Tann. Wer im Herbst mit dem Fahrrad unterwegs ist, muss mit Gänsehaut rechnen. Am Ulstertalradweg unterdessen läuft es einem gleich hinter der hessischen Landesgrenze in Motzlar kalt den Rücken hinunter. Dort befindet sich der erste von neun Rastplätzen, an denen über einen mit dem Smartphone eingescannten QR-Code eine Audio-Datei heruntergeladen werden kann.
Eigentlich beginnt der Ulstertalradweg am Heidelstein, doch wir starten in Tann. Jeden Freitag findet um 10.30 Uhr in der dortigen Grenzinformationsstelle ein kostenloser Vortrag statt, den Albert Zörgiebel, ehemaliger Zollbeamter und früherer Leiter der Tanner Tourist-Information, hält. Zusätzlich zur Dauerausstellung mit Fotos und historischen Exponaten ist in den Räumen zurzeit die Sonderausstellung „Weg zur Deutschen Einheit“ der Bundesstiftung zur Aufarbei-tung der SED-Diktatur und des Auswärtigen Amts zu sehen (dienstags bis sonntags zwischen 10 und 17 Uhr).
Einen Halt gegen die üblichen Schikanen bot im Geisaer Amt der katholische Glaube. An der Hörstation in Schleid geht Pfarrer Arnold auf das Verhältnis von Kirche und Staat in der ehe-maligen DDR ein. Kurz vor Geisa wartet die nächste der Hörerlebnis-Bänke, auf denen die Sonne, die Ulster, das Tal, Berge und ein Radfahrer dargestellt sind. Die Renaturierungsmaß-nahmen der Ulster rücken bei Buttlar in den Fokus. Und Berthold Dücker erinnert sich in der Audio-Datei, wie er als 16-Jähriger bei Geismar die Flucht über das Minenfeld nach Westen wagte.
Wer für den Rückweg nach Tann die einzige bestehende Busverbindung nehmen möchte, sollte zwischendurch nicht allzu lange auf den Sitzbänken ausruhen. Um 16.20 Uhr fährt wo-chentags von Vacha aus die Linie 117 nach Geisa, wo man um 17.35 Uhr in die Linie 124 nach Tann umsteigen kann. +++ fuldainfo
[ad name=“Textwerbung“]
Hinterlasse jetzt einen Kommentar