TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell – Eine klitzekleine Geschichte aus dem Tischtennis-Leben von Vater und Sohn Meng

Es ist nur ein klitzekleiner Ausschnitt. Aber er taugt zur Geschichte. Die Familie Meng hat den Tischtennis-Sport in Fulda hoffähig gemacht. Hat ihm einen Namen gegeben. Hat für Anerkennung, Präsenz, Schwung und Begeisterung gesorgt. Ihre Leidenschaft hat das faszinierende Spiel mit dem kleinen Ball geprägt – stets haben sie ihr Herz auf der Platte gelassen. Geprägt haben sie den Sport auch an jenem Abend des 27. März 2026. Ihr Team des TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell gewann beim Play-off-Teilnehmer 1. FC Saarbrücken Tischtennis mit 3:2.

Von wegen „Muster ohne Wert“. Oder der Sieg hatte ja keine Bedeutung mehr. Oder „es ging um nichts mehr“ – so ein Quatsch, das gibt es im Sport nicht, auch wenn öffentliche Wahrnehmung und oberflächliche Schubladen-Einordnung dies klassifizieren mögen; viele, die nix mit Sport zu tun haben, glauben das auch noch. Natürlich fehlten bei beiden Mannschaften – auf Saarbrückens Seite der Ex-Maberzeller Patrick Franziska, Darko Jorgic oder Eduard Ionescu, Dimitrij Ovtcharov und Jonathan Groth im Fuldaer Team – und andere Spieler, die sonst nicht so zum Einsatz kommen, sprangen in die Bresche. Und so schlug wieder einmal die Stunde des Maberzeller Trainers Qing Yu Meng. Vergangenen Samstag erst verhalf er der Zweiten zum Aufstieg in die Regionalliga – jetzt trat er als vollwertige Kraft des Bundesliga-Teams in Erscheinung. Und er bestritt an der Seite seines Sohnes Fanbo das entscheidende Doppel. Ein 52-Jähriger an der Seite seines 25-jährigen Mitstreiters. 2:2 stand es bis dahin in der Joachim-Deckarm-Halle.

Dass sie eine Doppel-Aufgabe lösen und meistern können, haben die Beiden aus Fulda hinreichend bewiesen. Und auch an diesem Abend beweisen sie dies. Sie harmonieren wesentlich besser als ihre jungen Saarbrücker Kollegen, als Cedric Meissner und der erst 18-jährige Slowake Samuel Arpas. 6:1 und später 8:4 oder 9:5 führen Meng/Meng schon im entscheidenden Vierten – beim 10:6 haben sie vier Matchbälle. Zwar nutzen sie erst ihren dritten, aber egal. 11:9 siegen sie. Und es ist 21.03 Uhr. Auch in Saarbrücken, wo die Tischtennis-Uhren etwas anders schlagen als in Fulda. Von Beginn an dominieren Meng/Meng – den Ersten haben sie sich mit 11:6 geschnappt, den Zweiten mit 11:8.

Überhaupt: Zum Matchwinner schälte sich auf Fuldaer Seite Fanbo Meng heraus. Schon am Montag hatte er in der Hubtex Arena gegen Grenzau seine Substanz unter Beweis gestellt – und in Saarbrücken schien er daran anknüpfen zu wollen. Er besiegte Cedric Meissner nach 3:1-Sätzen – und steuerte mithin zwei Punkte zum Teamerfolg bei. Zunächst musste er den Ersten Meissner abgeben. Zwar glich er im Ersten zum 8:8 aus, als es in die Entscheidung ging, machte sein Kontrahent aber drei Punkte. Mit 8:11 war der Erste futsch.

Bis der Fuldaer aufdrehte. Und eine Reaktion zeigte. Nervenstärke bewies. Auf acht und 9:6 zog er weg, Meissner kam heran – Fanbo aber schlug zurück. Den ersten seiner beiden Matchbälle nutzte er – 11:8. Ähnlich endete der Dritte. Fanbo aber ergriff dieses Mal von Beginn an die Initiative, lag 5:2, 6:3 und 8:3 vorn – bis er sich den Satz mit 11:9 sicherte. Im Vierten schließlich machte er auf dem Weg nach vorn weiter – man merkte ihm an, dass er die Entscheidung wollte. Wenngleich Meissner nie nachließ. 3:0 Fanbo, Meissner glich aus, 6:3 Fanbo, Meissner glich aus, 9:6 Fanbo – noch drei Punkte bis zum Match; Meissner kam wieder und verkürzte, ehe Fanbo Meng beim 10:7 drei Matchbälle hat. Den zweiten verwandelt er zum 11:8. Der Fuldaer hat sein Team zwischenzeitlich mit 2:1 in Führung gebracht.

