SuedLink: Brand und Landkreis Fulda „auf einer Linie“ gegen TenneT-Pläne

Fulda/Berlin. In Berlin traf diese Woche der heimische Bundestagsabgeordnete Michael Brand den Beauftragten des Landkreises Fulda zum Thema SuedLink, Christof Erb. Erb war zu einem länderübergreifenden Koordinierungstreffen von 18 Landkreisen mit Wahlkreisabgeordneten nach Berlin gereist, die auf Grundlage der “Hamelner Erklärung” ihren Widerstand gegen die von der Betreiberfirma TenneT vorgelegten Planungen zur Stromtrasse SuedLink koordinieren.

Brand bekräftigte in der Unterredung, dass er mit dem Landkreis „voll auf einer Linie“ liege, wenn es darum gehe, die „inakzeptablen Planungsvorschläge von TenneT und deren umstrittenes Vorgehen nicht nur zu kritisieren, sondern auch auf effektive Änderungen zu drängen“. Dazu müssten “eine ganze Reihe Themen sehr ernsthaft geprüft” werden, forderte Brand. Für ihn zählt dazu vor allem das Thema Erdverkabelung, das auf Drängen von Bundestagsabgeordneten in einer Gesetzesnovelle in deutlich größerem Ausmaß als bisher möglich werden soll. “Das ist die richtige Richtung, aber noch nicht ausreichend”, sagte Brand in einer ersten Bewertung des Entwurfes aus dem Bundeswirtschaftsministerium. Neben diesem Thema müsse die Bündelung von Trassen entlang von Schienen und Straßen “ernsthaft angegangen” werden, forderte der Wahlkreisabgeordnete. Auch der “Schutz des Tourismus vor Ort wurde in keiner Weise vernünftig berücksichtigt”, bemängelte Brand. Auch ein alternativer Trassenverlauf des sogenannten Ostkorridors über Thüringen müsse durch die Bundesnetzagentur gründlich geprüft werden.

Brand verwies abschließend auch auf “den langen Katalog von Versäumnissen und Missachtungen planerischer Vorgaben durch TenneT im jetzigen Dialogverfahren, die von den Landkreisen aufgelistet werden”. Die beteiligten Landkreise fordern in einer gutachterlichen Analyse im Ergebnis die Zurückweisung der vorgelegten TenneT-Planungen durch die Bundesnetzagentur. Brand begrüßte ausdrücklich die “frühe und eindeutige Beteiligung” des Landkreises Fulda an den Beratungen zu den geplanten Stromtrassen: „Wir werden die Interessen unserer Bürger und unsere Kommunen zäh und mit guten Argumenten verteidigen“, sagte der Wahlkreisabgeordnete mit Blick auf die Aktivitäten von Kommunen, Bürgerinitiativen und politischen Verantwortlichen in den letzten Monaten. „Die kommenden Monate werden im Verfahren deutlich machen, dass die Bundesnetzagentur an die bisher vorgelegten Planungen zu SuedLink eine Menge Fragezeichen machen muss“, erwartet Brand nach Gesprächen mit Verantwortlichen in der Region sowie der Bundesnetzagentur in Bonn und Verantwortlichen in Berlin. “Was hier vorgelegt wurde, ist in vielfacher Hinsicht nicht durchdacht und nicht akzeptabel. Es kann so nicht genehmigt werden, und ein Neustart mit mehr Sorgfalt und mehr echter Beteiligung von Bürgern und auch von Sachverstand wäre sicherlich die bessere Alternative“, unterstrich Brand. +++ fuldainfo

Print Friendly, PDF & Email
Brand Ambassador Tasting mit Markus Heinze
1. November 2019 von 19:00 bis 23:00
Einmal am Tag!
Und wenn es ganz wichtig ist!

Zeitgemäß und bürgerfreundlich

Die neue APP
Umlaufend ist auf den Ring der Verlauf der Fulda graviert.
Jetzt auch als BonifatiusEdition!
3. fuldaer marketingtag
"Wem vertrauen wir?"
Digitales Marketing zwischen Hype und Authentizität
1. Nov. - 9:00 bis 15:30 Uhr
Propsteihaus Petersberg
Slider

Es gibt einige Regeln, die alle Diskussionsteilnehmer einhalten müssen. Wir bitten um Beachtung.

[Kommentarregeln hier klicken]

13 Kommentare

  1. Ah ja, Herr Klotzsche: Wir brauchen keine Suedlink Trasse und keine Windräder in der Nordsee. Ein paar Gaskraftwerke, gespeist mit Putins Erdgas reichen da in Bayern völlig aus. So so. Na dann lernen sie schon mal Russisch.

    Nun, spinnen wir den Gedanken doch mal zu Ende: Meiner bescheidenen Meinung nach (und viele werden das evtl. inzwischen auch so sehen) war der Beschluss, in Deutschland die AKWs abzuschalten, blanker Unsinn. Oder etwa nicht?

    Der einzige Sinn für die CDU bestand darin, ein ureigenes grünes Thema, nämlich Raus aus der Kernenergie sich zueigen zu machen, um grüne Wählerstimmen zu gewinnen. Die CDU (angesichts der herben Verluste in BW): als Partei der Mitte sozial und grün.

