Der SPD-Politiker Thomas Oppermann ist tot. Er starb am Sonntagabend überraschend im Alter von 66 Jahren, berichten RTL und n-tv am Montagmorgen unter Berufung auf eigene Informationen. Demnach soll der Bundestagsvizepräsident am Abend nach TV-Arbeiten mit dem ZDF zusammengebrochen sein. Die Todesursache war zunächst nicht bekannt. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) bestätigte die Information. "Die Nachricht vom plötzlichen Tode meines Kollegen und Genossen Thomas Oppermann erfüllt mich mit tiefer Trauer", schrieb Heil auf Twitter. Oppermann habe sich mit Leidenschaft und Verstand um das Land und die Sozialdemokratie verdient gemacht. "Meine Gedanken sind bei seiner Familie", so Heil. Oppermann war von 1998 bis 2003 niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur. Später war er viele Jahre Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion. Von 2013 bis 2017 war er SPD-Fraktionschef. Nach der letzten Bundestagswahl war er zum Vizepräsidenten des Parlaments gewählt worden.
Merkel würdigt Oppermann als verlässlichen und fairen Partner
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich bestürzt über den überraschenden Tod von Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann (SPD) geäußert. "Ich bin bestürzt und traurig über den viel zu frühen Tod Thomas Oppermanns", ließ sich Merkel am Montagmorgen von ihrem Sprecher Steffen Seibert zitieren. Sie habe den SPD-Politiker über viele Jahre als "verlässlichen und fairen sozialdemokratischen Partner in Großen Koalitionen geschätzt", fügte sie hinzu. "Als Vizepräsident des Deutschen Bundestags hat er sich in turbulenter Zeit um unser Parlament verdient gemacht." Oppermanns Frau und seinen Kindern gelte ihr Beileid, so Merkel.
Trauer und Bestürzung
Der überraschende Tod von Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann (SPD) hat parteiübergreifend für Trauer und Bestürzung gesorgt. "Der Tod von Thomas Oppermann ist ein Schock für uns alle", schrieb SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz am Montagmorgen bei Twitter. Deutschland habe einen "versierten Politiker", der Bundestag einen "herausragenden Vizepräsidenten" und die SPD einen "leidenschaftlichen und kämpferischen Genossen" verloren, fügte der Vizekanzler hinzu. Auch SPD-Chef Norbert Walter-Borjans sprach von einem "schweren Schock". Seine Co-Vorsitzende Saskia Esken schrieb bei Twitter, dass sie sehr traurig sei. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil machte unterdessen deutlich, dass er Oppermann sehr geschätzt habe. "Seine Leidenschaft für Politik war für jeden spürbar. Sein viel zu früher Tod schockt mich", so Klingbeil. Auch von den anderen Parteien kam bei Twitter Anteilnahme. Grünen-Chefin Annalena Baerbock schrieb, dass Oppermanns "humorvolle, unprätentiöse, einfach feine Art" fehlen werde. Linken-Chef Bernd Riexinger wünschte Oppermanns Genossen in der SPD und besonders seiner Familie viel Kraft. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) äußerte sich fassungslos. Der verstorbene Sozialdemokrat sei "ein großartiger Demokrat und ein wirklich feiner Kerl" gewesen, so der CDU-Politiker. CSU-Chef Markus Söder würdigte Oppermann als "großen und engagierten Demokraten". Auch FDP-Bundesvorstandsmitglied Johannes Vogel äußerte sein Beileid. AfD-Vize Beatrix von Storch schrieb unterdessen, dass der SPD-Politiker "eine große Lücke hinterlassen" werde. "Thomas Oppermann war ein aufrechter Sozialdemokrat, engagiert für seine Sache und in Ton und Umgang fair", fügte sie hinzu.
Hessens Ministerpräsident Bouffier zum Tod von Oppermann
Mit großer Trauer reagierte der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier am Montag auf den Tod von Thomas Oppermann. „Thomas Oppermann wurde mitten aus dem Leben gerissen. Er hat sich bis zuletzt mit Leidenschaft und enormem Sachverstand für die Politik in diesem Land eingesetzt. Mit seinem Tod verliert nicht nur die SPD einen überaus engagierten Sozialdemokraten, sondern auch der Deutsche Bundestag einen exzellenten Vizepräsidenten. Unsere aufrichtige Anteilnahme gilt seiner Familie“. „Wir wünschen den trauernden Angehörigen und Wegbegleitern Kraft, Zusammenhalt und Stärke“, sagte Bouffier.
Faeser: Tiefe Betroffenheit über den Tod von Thomas Oppermann
Die Vorsitzende der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag und der SPD Hessen, Nancy Faeser, hat sich tief betroffen über den Tod von Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann gezeigt.
Faeser sagte am Montagmorgen: „Der plötzliche Tod von Thomas Oppermann schockiert und macht mich traurig. Thomas war ein leidenschaftlicher und kluger Kämpfer für die Sache der Sozialdemokratie und ein feiner Mensch. Er war erfolgreich als Wissenschaftsminister in Niedersachsen, hat als Parlamentarischer Geschäftsführer die Arbeit der SPD-Bundestagsfraktion nachhaltig gestaltet und als Fraktionsvorsitzender der SPD im Bundestag einen großen Anteil zum Gelingen der Großen Koalition beigetragen. Als Vizepräsident des deutschen Bundestages repräsentierte er die parlamentarische Demokratie in Deutschland in vorbildhafter Weise. In allen seinen politischen Ämtern war er immer ein großer Bewahrer und Beschützer des demokratischen Rechtsstaates. Seine politische Arbeit hat das Leben vieler Menschen zum Besseren verändert. Seine große Erfahrung gab ihm Souveränität auch in schwierigen Zeiten. Sein Tod hinterlässt eine schmerzliche Lücke. Meine Gedanken sind bei Thomas‘ Familie und all jenen, die ihm nahestanden.“
Schäuble würdigt Oppermann als "Vollblut-Parlamentarier"
Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat den verstorbenen SPD-Politiker Thomas Oppermann als "Vollblut-Parlamentarier" gewürdigt. "Die Nachricht über den Tod von Vizepräsident Thomas Oppermann bewegt mich sehr", sagte Schäuble am Montag. Oppermann habe sich als langjähriger Parlamentarischer Geschäftsführer und Vorsitzender seiner Fraktion genauso auf den "leidenschaftlich geführten Schlagabtausch" verstanden, wie er in seinem Amt als Vizepräsident auf die "Wahrung der Würde des Hauses" bedacht gewesen sei, so Schäuble. Der CDU-Politiker sprach von einer engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit über "Fraktionsgrenzen hinweg". Mit Oppermann verliere man "einen besonnenen Kollegen von hohem juristischen Sachverstand und großer politischer Erfahrung", so Schäuble. "Er wird uns gerade in dieser nicht zuletzt durch die Pandemie ungemein herausfordernden Legislaturperiode sehr fehlen." Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeigte sich er schüttert über Oppermanns plötzlichen Tod: "Wir haben einen großartigen Menschen und einen überzeugten Demokraten, einen Parlamentarier aus Leidenschaft verloren", so Steinmeier am Montag. Oppermann habe viel in der Bundesrepublik bewegt und sich "in herausragender Weise verdient gemacht", so das Staatsoberhaupt weiter. +++









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