Und den dritten Punkt für den TTC RhönSprudel – den holt Ruwen Filus. Im Duell der Generationen lässt der 37-jährige Fuldaer dem 18-jährigen Slowenen Samuel Arpas kaum eine Chance. Filus setzt sich glatt in Dreien durch – bei diesem glatt erscheinenden Ausgang aber verlaufen die Sätze eins und drei eng. 7:7 steht‘s im Ersten, beim 10:8 hat Filus zwei Satzbälle, Arpas verkürzt – der Fuldaer aber gewinnt mit 11:9. Irre entwickelt sich auch der Dritte. Arpas liegt schon 4:1 und 6:3 vorn – bis Filus am Rad und aufdreht. Er macht sieben Punkte in Folge – und hat beim Stand von 10:6 vier Matchbälle. Arpas verkürzt, Filus aber siegt mit 11:8. Und 3:0-Sätzen.

Natürlich trug auch Saarbrückens Team maßgeblich zur Unterhaltung bei an diesem Abend. Beide Punkte holte Olympiasieger Fan Zhendong, er gewann beide Einzel. Und auch beide glatt in Dreien. Zunächst im Eröffnungseinzel gegen Qing Yu Meng, dem es sicher eine Ehre war, gegen Saarbrückens Spitzenkraft – den es künftig zu Borussia Düsseldorf zieht – zu spielen. Doch so leicht wollte sich Fuldas Trainer nicht geschlagen geben. Allein der Erste sorgte für … Kribbeln, Aufregung oder einer „Der wird doch nicht-Haltung“? Mit 4:10 lag der Fuldaer schon zurück – ehe er kam. Er hatte sechs Satzbälle gegen sich – machte aber sechs Punkte in Folge und holte bis zum 10:10 auf. Zhendong aber erspielte sich einen siebten Satzball – und der saß.

Auch der dritte Durchgang war eng – und er bewies, dass Qing Yu Meng durchaus noch mithalten kann. Der Olympiasieger lag schon mit 7:1 vorn – ehe sein Gegner bis auf 5:7 herankam. Über 8:6, 9:7 und 10:8 ging es indessen zum 11:8-Satz- und auch Matchgewinn für Fan Zhendong. Das kurzweilige Match dauerte übrigens nur 16 Minuten: Satz eins fünf Minuten, Satz zwei vier, Satz drei 7 Minuten. Auch Ruwen Filus vermochte im Spitzeneinzel gegen den Olympiasieger nichts zu holen.

Doch es gab ja noch das Doppel. Und da tritt der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell einfach klasse auf. In welcher Besetzung auch immer – und Fanbo Meng schält sich, mit Ausnahme des letzten Spiels gegen Grenzau – als stabile und treibende Kraft heraus. Im vorletzten Saisonspiel in Saarbrücken waren er und sein Vater ein Herz und eine Seele. So oder so ähnlich möchte sich das Fuldaer Team auch beim Saisonfinale beweisen – dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund am 16. April.

Die Ergebnisse in der Übersicht

1. FC Saarbrücken Tischtennis – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell 2:3

Fan Zhendong – Qing Yu Meng 3:0 (12:10, 11:5, 11:8)

Samuel Arpas – Ruwen Filus 0:3 (9:11, 4:11, 8:11)

Cedric Meissner – Fanbo Meng 1:3 (11:8, 8:11, 9:11, 8:11)

Fan Zhendong – Ruwen Filus 3:0 (11:3, 11:6, 11:8)

Cedric Meissner/Samuel Arpas – Qing Yu Meng/Fanbo Meng 1:3 (6:11, 8:11, 11:6, 9:11) +++ rl


Popup-Fenster

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*