    Durch die Hinhaltetaktik erreicht man, daß immer mehr Menschen sich die Frage stellen: Was kostet uns das und war das wirklich sinnvoll, die AKWs abzuschalten?

    Nun, wir haben in Deutschland weder Tsunamis, noch massive Sturmfluten, noch große Erdbeben zu befürchten. Nur vor der Dummheit schützt uns niemand. Das einzige Problem bei den AKWs in Deutschland (und nein, ich arbeite NICHT für Siemens) war immer die Beseitigung der strahlenden Abfälle bzw. deren Aufarbeitung, die auch keiner wollte. Auch da kann man sagen: Ach China, wie schön ist’s manchmal in einer Diktatur, gell 😉

    Nur jetzt und in den nächsten Jahren auf eine Technik zu setzen, die in höchstem Maße instabil ist und nie und nimmer konstante Energie liefern wird, ist nicht nur blöd, sondern saublöd. Tschuldigung, aber das mußte mal raus.

    Da wird ein Haufen Kohle verplempert für einen Schwachsinn, der nur dazu dient, daß sich Einige auf Kosten vieler die Taschen füllen. Und keiner merkts. Ernsthafte Alternativen zu den AKWs: Fehlanzeige! Einfach unfassbar. Wir alle werden abgezockt mit einer Technik, die vorn und hinten nicht funktioniert und unser, auf konstante, stabile Energieerzeugung ausgelegtes Stromnetz aber so durcheinanderwirbeln wird, daß es wohl dazu kommt, Deutschland auf ewig in den Status eines Dritte Welt Landes zu katapultieren.

    Ich kann jedem, der nur halbwegs bei Verstand ist, raten, sich rechtzeitig einen eigenen kleinen Stromgenerator zuzulegen und sich von dem Schwachsinn, der hier in großem Stil veranstaltet wird, abzukoppeln.

    SO betrachtet ist diese Bürgerinitiative doch sinnvoll. Denn Schwachsinn sollte man blockieren, solange es noch geht. Und solange uns keiner vom Gegenteil überzeugt.

    Und wenn einige meinen, ich hätte meine Meinung geändert (JA!), dem kann ich nur mit Konrad Adenauer entgegnen: “Wat interessiert misch mein dummet Jeschwätz von jestern.”

    Auch weiterhin ein fröhliches “Fölsch voll hinein” wünscht – die kleine Feder.
    Irgendwie sind wir doch alle Narren, oder 😉

    • „Kleine Feder” ist als weiser und kluger Indianer bekannt. Möglicherweise leidet er derzeit an einer schweren Wintergrippe und neigt zu sentimentaler Instabilität.

    • Wegen eines eingesetzten zwinkernden Smilys ist mein letzter Kommentar wohl nicht vollständig übertragen worden. Bitte noch bei meinem gestrigen Kommentar von 19:37 Uhr ergänzen:

      Im letzten Kommentar scheint „Kleine Feder” gar Opfer der Energie- und Atomlobby geworden zu sein. Diese Lobbyisten sind es, die vor einer angeblich bedrohlichen Knappheit der Erzeugungskapazitäten warnen. Das Gegenteil ist der Fall. Es gibt seit Jahrzehnten extrem hohe Überkapazitäten bei deutschen Stromkraftwerken.

      Aufgrund lobbyistischer Horrorszenarien unnötig das enorme Risiko der Atomkraft wieder in Kauf nehmen zu wollen, wäre nicht klug. Ein niedersächsische Indianerstamm beim Atommüll-Lager Asse sendet dem deutschen Steuerzahler seit geraumer Zeit alarmierende Rauchzeichen …

      • Ach ich würde mich ja gerne von der Atomlobby bezahlen lassen, aber die haben noch nicht bei mir angefragt 😉

        Ich will damit nur darauf hinweisen, daß man alles bei der Energiewende nicht nur durch die ideologische Brille betrachten darf, sondern (was oftmals wg. fehlenden Informationen schwierig ist) objektiv betrachten muss.

        Und genau deshalb sehe ich eine Diskussion über die AKWs bei uns voraus.

        Im Land der Dichter und Denker hat man die Diskussion darüber allerdings offenbar dem Kapital überlassen und die steuern ganz gezielt die öffentliche Meinung.

        In welche Richtung wird sich zeigen.

        Wir alle sollten wachsam sein und nicht alles glauben, was man uns erzählt, auch wenn es sich dabei manchmal um sehr gescheite Leute handelt. Denn auch die wollen bezahlt werden. Fragt sich nur, von wem.

        Es grüßt wie immer arm, aber unabhängig – die keine Feder.

  2. Die die CDU hat vor einigen Wochen einen Resolutionsantrag in den Kreistag eingebracht, der sich gegen Suedlink wendet. Die gleiche CDU hat letzte Woche im Landtag einen Antrag (zusammen mit den Grünen) im Hessischen Landtag beschlossen, der Suedlink als dringend notwendig für die Energiewende beschreibt und deshalb unterstützt und ausdrücklich die Informationspolitik von Tennet lobt.Dr. Walter Arnold (CDU) ist sowohl im Kreistag, als auch im Landtag stv. Fraktionsvorsitzender der Union. Die Bürger im Landkreis werden hinters Licht geführt.

