Umfrage: Nur jeder Zweite hält Deutschland für ein gerechtes Land

Starker Vertrauensverlust

Deutsch, Bundestag

Nur jeder zweite Deutsche ist der Meinung, in einem gerechten Land zu leben. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid für die “Bild am Sonntag” hervor. Demnach gaben 51 Prozent der Befragten an, dass es in Deutschland “eher gerecht” zugehe. 38 Prozent antworteten mit “eher ungerecht”, 11 Prozent machten keine Angabe. Nach detaillierteren Einschätzungen gefragt, zeichneten die Befragten ein noch pessimistischeres Bild: So waren 71 Prozent der Befragten der Meinung, die Löhne in Deutschland seien ungerecht (gerecht: 24 Prozent, keine Angabe: 5 Prozent) und 59 Prozent gaben an, das Steuersystem ungerecht zu finden (gerecht: 51 Prozent, keine Angabe: 10 Prozent).

Aus der Emnid-Umfrage geht außerdem ein starker Vertrauensverlust hervor: Nur 36 Prozent der Befragten glaubten, dass in Deutschland jeder die gleichen Aufstiegschancen hat. 61 Prozent glaubten das nicht, 3 Prozent machten keine Angabe. 41 Prozent der Befragten stellten sogar die Neutralität der Justiz infrage. Sie glaubten nicht, dass vor deutschen Gerichten alle gleich behandelt werden. Der Anteil derer, die an eine Gleichbehandlung vor Gericht glauben, ist mit 44 Prozent nur unwesentlich höher. 15 Prozent machten keine Angabe. Die schlechten Werte spiegeln sich laut Emnid auch in der Beurteilung der Großen Koalition wider. Nur 23 Prozent waren der Ansicht, dass die Große Koalition Deutschland gerechter gemacht hat. 61 Prozent glaubten das nicht, 16 Prozent machten keine Angabe.

Für die Erhebung befragte Emnid für die “BamS” am 11. Juli 2019 insgesamt 504 Personen. Die Fragestellungen lauteten: 1. “Finden Sie, dass es in Deutschland alles in allem eher gerecht oder eher ungerecht zugeht?” Frage 2: “Hat die Politik der Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD Deutschland gerechter gemacht?” Frage 3: “Sind die Löhne in Deutschland gerecht?” Frage 4: “Halten Sie das deutsche Steuersystem alles in allem eher für gerecht oder eher für ungerecht?” Frage 5: “Hat in Deutschland jeder die gleichen Aufstiegschancen?” Frage 6: “Werden in Deutschland vor Gericht alle gleich behandelt?” +++

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1 Kommentar

  1. Als Rentner mit einem studierenden Nachwuchs fühle ich mich von der Steuerpolitik “verarscht”. Studienbedingte Umzugsaufwendungen werden als “Kosten der privaten Lebensführung” abgetan, was zu existenzbedrohender Steuernachzahlung führt. Nachgereichte Belege werden nicht mehr anerkannt. Herr S. und Frau P. vom FA Mchn sehen sich als “Vollstrecker der Obrigkeit” statt als Servicestelle der Bürger.

    Ich habe die Webadresse “WWW.steuerstreik-rentner.de” vorsorglich reserviert, aber noch nicht online gestellt. Ggf. kann sie übernommen werden, um Proteste der Rentner gegen die ungerechte Steuerpolitik zu bündeln.

Demokratie braucht Teilhabe!