Weltklasse-Tischtennis liegt in der Luft, wenn Tischtennis-Bundesligisten TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell am Mittwochabend den TTC Schwalbe Bergneustadt herausfordert. Der Siebte der Tabelle – auf diesen Rang schob sich das Team aus Fulda durch den letzten Sieg in Bad Königshofen wieder, wobei der Erfolg einem Befreiungsschlag gleichkam – empfängt den Vierten. 12:18 Punkte treffen auf 18:12. Beginn des Duells in der Hubtex Arena: 19 Uhr.
Ob der Gastgeber im Falle eines Sieges noch einmal an Platz vier und damit der Teilnahme an den Play-offs schnuppern könnte, sei dahingestellt und ist äußerst müßig; eine zuletzt geäußerte Hoffnung kam eher Sponsoren-nahe rüber, scheint aber kaum realistisch. Das gilt vielmehr für Bergneustadt, das genannten Platz behaupten will – erst recht nach dem 3:1-Sieg letzthin gegen Borussia Dortmund, einen der Anwärter im Kampf um den letzten Play-off-Platz; der BVB ist aber ebenso noch aussichtsreich in der Verlosung, wie auch der Doublesieger der Vorsaison, die TTF Liebherr Ochsenhausen.
Bergneustadt kreuzt mit Spitzenkraft Benedikt Duda auf. Der 31-Jährige ist mit Rang 14 aktuell nicht nur der zweitbeste deutsche Spieler der Weltrangliste – hinter dem Düsseldorfer Dang Xiu (11) und vor dem Düsseldorfer und Ex-Maberzeller Patrick Franziska (19). Duda, mit einer Einzelbilanz von 16:6 Zweiter der Bundesliga-Spielerrangliste, tritt frisch dekoriert in der Hubtex Arena auf. Durch einen 3:1-Erfolg gegen Marcos Freitas erreichte er das Halbfinale bei den Europe Top 16 in Montreux. Erst dort zog er am Sonntagmittag gegen den Saarbrücker Darko Jorgic, der in der nächsten Saison vermutlich in Polen sein Können zeigt, den Kürzeren.
In Montreux schlug auch Dimitrij Ovtcharov auf. Der zuletzt so stabile und formstarke Dima scheiterte indessen am orthodox spielenden Dänen und Jona-Groth-Landsmann Anders Lind – in der Liga für Borussia Dortmund im Einsatz – glatt in Dreien. Aber auch andere Spieler des TTC RhönSprudel sammelten auf dem Erdball Erfahrung. So schlug zum Beispiel Fanbo Meng im tunesischen Capadoccia den Italiener Carlo Rossi in fünf Sätzen.
Neben Duda, Vize-Europameister vom 2024, ergänzen die Franzosen Romain Ruiz und Leo de Nodrest sowie der Belgier Adrien Rassenfose Bergneustadts Aufgebot. Übrigens: Duda schlug auf seinem Weg zum EM-Fast-Triumph Dima Ovtcharov. Die Wege beider kreuzten sich schon des Öfteren – und am Mittwoch tun sie das wohl erneut. Denn sie sind im Duell gegeneinander im Spitzeneinzel zu erwarten. Weltklasse-Ballwechsel inklusive.
Und wer den TTC Schwalbe in den Mund nimmt, der meint auch eine „Duda-Dynastie“. Denn die trägt sportlich den Verein. Benedikts Bruder Frederik ist Trainer des Bundesliga-Teams, Benedikts Vater Heinz Sportwart. Eine sportbegeisterte Familie, in der Tischtennis an erster Stelle steht, die als „Tischtennis-verrückt“ gilt. Auch Mutter Maria ist für den Verein im Oberbergischen aktiv. Kein Wunder, dass Benedikt seinen Vertrag kürzlich um zwei Jahre verlängerte. Und so ein bisschen erinnert die kleine Geschichte an die Familie Meng in Fulda. +++ rl

Hinterlasse jetzt einen Kommentar