    Suedlink ist fachlich nicht notwendig, wenn die Stromversorgung in Bayern – wie von Seehofer vorschlagen – von Gaskraftwerken übernommen wird (die bereits bestehen, aber aufgrund der Ökostromeinspeisung nicht laufen).

    Das AKW Grafenrheinfeld wird in diesem Jahr vom Netz gehen, Suedlink wird frühestens 2023 fertig.

    Fakt ist vielmehr, ohne die Trasse fehlt den Investoren im Norden das Agrument weitere Windkraftanlagen zu bauen, weil schon heute der Strom nicht abgeleitet werden kann, wenn die Windräder voll laufen. Trotzdem werden Kraftwerke dadurch nicht ersetzt werden können, solange Speicher fehlen.

    Es geht schlicht darum mit Suedlink weitere milliardenschwere Subventionen für Windkraft im Norden begründen zu können, da ohne Stromanschlüsse die Banken den Geldhahn zu drehen.

    • Spätestens dann, wenn alle AKWs vom Netz sind und bei uns alle paar Tage das Licht flackert oder der Strom für Stunden wieder mal nicht da ist, wird auch der letzte Idiot begreifen, daß diese sog. Energiewende totaler Schwachsinn ist.

  3. Ein wichtiges Detail haben die Politiker, die sich jetzt gegen Suedlink, also die Tennet Höchststromtrasse vom Norden in den Süden der Republik stemmen, vergessen:

    https://www.fuldainfo.de/fdi/erster-kommunaler-nordsee-windpark-steht/

    Die Beteiligung des kommunalen Energieversorgers Rhönenergie, und damit des Landkreises und der Stadt Fulda am Trianel Windpark Borkum.

    Falls ich mich nicht irre (hihihi), wird dieser Strompark erst dann erfolgreich Strom produzieren (und verkaufen) können, wenn die Suedlink Trasse durch Tennet gebaut ist.

    Zur Erklärung für den einfach gestrickten Bürgerini-Leser:
    Das ist so, wie wenn Du Dir ein Auto kaufst, dich dann aber gegen den Bau einer Ausfahrt von deinem Grundstück auf die Straße stemmst.

    Wie man sowas nennt, überlasse ich der Fantasie der Leser.

    Jedesmal, wenn nun Herr Bury auf einer Versammlung mit Herrn Brand zusammentrifft, sollte er einen kleinen Elektroschocker für Herrn Brand bereithalten, um ihm damit wärmstens für sein Engagement bei Suedlink zu danken.

    Übrigens: Ich kann mich erinnern, daß sich auch ein gewisser Herr Wingenfeld in einem Interview der Fuldaer Zeitung erst kürzlich dafür stark gemacht hat, die Suedlink Leitung durch Fulda zu verhindern.

    Oder hab ich da was falsch verstanden?

    Lieber Herr Wingenfeld: Die Suedlink Trasse verläuft meines Wissens NICHT durch Ihr Wahlk(r)ampfgebiet. Und Sie wollen doch nicht auch noch Ihrem eigenen Stromversorger in den Rücken fallen, oder?

    Soviel zur Intelligenz userer sehr geschätzten Kommunal- und Bundestagspolitiker.

    Ach ja – Herrn Erb hätte ich dabei fast vergessen.

  4. Manche Planer in den Bundesministerien wünschen sich sicher manchmal, sie wären in China. Es ist sicher leichter, einen Sack Flöhe zu hüten, als in Deutschland eine neue Stromtrasse zu bauen.

    Daß sich Bundestagsabgeordnete wie Brand dafür hergeben, irrationale Befürchtungen Rhöner Anwohner, die sich sogar in einer Bürgerinitative organisieren, zu unterstützen, ist für einen gebildeten Menschen, wie Brand ein Armutszeugnis.

    Immer wenn in Deutschland etwas Neues wie jetzt diese Trasse gebaut wird, kommen Menschen mit abenteuerlichsten Befürchtungen daher, um das Ganze dann unbedingt zu verhindern, was dann auch noch von gewissenlosen Poltikern unterstützt wird. Und das nur zum Eigennutz.

    Mir fehlen dafür echt die Worte.

    Da sieht man, wohin der Bildungsnotstand in Deutschland führt. Aber zu sagen traut sich das niemand.

    Hätten sich solche Leute wie bei den Bürgerinis in der Rhön bei der Erfindung des Autos oder der Eisenbahn durchgesetzt, würden wir heute noch mit Pferdekutschen oder zu Fuss durchs Land ziehen.

    Fortschritt sollte man nicht aufhalten, sondern ihn mutig angehen. Sonst geht bei uns irgendwann tatsächlich das Licht aus. Und wer will das schon.

    Das Einzige, was uns fehlt, sind Politiker mit Rückgrat!

Demokratie braucht Teilhabe!