straßen gezählt, die jeweils von Feuerwehrleuten weggeschnitten wurden. Wie Stadtbrandinspektor Andreas Hädicke schilderte, war an einer Einsatzstelle ein Auto durch Windbruch eingeschlossen.

Deutschlandweit hat das Sturmtief Eberhard am Sonntag für zahlreiche Einsätze gesorgt. +++ pw

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