Berlin. Das Umweltbundesamt, die wichtigste Umweltbehörde des Landes, erhöht in der Auseinandersetzung um den Klimaschutzplan den Druck auf die Bundesregierung und fordert von den zerstrittenen Ministerien eine rasche Einigung: „Deutschland hat das Klimaabkommen von Paris unterzeichnet. Das Abkommen gilt natürlich nicht nur für das Umweltministerium, sondern verpflichtet ganz Deutschland“, sagte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger der „Süddeutschen Zeitung“.
„Es führt kein Weg daran vorbei, dass wir nun schnell im Klimaschutzplan die notwendigen Ziele festzurren, um den CO2-Ausstoß bis 2050 drastisch zu senken.“ Eigentlich wollte Umweltministerin Barbara Hendricks den „Klimaschutzplan 2050“ am Mittwoch im Kabinett beschließen lassen, um ihn kommende Woche auf dem UN-Klimagipfel in Marrakesch vorzustellen. Doch vor allem von den CSU-geführten Ministerien für Verkehr und Landwirtschaft kam Widerstand. Zudem machte die Union Front gegen Hendricks. Krautzberger fordert nun ein Ende des Streits und mehr Engagement aller Ministerien für den Klimaschutz.
„Wir galten bislang weltweit als Schrittmacher im Klimaschutz. Das sollte so bleiben. Zumindest muss schnell der politische Rahmen gesetzt wird, dass der Klimagasausstoß bis 2050 tatsächlich drastisch sinkt. Das Zeitfenster dafür ist klein.“ Der Klimaschutzplan soll festschreiben, wie Deutschland die internationalen Klimaziele umsetzen und langfristig auf den Ausstoß klimaschädlicher Gase verzichten kann. +++

Wir erinnern uns:
Bei der letzten Klimakonferenz in Paris wurden die Ergebnisse als „historischer Fortschritt“ verkauft. Schön wär’s.
Für mich klingt es wie Augenwischerei. Die Ziele hochsetzen (Erderwärmung auf 1,5 Grad anstelle 2 Grad begrenzen) und sich dafür feiern lassen, aber die Maßnahmen und deren Verbindlichkeit runtersetzen und möglichst nicht hinterfragen. Das kommt jetzt, wo alles konkretisiert werden soll, ans Licht. Die Union, insbesondere die CSU-Bundesminister, wollen mehr Wirtschaftswachstum, mehr ökologiefeindliche Landwirtschaft, mehr schmutzige Autoabgase und weniger Klimaschutz! Doch Merkel schwadroniert von Dekarbonisierung, läßt sich als Klima-Kanzlerin feiern und bringt keinen Umsetzungsplan auf die Beine!
Im übrigen war schon in den Rechen-Modellen für das 2 Grad-Ziel z.B. das zwangsläufige Auftauen der Permafrostböden (enthalten fast doppelt soviel Kohlenstoff wie die gesamte Erdvegetation), das zu einer enormen Freisetzung von Kohlenstoff führt, nicht berücksichtigt.
Was tun? Warten bis Öl- und Gas-Vorräte erschöpft sind? Auf die nächste Eiszeit warten? Sich anpassen?
Diese Fragen hat sich auch Singer-Songwriter Sigismund Ruestig gestellt:
http://youtu.be/s7Ivdm2-ZCQ
http://youtu.be/LpxSXYw9tC0
http://youtu.be/-q0gF597WEA
Viel Spaß beim Anhören.