Die Stadt Kassel hat beschlossen, gegen den Feststellungsbescheid des Hessischen Statistischen Landesamtes (HSL) Klage zu erheben. Dieser Bescheid legt die Einwohnerzahl der Stadt auf 195.177 fest, was erheblich von der vorherigen Zahl von 202.689 abweicht. Dies teilte die Stadtverordnetenversammlung in einer Sondersitzung mit.
Die Ermittlung der Bevölkerungszahl im Rahmen des Zensus 2022 erfolgte größtenteils registergestützt und wurde durch Haushaltsbefragungen ergänzt. Die Stadt Kassel hatte bereits Ende des vergangenen Jahres Widerspruch gegen den Bescheid eingelegt, der nun zurückgewiesen wurde. Die Stadt sieht die Ermittlung der Zensus-Daten als nicht realitätsgerecht an und stützt sich dabei auf verschiedene Datenquellen.
Stadtkämmerer Matthias Nölke betonte, dass ein Rückgang der amtlichen Einwohnerzahl erhebliche finanzielle Auswirkungen für Kassel hätte. Die Finanzzuweisungen des Landes richten sich nach der festgestellten Einwohnerzahl. Eine Modellrechnung des Hessischen Städtetages hat bereits verminderte Erträge in Höhe von jährlich rund zwölf Millionen Euro für die Stadt ermittelt. Die Stadt Kassel wird nun den Klageweg beschreiten, um die festgestellte Einwohnerzahl anzufechten. +++

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