Unter dem Leitwort „Menschlichkeit gibt Halt“ hat der bundesweite Tag der Bahnhofsmission gestanden. In Fulda beteiligte sich die Ökumenische Bahnhofsmission mit einem Tag der offenen Tür an der Aktion. Verantwortet wird die Einrichtung vom Caritasverband für die Regionen Fulda und Geisa sowie der Diakonie Fulda.
Die Bahnhofsmission Fulda zählt zu den wenigen Einrichtungen dieser Art in Deutschland, die – abgesehen von der koordinierenden Caritas-Mitarbeiterin Annika Ettrich – überwiegend durch ehrenamtlich Engagierte getragen werden. Entsprechend groß war der Einsatz der Helferinnen und Helfer am Aktionstag, um dem Andrang der zahlreichen Besucher gerecht zu werden.
Viele Reisende, aber auch Schülerinnen und Schüler sowie regelmäßige Gäste der Bahnhofsmission nutzten das Angebot. Bei Kaffee, Tee und frischen Waffeln kamen sie miteinander ins Gespräch. Eine Duftbar lud als interaktives Element dazu ein, verschiedene Gerüche zu erkennen und zuzuordnen. Auch ein „Glücksrad“ stieß auf große Resonanz, bei dem unter anderem Zahnbürsten, Pflaster oder Regenschirme gewonnen werden konnten.
Zugleich nutzten viele Besucher die Gelegenheit, sich über die praktische Arbeit der Bahnhofsmission zu informieren. Fragen beantworteten sowohl die Ehrenamtlichen als auch Leiterin Annika Ettrich. Ein Ziel des bundesweiten Aktionstags ist es, neue Freiwillige für den Dienst der „Kirche am Bahnhof“ zu gewinnen. Dabei stehe nicht die Evangelisierung im Vordergrund, sondern die Unterstützung von Menschen auf Reisen oder in schwierigen Lebenslagen. Ziel sei es, einen Ankerpunkt zu bieten und Menschlichkeit erfahrbar zu machen.
Der Bedarf an Hilfe wächst. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Bahnhofsmission Fulda 17.103 Besucher. Neben Reisenden stehen die Angebote allen Menschen offen, die Unterstützung benötigen. Dazu gehören neben Ein-, Aus- und Umsteigehilfen auch weitergehende Hilfestellungen. Die Einrichtung ist eng in das örtliche soziale Netzwerk eingebunden.
Die Mitarbeitenden, oft als „Engel in Blau“ bezeichnet, bieten an sechs Tagen in der Woche eine niedrigschwellige Anlaufstelle. Häufig geht es in den Gesprächen um finanzielle Notlagen, persönliche Probleme, die Suche nach kurzfristigen Übernachtungsmöglichkeiten oder Unterstützung im Umgang mit Behörden. „Bei einer Tasse Tee, einem Kaffee oder einem Marmeladenbrot kommt man unkompliziert ins Gespräch“, berichtet der langjährige Ehrenamtliche Peter Axt, der die Leiterin auch zeitweise vertritt.
Viele Gäste kämen regelmäßig wieder, sagt Leiterin Annika Ettrich. Menschlichkeit und Akzeptanz würden in der Bahnhofsmission großgeschrieben. Die Ehrenamtlichen würden von den Besuchern einhellig als freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit wahrgenommen.
Geschäftsführerin Susanne Saradj betonte, dass die ökumenische Bahnhofsmission in besonderer Weise das diesjährige Jahresthema der Caritas widerspiegele: „Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen.“ Die Bahnhofsmission sei ein Ort der Begegnung, an dem sich Menschen unterschiedlicher Generationen austauschen könnten.
Geöffnet ist die Bahnhofsmission montags bis freitags von 8.30 bis 16 Uhr sowie samstags von 8.30 bis 12 Uhr. Um diese Zeiten auch künftig aufrechterhalten zu können, werde weiterhin Unterstützung gesucht, sagte Bereichsleiterin Janina Wübbelsmann. Interessierte erhalten Informationen über die Internetseite der Caritas oder per E-Mail an die Leiterin Annika Ettrich. +++
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