Die deutsche Wirtschaft will das Nein von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) zu steuerlichen Entlastungen für die Unternehmen nicht hinnehmen. „Eine ernsthafte politische Anstrengung zu einer Reform der Unternehmensteuer ist dringend erforderlich“, sagte Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Die Lage der öffentlichen Haushalte sei seit Jahren sehr gut. „Nicht nur die Steuereinnahmen des Staates wachsen von Jahr zu Jahr erheblich“, so Schweitzer.
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) besteht ebenfalls auf rasche steuerliche Entlastungen. „Angesichts weltweit wachsender politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit muss die Politik handeln“, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang den Zeitungen. Die Steuerlast sei auf ein Rekordhoch gestiegen. Auch Unternehmen würden mehr Steuern zahlen als je zuvor: „Deshalb ist es überfällig, Steuern zu senken“, so Lang. DIHK-Präsident Schweitzer sagte, auch der Anteil der Staatseinnahmen am Bruttoinlandsprodukt steige: „Die Bundesregierung hat deshalb genug Spielräume, um die Wirtschaft endlich steuerlich zu entlasten“, so Lang. Auch infolge der Steuerreformen in anderen Ländern habe sich die Lage für die hiesigen Unternehmen noch einmal wesentlich verschärft. Schweitzer lobt dagegen die von Altmaier vorgelegten Pläne ausdrücklich. „Das Bundeswirtschaftsministerium benennt die wichtigsten Maßnahmen: Der vollständige Abbau des Solidaritätszuschlags, die Verbesserung der Abschreibungsbedingungen, die steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung, weniger Steuern auf Gewinne, wenn Unternehmen diese Gewinne wieder investieren und überfällige Anpassungen bei der Verzinsung im Steuerrecht“, sagte der DIHK-Präsident. Gerade weil der lange Aufschwung bald zu Ende gehen könne, sei es für die Unternehmen von zentraler Bedeutung, „dass die Standortbedingungen bei den Steuern verbessert werden“, so Schweitz er.
Auch der BDI unterstützt die Vorschläge des Bundeswirtschaftsministeriums für Steuersenkungen ausdrücklich und attackiert Scholz. „Die rasche Absage durch den Bundesfinanzminister finde ich voreilig. Sie scheint eher koalitionsinternen Auseinandersetzungen geschuldet als den Fakten“, sagte Lang. Der wenig ehrgeizige Abbau des Soli, den die Große Koalition in ihrem Koalitionsvertrag vorgesehen habe, sei mutlos und lasse weite Teile der Unternehmen außen vor. Die Regierung müsse handeln und dürfe sich nicht hinter ihrem Koalitionsvertrag verbarrikadieren. Deutschland entwickele sich „vom Hoch- zum Höchststeuerland“, während weltweit „etwa in den USA, aber auch im Vereinigten Königreich und in Frankreich“ die Regierungen aktiv die steuerlichen Rahmenbedingungen zu verbessern suchten. „Keineswegs darf die Bundesregierung dem Treiben tatenlos zusehen. Das grenzt fast schon an unterlassene Hilfeleistung„, so der BDI-Funktionär. Seit zehn Jahren habe es keine nennenswerte Steuers trukturreform mehr mit Entlastungen für Unternehmen gegeben, sondern stattdessen etliche Mehrbelastungen: „Deutschland muss für unsere Unternehmen langfristig attraktiv bleiben“, so Lang. +++

Was derzeit Arbeitplätze in Deutschland massiv gefährdet sind Lug und Trug, Gier und Überheblichkeit von Wirtschaftsführern! Da liegt es nahe, dass die Arbeitgeber und ihre Lobby-Organisation CDU-Wirtschaftsrat immer wieder gerne von ihren eigenen Versäumnisse ablenken. Einmal glauben sie vor angeblich ausufernden Sozialkosten warnen zu müssen, ein andermal vor Frauenquoten oder familienpolitischen Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, ein drittes Mal vor mehr Lohngerechtigkeit, vor mehr Verbraucherrechten, ein viertes Mal vor höheren Renten und kürzlich stimmten sie – unisono mit Spahn – mal wieder das Lob-Lied über HartzIV an. Kürzlich bekämpften sie wieder mal das – insbesondere für Alleinerziehende Frauen wichtige – Rückkehrrecht von Teilzeit auf Vollzeit und – neuerdings – die Rentenpläne des Arbeitsministers Heil und des Finanzministers Scholz. Aktuell fordern Sie wieder mal mehr Geld vom Staat in Form von Steuerentlastingen! Und wenn sie damit durch sind, bemühen sie mangelnde Zukunfts-Visionen, wobei damit natürlich nicht die Sozialpolitik gemeint ist. Besonders beliebt ist dieses Spiel, wenn Wahlen oder neue Koalitionsvereinbarungen vor der Türe stehen. Unsozial!
Und von dieser Clientel lässt sich die Union im Wahlkampf gerne unterstützen (vgl. z.B. die Spendenlisten zugunsten der Union und der FDP)!
Unglaubwürdig! Vaterlandslos!
Tatsächlich ist es aktuell aber so, dass die deutsche Autoindustrie mit ihren Tantiemen- und Dividenden-Rittern, verhätschelt mit der Auto-Kanzlerin Merkel und ihren willfährigen Verkehrsministern Dobrindt bzw. Scheuer die deutsche Wirtschaft und Millionen von Arbeitsplätzen gefährdet haben und noch gefährden!
Tatsache ist auch, dass deutsche Kornzernlenker dem amerikanischen Präsidenten Trump in Davos unterwürfig huldigten und, wie SIEMENS-Chef Kaeser, Investitionen in den USA ankündigten, während gleichzeitig in der gleichen Sparte in Deutschland ganze Werke geschlossen werden sollen. Auch die Deutsche Bank ist ein aktuelles Negativ-Beispiel.
Tatsache ist auch, dass die deutsche Wirtschaft weiterhin kräftig wächst und einen Export-Überschuss nach dem anderen einfährt.
Tatsache ist aber auch, dass in den letzten 20 Jahren 42% der Haushalte keinen Einkommenszuwachs erzielen konnten und dass die Reichsten in dieser Zeit 5% weniger Steuern zahlen mußten, während die Abgehängten 5% mehr Steuern zahlen durften.
Also ist doch klar, was ansteht: anstelle immer wieder neue Forderungen zu stellen, ist Demut der Wirtschaft angesagt! Ganz abgesehen von der Verfolgung von Betrug und der Abschaffung hoher Prämien bzw. Abfindungen bei schlechter Leistung.
Ach ja, noch etwas: Spahn und seine Union stehen auf der Seite der Reichen und Mächtigen, wie man immer wieder eindrucksvoll erkennen kann!
https://youtu.be/9Steya7Qtr8