Stadt Schlüchtern will Langer-Areal kaufen

Möller: „Wir werden es nicht Dritten überlassen“

Die Stadt Schlüchtern möchte das Langer-Areal in der Innenstadt selbst kaufen und bittet nun die Stadtverordnetenversammlung am Montag, 23. April, um Erteilung des entsprechenden Mandats. Das Umweltministerium, dass das Förderprogramm „Aktive Kerne“ betreut, habe der Stadt nahegelegt, selbst mit den Eigentümern in Verhandlungen zu treten, erklärt Schlüchterns Bürgermeister Matthias Möller (parteilos).

Nach Erteilung des Mandats sollen unverzüglich Verhandlungen mit den Eigentümern aufgenommen werden. Der Preis des Areals wird mithilfe eines unabhängigen Wertgutachtens ermittelt. Dies teilt Bürgermeister Möller in einer Pressenotiz mit. Die Entwicklung einer solch bedeutenden Fläche müsse aktiv seitens der Stadt gesteuert werden, heißt es aus dem Rathaus. „Es ist unsere Pflicht, dieses Areal selbst zu entwickeln und als Frequenzbringer in der Innenstadt zu halten“, sagt der Bürgermeister: „Wir wollen und müssen das Heft des Handelns selbst in der Hand halten.“

Möller: „Wir werden es nicht Dritten überlassen“

Möller setzt auf eine breite Zustimmung des Parlaments: „Das ist ein historischer Schritt. Ich hoffe sehr, dass ihn alle mitgehen. Wir werden es nicht Dritten überlassen, das Herz von Schlüchtern zu entwickeln.“ Schließlich sei die Gefahr groß, dass Fläche und Kaufhaus in die Hände von Investoren gelange, die das Areal zu Spekulationszwecken nutzen könnten. Möller: „Es ist sehr viel Geld auf dem Kapitalmarkt unterwegs. Da ist die Gefahr groß.“ Die Besitzer des Langer-Areals hatten ursprünglich mit potenziellen Investoren verhandelt und sich dann für ein Konzept eines Entwicklers entschieden.  Möller: „Dieser Entwurf wurde direkt mit der Bauaufsicht des Main-Kinzig-Kreises und dem Fördermit- telgeber in Wiesbaden besprochen. Das Ministerium hat uns ebenso kurzfristig wie eindringlich klar- gemacht, dass die weitere Zuteilung von Geldern sowie die weitere Teilnahme am Förderprogramm nur dann gewährleistet werden können, wenn sich eine künftige Bebauung städtebaulich in die Um- gebung einfügt.“ Langer sei laut Ministerium schließlich wichtiger Bestandteil im Programm „Aktive Kerne“: Dem Hand- lungsleitfaden (Integriertes Handlungskonzept) zufolge, der zum Teilnahmestart des Förderpro- gramms vor vier Jahren verfasst worden ist, passen die bisherigen Langer-Gebäude nicht in das städ- tebauliche Bild. Daher besteht unmittelbarer Handlungsbedarf. Das Konzept sieht eine Neuordnung des Areals als dringend erforderlich an. Es wird darin auch ein möglicher Abriss skizziert, sofern dieser nur eine „mittelfristige Situation darstellt und in einem konzeptionellen Ergebnis mündet“. Und da das Konzept des möglichen Investors nicht im Einklang war mit den Anforderungen des För- derprogramms „Aktive Kerne“, sah sich der Rathauschef gezwungen zu handeln. Deshalb plant die Stadt nun, die Neuordnung des Langer-Areals selbst vorzunehmen, sobald sie von den Stadtverord- neten dafür das Mandat bekommen hat.

Finanzierung: Hausaufgaben sind gemacht

Kann denn die Stadt den Erwerb des Areals finanziell stemmen? „Die Förderungen für unser Konzept sind gesichert. Wir sind Herr des Verfahrens und haben unsere Hausaufgaben gemacht“, sagt Schlüchterns Kämmerin Lydia Kohlhepp: „Uns kommt natürlich zugute, dass wir dreimal hintereinan- der einen ausgeglichenen Haushalt aufweisen konnten.“ Zum Zeitplan: „Wenn die Stadtverordnetenversammlung uns am Montag das Okay gibt, lassen wir sofort ein Wertgutachten erstellen und werden unmittelbar in die Kaufverhandlungen eintreten“, betont Bürgermeister Möller. Nach Vorstellung der Stadt könnte das Langer-Areal in zwei verschiedene Bereiche aufgeteilt werden. Zum einen könnte es einen Bereich für Begegnung & Bildung geben, zum anderen einen Bereich für Handel.

Infoveranstaltung noch vor den Sommerferien

Vor den Sommerferien soll das Vorhaben der breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Außerdem steht der Bürgermeister am Freitag, 20. April, ab 15 Uhr für circa 20 Minuten über einen Facebook- Livestream allen Bürgerinnen und Bürgern, aber auch interessierten Medienvertretern, für Fragen zur Verfügung. +++ pm