Tritschler: Enttäuschte Wählerinnen und Wähler für die SPD zurückzugewinnen

H.-J. Tritschler (SPD)

Fulda. Eine derbe Niederlage, die sehr schmerzhaft sei und genauso dringend wie schonungslos aufgearbeitet werden müsse. Ein „Augen zu und durch“ dürfe es nicht geben, dazu stehe zu viel auf dem Spiel. Der knapp verpasste Wiedereinzug von Birgit Kömpel in den Bundestag sei mehr als bedauerlich für sie und ihre Mitarbeiter. Für die Fuldaer SPD und den Wahlkreis ist das ein herber Verlust, fehlt doch ein sozialdemokratischer Ansprechpartner in der Region, so der SPD-Stadtverband in einer Stellungnahme zu den Wahlergebnissen am Sonntag.

Ein kleines Trostpflaster bleibe allerdings. Das sehr gute Landratswahlergebnis von Simon Schüler bedeute einen Hoffnungsschimmer am Horizont. Das besonders in der Stadt mit knapp 30% sehr erfreulich Ergebnis bedeute, dass es sich weiterhin lohnt, für die SPD einzutreten. Simon Schüler hatte inhaltliche Klarheit und persönliche Ausstrahlung und damit ein für ihn sehr respektables Ergebnis erzielt.

Man habe die Bundestagswahlergebnisse in einer Vorstandssitzung analysiert und eingehend diskutiert. Die Hauptursache, so die einhellige Meinung, sei die Beteiligung in der Großen Koalition gewesen. „Sie hat der SPD trotz einiger guter Ergebnisse wie Mindestlohn und die Rente mit 63 letztendlich geschadet und somit zu diesem desaströsen Ergebnis geführt. Die Unterscheidbarkeit zwischen den Unionsparteien und der SPD war nicht mehr wahrnehmbar, was auch ein Faktor für das Erstarken der AfB gewesen sei“, so Co-Vorsitzender H.-J. Tritschler in einer Mitteilung.

Zudem wurde seitens der Vorstandsmitglieder Kritik am Umgang mit der Flüchtlingspolitik geäußert. Damit hatte man offensiver umgehen müssen und nicht darauf hoffen dürfen, dieses Thema spiele nur eine geringe Rolle. Die Ängste und Bedenken der Bürgerinnen und Bürger müssten ernst genommen werden. Durch eine gerechte Politik für alle hier Lebenden müsse vermieden werden, dass es für einige – wenn auch nur vermeintliche – Benachteiligungen gebe. Deshalb werde es eine wichtige Aufgabe sein, die enttäuschten Wählerinnen und Wähler für die SPD zurückzugewinnen. +++ pm


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2 Kommentare

  1. Lieber Herr Tritschler!

    Manch ein SPD Politiker scheint es immer noch nicht begriffen zu haben: Schauen Sie sich die Bestimmungen des SGB XII doch mal genau an. Dann werden Sie verstehen, warum Menschen mit einer Minirente, die zum Sozialamt gehen müssen, noch schlechter dran sind als Hartz IV Empfänger. Und davon sind Einige betroffen!

    Und unter wessen Beteiligung sind diese Gesetze, die große Teile der Bevölkerung verarmen lassen, entstanden? Sie sind made by SPD!

    Das ALG II (SGB II) und die Sozialhilfe (SGB XII) für Minirentner sind menschenunwürdig und ermöglichen kein menschenwürdiges Existenzminimum. Das wird ihnen jeder, der was davon versteht, bescheinigen!

    Genau das ist einer der Gründe, warum ihnen die Wählerinnen und Wähler weggelaufen sind. Weil ihr Euch nicht mehr für die kleinen Leute einsetzt. Sondern nur noch für das Großkapital. Siehe Schröder!

    Fragen Sie mal die Beschäftigten von Coty in Hünfeld, die demnächst auf der Straße stehen und in einem Jahr von Hartz IV leben müssen, ob die Eure Gesetze so toll finden. Sicher nicht!

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