Sprachförderung im Pflegealltag: Caritas Pflegeschule startet neue Weiterbildung

Waltraud Röhl-Pfingsten, Antonia Baier (beide qualifizierte Fachdozentinnen für Sprachförderung, Dajana Herbst (Leiterin der Caritas Pflegeschule). Dr. Markus Juch (Diözesan-Caritasdirektor). Foto: privat

Wenn internationale Fachkräfte in deutschen Pflegeeinrichtungen arbeiten, entscheidet oft die Sprache darüber, wie gut Integration, Zusammenarbeit und fachliche Sicherheit gelingen. Genau hier setzt ein Weiterbildungsangebot der Caritas Pflegeschule in Fulda an: Am 16. März startet erneut der berufsbegleitende Kurs zur „Sprachförderkraft für berufsintegriertes Sprachlernen“.

Die Pflegeschule unter der Leitung von Dajana Herbst knüpft damit an eine erfolgreiche Premiere aus dem vergangenen Jahr an. Das Angebot richtet sich an Praxisanleitende, Lehrkräfte sowie Mitarbeitende verschiedenster Berufsgruppen, die internationale Fachkräfte und Auszubildende mit Sprachförderbedarf im Arbeitsalltag gezielt begleiten möchten.

Entwickelt wurde die Weiterbildung von der Caritas Pflegeschule in Kooperation mit der Fachstelle für berufsintegriertes Sprachlernen (FaberiS) in Osthessen. Das Konzept hat sich zuvor bereits im Rhein-Main-Gebiet bewährt. Geleitet wird der Kurs von Waltraud Röhl-Pfingsten und Antonia Baier, beide ausgewiesene Fachdozentinnen für Sprachförderung.

Vor dem neuen Kursstart trafen sich die Dozentinnen mit Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch, um letzte Details zu besprechen. Für ihn ist das Projekt mehr als ein weiteres Bildungsangebot. „Ich freue mich sehr, dass unsere Pflegeschule mit diesem Kurs einen weiteren wichtigen Beitrag für Pflegende etabliert hat. Zu verstehen und verstanden zu werden sind doch die wichtigsten Komponenten in unserem menschlichen Miteinander, sowohl privat als aber auch beruflich“, sagt Juch.

Auch Schulleiterin Dajana Herbst blickt zufrieden auf die erste Weiterbildungsrunde zurück. „Die Rückmeldungen nach der ersten Weiterbildungsrunde waren durchweg positiv. Wir freuen uns nun auf die nächste Runde und haben bereits zahlreiche Anmeldungen. Es ist toll, welchen Zuspruch und Vertrauen wir erfahren“, erklärt sie.

Dass das Thema über Fulda hinaus auf Interesse stößt, zeigt ein Blick auf die neuen Teilnehmenden: Unter anderem kommen Anmeldungen von der Pflegeschule TalentOrange in Frankfurt. Die dortige stellvertretende Schulleiterin Sonja Zorbanou-Schröter betont in einer Mail: „Die sprachliche Bildung unserer Auszubildenden ist uns als Schule ein großes Anliegen, das wir gemeinsam weiter stärken und ausbauen möchten.“

Der Bedarf an sprachlicher Unterstützung wächst. In der Pflege, aber auch in vielen anderen Branchen, arbeiten immer mehr internationale Fachkräfte und Auszubildende, deren Deutschkenntnisse sich noch im Aufbau befinden. „Allgemeine Sprachkurse vermitteln wichtige Grundlagen, doch die berufsbezogene Fachsprache wird vor allem im Arbeitsalltag erlernt“, erklärt Antonia Baier, Berufspädagogin an der Caritas Pflegeschule. „Umso wichtiger ist es, diese Menschen im Arbeits- und Ausbildungskontext sprachsensibel zu begleiten. Eine gezielte Sprachförderung stärkt nicht nur die fachliche Handlungssicherheit, sondern auch Integration, Zusammenarbeit und Zugehörigkeit.“

Die Weiterbildung selbst ist modular aufgebaut. Vier Module sowie begleitende Reflexionstreffen vermitteln unter anderem, wie Unterricht und Ausbildung sprachförderlich gestaltet werden können oder wie sich mündliche Kommunikation gezielt stärken lässt. Zudem lernen die Teilnehmenden praxisnahe Methoden kennen, mit denen Sprachförderung dauerhaft in Arbeits- und Ausbildungsprozesse integriert werden kann.

Nach Abschluss des Kurses sollen die Teilnehmenden in der Lage sein, internationale Fachkräfte und Auszubildende mit Sprachförderbedarf wirksam zu unterstützen und ihre sprachliche Entwicklung gezielt zu fördern. Das Angebot richtet sich dabei nicht nur an Praxisanleitende in der Pflege, sondern auch an Ausbildungsbegleitende verschiedener Berufsgruppen, an Personen, die Arbeits- und Ausbildungsprozesse begleiten, sowie an Lehrkräfte unterschiedlicher Fachrichtungen.

Auch Einrichtungen und Unternehmen profitieren davon. Denn wenn Mitarbeitende sprachlich sicherer werden, verbessert sich nicht nur die Kommunikation im Team, sondern auch der Ablauf im Arbeitsalltag – von der Dokumentation bis zur Patientenversorgung.

Für Praxisanleitende in der Pflege wird die Weiterbildung zudem im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen 24 Stunden Pflichtfortbildung nach §4 PflAPrV anerkannt. Pflegepädagoginnen und Pflegepädagogen an hessischen Pflegeschulen erhalten nach erfolgreichem Abschluss außerdem die Anerkennung als Sprachförderkraft gemäß § 4 Abs. 4 PflSchulFinazG. Interessierte können sich bei der Caritas Pflegeschule anmelden – per Mail an Antonia.Baier@caritas-fulda.de oder telefonisch unter 0661 6205-200. +++


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