Stadt hofft auf mehr Sicherheit durch „Trixi-Spiegel“

Pilotprojekt in der Leipziger Straße soll Abbiegeunfälle vermeiden helfen

Sie sind rund, kaum 40 Zentimeter groß, haben ein konvexe Oberfläche – und sie können Leben retten: Die Rede ist von sogenannten Trixi-Spiegeln, die seit einigen Jahren in verschiedenen Städten Deutschlands an Kreuzungen und Einmündungen installiert werden, um Lkw- und Busfahrern ein besseren Überblick zu ermöglichen und damit womöglich tödliche Kollisionen mit dem Radverkehr beim Rechtsabbiegen zu vermeiden. Jetzt ist ein solcher Spiegel als Pilotprojekt auch in Fulda aufgehängt wurden. Weitere sollen folgen.

Leiter des Amts für Straßenverkehr und Parken, Thomas Flügel und Bürgermeister und Verkehrsdezernent Dag Wehner. Fotos: Stadt

Bürgermeister und Verkehrsdezernent Dag Wehner sowie der Leiter des Amts für Straßenverkehr und Parken, Thomas Flügel, nahmen den Spiegel an der Einmündung der Daimler-Benz-Straße in die Leipziger Straße symbolisch in Betrieb. Die Verwaltung setzte damit einen Haushaltsantrag der CDU-Stadtverordnetenfraktion um, die mit Verweis auf die Erfahrungen in anderen Städten ein Pilotprojekt beantragt hatte.

Der erste Standort wurde von den beteiligten Ämtern und der Polizei nicht zufällig ausgewählt: Schließlich herrscht an der Einmündung reger Verkehr, insbesondere von Lkws, die nach rechts in Richtung Industriegebiet Lehnerz beziehungsweise Eisweiher abbiegen. Gleichzeitig sind an dieser Stelle auch viele Radfahrerinnen und Radfahrer unterwegs, die aus Richtung Lehnerz kommend zur Hochschule oder in die Innenstadt unterwegs sind.

Bürgermeister Wehner gab bei der Inbetriebnahme seiner Hoffnung Ausdruck, dass der Spiegel die Sicherheit für den Radverkehr an der sensiblen Stelle erhöhen werde: „Zwar sind in den vergangenen Jahren bei vielen Bus- und Lkw-Herstellern erhebliche Anstrengungen zu verzeichnen, durch technische Lösungen den Fahrer so weit wie möglich zu unterstützen, jedoch ist der Trixi-Spiegel – fast genau in Höhe des Ampellichts angebracht – eine zusätzliche und zudem kostengünstige Möglichkeit, um Gefahren zu verringern und vielleicht im letzten Moment noch einen herannahenden Fahrradfahrer wahrnehmen zu können.“ Die Stadt Fulda werde jedenfalls – auch in Abstimmung mit hessen mobil – weitere Standorte prüfen, auch wenn die Ergebnisse aus anderen Städten wie zum Beispiel in Freiburg, München oder Aachen nicht immer einen eindeutig positiven Effekt belegen konnten, so Wehner. +++ pm

Hintergrund: Trixi-Spiegel sind eine spezielle Form von Verkehrsspiegeln. Ein kleiner Konvexspiegel wird direkt am Ampelmast angebracht. Durch seine Wölbung erfasst er einen vergrößerten Blickwinkel der Straße. Dadurch wird der tote Winkel deutlich reduziert. Beim Rechtsabbiegen erkennen Lkw-Fahrer nahende Fußgängerinnen und Fußgänger beziehungsweise vor allem Radfahrerinnen und Radfahrer besser. Der Hintergrund des Namens „Trixi-Spiegel“ ist übrigens ein tragischer: Der Erfinder des Trixi-Spiegels, Ulrich Willburger, benannte diese einfach zu installierende Vorrichtung nach seiner Tochter Beatrix, die Mitte der 1990er Jahre bei einem Abbiegeunfall von einem Betonmischer überrollt und schwer verletzt worden war.

Coronadaten

Der durch das RKI ausgewiesene Hospitalisierungsinzidenz-Tageswert für Hessen liegt aktuell bei 5,32 pro 100.000 Einwohner (24.06.2022). Eine Woche zuvor betrug der Wert 2,72 pro 100.000.
Letzte Aktualisierung: 26.06.2022, 06:22 Uhr
 Inzidenz7-Tage-Fallzahl
Fulda
813,8 ↑1815
Vogelsberg994,3→1049
Hersfeld
621,8 →748
Main-Kinzig662,8 ↑2795

Wir haben uns dazu entschlossen, die Kommentarfunktion zu deaktivieren. Das Verhältnis zwischen Nutzen und Aufwand hatte sich in letzter Zeit extrem verschlechtert. Wir danken allen, die hier kommentiert haben. Sie können uns jederzeit Leserbriefe zukommen lassen.
Diskutieren kann man auf Twitter oder Facebook

.