Trump droht Iran wegen möglicher Seeminen – Eskalation im Golf und Sorgen um längeren Krieg

Die Spannungen im Persischen Golf verschärfen sich weiter. US-Präsident Donald Trump hat den Iran öffentlich aufgefordert, mögliche Seeminen aus der strategisch wichtigen Straße von Hormus zu entfernen – und zugleich mit massiven militärischen Konsequenzen gedroht.

Auf seiner Plattform „Truth Social“ erklärte Trump am Dienstag, ihm lägen zwar keine konkreten Berichte über eine Verminung der Meerenge vor. Sollte der Iran jedoch „aus irgendeinem Grund Minen verlegt haben und diese nicht unverzüglich entfernen“, würden die militärischen Folgen „ein noch nie dagewesenes Ausmaß erreichen“. Entferne Teheran die möglicherweise ausgelegten Minen, wäre dies dagegen „ein Riesenschritt in die richtige Richtung“, schrieb der US-Präsident.

Die Tonlage des Beitrags ließ wenig Raum für Missverständnisse. Trump kündigte an, die Vereinigten Staaten setzten Technologien und Raketenkapazitäten ein, die bereits im Kampf gegen Drogenhändler genutzt würden. Diese sollten nun gegen jedes Boot oder Schiff eingesetzt werden, das versuche, die Meerenge zu verminen. Solche Ziele würden „endgültig eliminiert“ und „schnell und brutal bekämpft“, erklärte Trump.

Nur gut zehn Minuten später legte der Präsident nach. Ebenfalls über „Truth Social“ teilte er mit, er freue sich berichten zu können, dass in den vergangenen Stunden „zehn inaktive Minenlegerboote und/oder -schiffe getroffen und vollständig zerstört“ worden seien. Weitere Einsätze würden folgen.

Die Straße von Hormus gehört zu den strategisch wichtigsten Seewegen der Welt. Durch die schmale Meerenge zwischen Iran und Oman wird ein erheblicher Teil des globalen Ölhandels transportiert. Jede militärische Eskalation in diesem Gebiet kann unmittelbare Auswirkungen auf Energiepreise und internationale Märkte haben.

Zuvor hatte es bereits Verwirrung um militärische Aktivitäten im Golf gegeben. US-Energieminister Chris Wright hatte zunächst gemeldet, die US-Marine habe erfolgreich einen Öltanker durch die Straße von Hormus eskortiert. Das Weiße Haus musste diese Darstellung später korrigieren und dementieren. Die Meldung hatte zuvor dennoch kurzfristig Wirkung gezeigt: Der Ölpreis war nach der Nachricht deutlich gefallen.

Parallel zu den Spannungen im Golf wächst auch die Sorge, dass der Konflikt mit dem Iran länger dauern könnte. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) rechnet nicht mit einem schnellen Ende des Krieges.

„Ich glaube, wir müssen uns insgesamt noch auf eine gewisse Zeit einrichten, dass es weitergeht“, sagte Wadephul am Dienstagabend in den ARD-„Tagesthemen“. Zu dieser Einschätzung sei er nach Gesprächen während seines Besuchs in Israel gekommen, unter anderem mit seinem israelischen Amtskollegen Gideon Sa’ar.

Zusätzlich habe er am Vorabend mit dem US-Außenminister Rubio telefoniert. Dabei habe sich der Eindruck bestätigt, dass sowohl Israel als auch die Vereinigten Staaten weiterhin darauf konzentriert seien, zentrale militärische Fähigkeiten des Iran zu zerstören.

„Ich habe schon den Eindruck, es geht beiden nach wie vor im Wesentlichen darum, wirklich das Arsenal zu zerstören, was der Iran angesammelt hat. Wo er auch eine große Produktionsaktivität entfaltet hat“, sagte Wadephul. Dabei gehe es nicht nur um das iranische Nuklearprogramm, sondern insbesondere um das Programm ballistischer Raketen.

Diese Raketen stellten aus Sicht der westlichen Partner nicht nur eine Bedrohung für Israel oder die Region dar. „Sie hätten auch Europa bedroht“, sagte Wadephul.

Der deutsche Außenminister sieht dennoch Spielräume für diplomatische Einflussnahme. Deutschland könne gemeinsam mit internationalen Partnern darüber sprechen, unter welchen Bedingungen der Krieg weitergeführt werde und welche Konsequenzen sich daraus ergäben.

Dabei gehe es nicht nur um militärische Fragen, sondern auch um mögliche politische und wirtschaftliche Folgen. Wadephul nannte in diesem Zusammenhang unter anderem neue Flüchtlingsbewegungen sowie steigende Energiepreise als mögliche Risiken.

Auch die Situation innerhalb des Iran müsse im Blick behalten werden. Viele Menschen litten bereits unter dem politischen System des Landes und seien nun zusätzlich von den Folgen des Konflikts betroffen.

„Wir müssen auch Wert darauflegen, dass der Iran territorial erhalten bleibt. Dass es dort kein Chaos gibt in diesem Land“, sagte Wadephul. Ein Zusammenbruch staatlicher Strukturen würde nach seiner Einschätzung niemandem nutzen.

Zugleich müsse verhindert werden, dass sich der Konflikt weiter ausbreitet. „Wir müssen schon dafür sorgen, dass es keine Ausweitung dieses Konfliktes gibt“, erklärte der Außenminister. Dieses Ziel teilten offenbar auch viele Staaten der Golfregion, die ein Übergreifen der Kämpfe auf weitere Länder fürchten. +++


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