Union kritisiert Wissings Absage an Einsatz von E-Fuels in Pkw

Auf die staatsgläubige Linie der Grünen eingeschwenkt

Die faktische Absage von Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) an den Einsatz von synthetisch hergestellten E-Fuels bei Pkw stößt in der Union auf scharfe Kritik. „Die Aussagen des Bundesverkehrsministers sind ein klarer Wortbruch der FDP“, sagte der Unionsobmann im Bundestagsverkehrsausschuss, Christoph Ploß (CDU), der „Welt“. „Im Wahlkampf“, so Ploß, „hatte die FDP noch für einen technologieoffenen Ansatz geworben, jetzt schwenken Verkehrsminister Wissing und die Freien Demokraten auf die staatsgläubige Linie der Grünen ein.“  Dies sei „unfassbar“.

Nach Ansicht von Ploß ist es „falsch, nur auf batteriebetriebene Elektromobilität zu setzen“. Man solle, so der CDU-Politiker, „auch zum Beispiel eine Wasserstoffindustrie aufbauen und klimaneutrale Kraftstoffe wie E-Fuels vorantreiben“. Zuvor hatte Wissing dem „Tagesspiegel“ gesagt, dass E-Fuels vor allem für den Flugverkehr gebraucht würden. „Auf absehbare Zeit werden wir nicht ge  nug E-Fuels haben, um die jetzt zugelassenen Pkw mit Verbrennungsmotor damit zu betreiben“, sagte Wissing und fügte hinzu: „Wir müssen die verschiedenen Energieträger dort einsetzen, wo sie am effizientesten sind. Das ist beim Pkw der E-Antrieb.“

Ploß kritisierte „planwirtschaftliche Ansätze“, die dem Land schadeten. „Gerade im Bereich der klimaneutralen Kraftstoffe kann Deutschland neue klimafreundliche Schlüsseltechnologien aufbauen, Tausende neue Arbeitsplätze schaffen und weltweit eine führende Rolle einnehmen.“ Man brauche alle klimafreundlichen Technologien, die zur Verfügung stünden. „Es ist unglaublich, dass die FDP sich jetzt entgegen ihren Wahlversprechen mit Grünen und der SPD gegen klimaneutrale Kraftstoffe wie E-Fuels oder fortschrittliche Biokraftstoffe sperrt.“ Nötig aber seien „alle zur Verfügung stehenden Instrumente, um die Pariser Klimaschutzziele zu erreichen“. +++

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1 Kommentar

  1. Ich bin wahrlich kein Anhänger der FDP, aber hier muss ich Herrn Wessing wesentlich mehr Weitsicht attestieren als seinem Vorgänger.
    All denjenigen die von der sauberen Energie in Form von Wasserstoff und E-Fuels träumen, möchte ich einmal den eigentlichen Energieverbrauch in Form von Strom, Benzin, Wasserstoff und E- Fules im Vergleich vorrechnen, um die effizienz der verschiedenen Energiequellen bei einem Auto in der Golfklasse auf 100 km dazustellen.

    Strom:
    Um einen PKW in der Golfklasse 100 km zu bewegen benötigt man ca.16 kw elektrischen Strom.

    Benzin:
    in einem Liter Benzin stecken ca. 10,5 kw. Um 100 km zu fahren zu können braucht man ca. 7 Liter Benzin.
    10,5 x 7= 73,5 kw auf 100 km

    Wasserstoff:
    Es gibt zur Zeit noch nicht viele Brennstoffzellen- Autos um verlässliche Zahlen zu ermitteln. Ein BZ-Auto der heutigen Generation verbraucht auf 100 km ca. 1,0kg Wasserstoff. Wasserstoff hat eine Energiedichte von 33,3 kw/kg, somit verbraucht ein BZ-Auto direkt ca. 33,3kw/100km
    Bei der Wasserstoffherstellung aus erneuerbaren Energiequellen kommt nur die Elektrolyse in Frage um Wasserstoff von Sauerstoff zu trennen. Für die Herstellung von 1kw Energie in Form von Wasserstoff mit Hilfe der Elektrolyse benötigt man ca. 4,5kw elektrischen Strom.
    33,3 x 4,5= 149,85 kw/100km
    Man würde also im Gegensatz zu einem E-Auto mit Akku fast die 10 fache Menge an Storm verbrauchen,

    E-Fuels:
    Bei den E-Fuels habe ich keine genauen Zahlen für den Verbrauch in einem PKW gefunden, die Energiebilanz dürfte aber mit der von Wasserstoff vergleichbar sein, eher noch schlechter. Eine aufschlussreiche Quelle ist da Wikipedia, dort heißt es, dass man beim Einsatz von E-Fuels in Verbrennungsmotoren eine Energieausbeute von ca. 10% der investierten Energiemenge erreichen kann. Da ist die Dampfmaschiene effizienter!
    Diese Form der Wasserstoff- und E-Fuels-Herstellung durch die Elektrolyse kann also eigentlich nicht ernsthaft gewollt sein, es sei denn, die Union von CDU und CSU will als eine Episode der Bürger von Schilda in die Geschichte eingehen (kleiner Scherz).
    Ich möchte jetzt der Union auf keinen Fall Dummheit unterstellen, das ist so gewollt!! Einerseits ist das eine Möglichkeit die verhassten „Erneuerbaren“ aus dem Stromnetz rauszuhalten, und möglichst ineffizient zu verbraten, damit Kraftwerksbetreiber und Energieversorger möglichst lange über das Netz Kohle- und Atomstrom verticken können. Vielmehr geht es um eine andere Form der Wasserstoffherstellung, nämlich die Herstellung von Wasserstoff aus Erdgas, die Wasserstoffgewinnung aus Erdgas ist nämlich wesentlich effizienter, und mit Hilfe der Methanphyrolyse, wobei der Kohlenstoff in fester Form ausfällt, auch noch Co² frei! Als Übergangslösung ist dieses Verfahren grundsätzlich noch nicht verwerflich, allerdings ist das kein nachhaltiges Verfahren! Im übrigen kann man bis zu 10% Wasserstoff über das vorhandene Erdgasnetz transportieren. Der Anteil des Wasserstoff aus den erneuerbaren wird dann vielleicht noch die Leitungsverluste ausgleichen. (noch ein kleiner Scherz)!
    Das ist nach meiner Ansicht der wahre Grund weshalb Erdgas als nachhaltig und Grün eingestuft werden soll, und das ist der Hebel mit dem man den Traum der „Grünen“ von der dezentralen Energieversorgung aushebeln will!
    Bei dem Verfahren der Methanphyrolyse hat sich ein Unternehmen ganz besonders hervor getan, und plant die Wasserstoffherstellung in ganz Großen Stiel! Dieses Unternehmen ist der russische Gasriese Gazprom! Und wer ist Vorstandsmitglied im besagten Gasunternehmen? das „Immernoch Mitglied“ der SPD Gerhad Schröder (ein Schelm wer böses dabei denkt). Womit wir wieder bei dem Thema Nordstream 2 wären. Die EU schafft sich auch mit der Wasserstoffstrategie immer größere Abhängigkeiten von Russland und wird irgendwann so erpressbar dass Sie letztendlich handlungsunfähig sein wird, und Putin klopft sich vor lachen auf die Schenkel. Das ist allerdings ein anderes Thema…
    Wie gesagt, das ist meine Sichten der Dinge!!! Ich bin kein ausgewiesener Fachmann auf diesem Gebiet, ich lasse mich auch noch gerne eines besseren belehren.

Demokratie braucht Teilhabe!