Streit um Kiesgrube in Malkes

Fulda. Der Plan der Firma Heinrich Küllmer eine Kalkkiesgrube in der Gemarkung „Am Romersberg“ im Fuldaer Stadtteil Malkes zu bauen, droht sich zu einem heftigen Konflikt zu entwickeln. Ein betroffener Anwohner ist der Vorstandsvorsitzende der „R+S“-Group, Markus Röhner, und dieser hat jetzt einen Anwalt eingeschaltet. Der Malkeser Ortsvorsteher Rudolf Schultheis hat für den 20. Juni, um 19:00 Uhr, zu einer Bürgerversammlung in das Feuerwehrhaus Malkes eingeladen. Hier soll allen Beteilgenten und den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zur sachlichen und informativen Äußerung gegeben werden. Im Anschluss an die Veranstaltung soll dann eine Abfrage der Meinung per Stimmzettel erfolgen. Veit Küllmer hatte den Malkeser Ortsbeirat bereits Anfang 2014 über das geplante Projekt am Ortsrand von Malkes informiert.

Im Bauantrag zum Projekt heißt es unter anderem: „Der Abbau des Kalkkieses erfolgt im Tagebau durch einen Kettenbagger, der gewonnene Kies werde zum Teil direkt geladen, abgefahren und verwertet. In jedem der vier Bauabschnitte, sollen etwa 30.000 Kubikmeter Kalkkies abgebaut werden. In Spitzenzeiten sollen maximal 30 Fuhren täglich abtransportiert werden. Die Anfahrt als auch der Abtransport, erfolgten über die Ortsumfahrung und auf vorhandenen Feldwegen, die durch die Firma ‚Küllmer‘ noch ausreichend befestigt würden. Laut der Stadt, sieht der aktuelle Flächennutzungsplan (FNP), der 2009 aufgestellt und 2014 rechtskräftig geworden ist, an der fraglichen Stelle eine mögliche Abbaufläche vor. Markus Rhöner sieht die Lebensqualität des gesamten Ortes gefährdet.

Auch geht aus einem anwaltlichen Schreiben an das Bauaufsichtsamt der Stadt Fulda hervor, dass dem beantragten Vorhaben, zum Betrieb einer Kalkkiesgrube, gewichtige rechtliche Aspekte entgegen stehen. Man geht davon aus, dass das Vorhaben sowohl in raumordnungsrechtlicher, bauplanungsrechtlicher sowie immissionsschutz- und naturschutzrechtlicher Hinsicht, rechtswidrig und von daher nicht genehmigungsfähig sein könnte. Nach erfolgter vertiefender Prüfung der Rechts und Sachlage, werde man kurzfristig zu dem Vorhaben und dem Bauantrag Stellung nehmen. Man geht davon aus, dass es keine (positive) Bescheidung des Bauantrages bis zur Stellungnahme geben werde. +++


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5 Kommentare

  1. Wutbürgerliches Verhalten stellt das Eigeninteresse nicht über das Gemeinwohl. Die Würfel sind bei diesem Bauvorhaben seit langem Gefallen. Gott sei Dank sind rechtstaatliche Methoden auch unabhängig vom finanziellen Spielraum einiger Individuen in Deutschland tief verwurzelt

  2. Küllmer ist einer der bedeutensten Straßenbauunternehmer im Raum Fulda. Egal wo in Stadt oder Landkreis Straßen oder Plätze erneuert werden – Küllmer ist dabei. Die Stadt Fulda braucht Küllmer und umgekehrt er die Aufträge der Stadt Fulda. Darüber hinaus sitzt er für die CDU im Kreistag, ist also Kreistagsabgeordneter. Damit ist er bestens vernetzt und hat viele gute Freunde. ;-)

    Deshalb kann ich mir nur schwer vorstellen, daß sich der kleine Ortsbeirat von Malkes (wo liegt das eigentlich?) gegen das Vorhaben von Küllmer stellen kann.

    Dumm nur, daß sein Gegner nicht irgendwer ist sondern mit dem Inhaber von R&S, Markus Röhner ein ebenbürtiges Schwergewicht, aber eben aus einer ganz anderen Branche. Der wird sich das Vorhaben von Küllmer nicht gefallen lassen.

    Entscheiden werden das wie immer die Gerichte.

    Und dort lautet immer noch der Grundsatz: es gibt viel zu tun – lassen wir´s liegen! Mal sehen, wer den längeren Atem hat. ;-)

    Im Übrigen: Kalkkies ist ja nicht gerade selten im Fuldaer Raum. Vielleicht gibts ja eine Alternative zum geplanten Standort Malkes.

  3. Anfrage aus 2012 vom SPD-OV an die Stadt Fulda
    „Grundstück in Malkes
    Das Anwesen des Herrn Markus Röhner im Fuldaer Stadtteil Malkes soll wohl erweitert werden. Dazu soll Herr Röhner Flächen aus der Gemarkung Oberbimbach erworben haben.
    1.Entspricht es den Tatsachen, dass Herr Röhner sein Anwesen erweitert und plant, einen Tennisplatz und einen Golfplatz anzulegen?
    2.Entspricht es den Tatsachen, dass es für die Erweiterungsfläche oder Teilen davon einen gültigen Pachtvertrag gibt?
    3.Befindet sich die komplette Erweiterungsfläche oder Teile davon auf dem Gebiet der Gemeinde Großenlüder?
    4.Gibt es für das geplante Bauvorhaben eine Genehmigungen, wenn ja, durch wen wurde diese wann erteil? Oder gibt es eine mündliche Baugenehmigung, obwohl diese nur schriftlich erteilt werden können und somit rechtlich nicht wirksam wäre?
    5.Entspricht das geplante Bauvorhaben dem gültigen Bebauungsplan des Stadtteils Malkes?
    6.Wurde der Ortsbeirat Malkes zu diesem Bauvorhaben gehört, wenn ja, wie hat er sich geäußert, wenn nein, warum nicht?
    7.Gibt es zurzeit einen Baustopp auf dem Gelände des Anwesens von Herrn Röhner?“

  4. Seitdem man nicht mehr mit SAT-Schüsseln im Kofferraum unterwegs ist, gehört man halt der Elite an… Da darf man dann auch anderes Denken wie ein Gummiarbeiter.

  5. Markus Röhner sieht vor Allem seine eigene Lebensqualität gefährdet. Bei seinen eigenen Bauvorhaben interessiert ihn die Lebensqualität der Anwohner recht wenig. Beim Kauf seines Grundstückes für seine Villa hätte er sich also über den Flächennutzungsplan informieren können und wissen müssen, dass er sein Refugium neben einer möglichen Abbaufläche errichten will. – Eigentor, Herr Rhöner!

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