SPD für Zwangs-Screenings auf Krankenhauskeime

Berlin. Mit verschärften Meldepflichten und einem Zwangs-Screening aller Patienten will die SPD dem wachsenden Problem von Krankenhausinfektionen mit resistenten Keimen zu Leibe rücken. Einen entsprechenden Beschluss fasste am Dienstag die Arbeitsgruppe Gesundheit der SPD-Bundestagsfraktion, berichtet das „Handelsblatt“. „Wir wollen ein Screening aller Patienten vor der Aufnahme ins Krankenhaus.

Damit verhindern wir, dass immer wieder neue Keime in die Krankenhäuser gebracht werden“, begründete die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD, Hilde Mattheis den Vorstoß. In Deutschland sterben nach offiziellen Schätzungen bis zu 15.000 Menschen jährlich im Krankenhaus an multiresistenten Erregern. „Wir diskutieren aktuell eine Impfpflicht für Masern, aber in unseren Krankenhäusern schauen wir zu, wie immer wieder aufs Neue resistente Keime eingeschleppt werden“, sagte dazu Marina Kermer, in der SPD-Fraktion zuständig für den Klinikbereich.

Verpflichtende präventive Eingangsscreenings und verbesserte Meldepflichten könnten einerseits helfen, Patienten viel Leid zu ersparen, betonte Mattheis. „Das wird sich aber auch für Krankenhäuser lohnen, wenn sie mit guter Qualität bei Hygiene überzeugen.“ Dort verursacht jede dieser Infektion nach einer Studie des IGES-Instituts im Durchschnitt Behandlungskosten von 10.000 Euro. +++ fuldainfo


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2 Kommentare

  1. Genau, her damit!
    Wenn ich in den Medien etwas von Zwang höre oder lese, so ist das immer negativ besetzt. Wir sollen gezwungen werden zu etwas was uns einen Vorteil verschaffen könnte.Weil man es jetzt so langsam nicht mehr verharmlosen kann. Für die, die es nicht verstehen nochmal zum mitschreiben : Ein Screening vor einer OP beweist das ein Patient vorher nicht mit MRSA besiedelt war und wenn er es nach dem Krankenhausaufenthalt ist, dann ist das kein Ruhmesblatt für den Umgang mit der Hygiene in einem Krankenhaus. Mit diesem Beweis in der Tasche hat man auch viel bessere Karten vor Gericht . Das man momentan kaum eine Chance hat gegen ein Krankenhaus vorzugehen im Fall einer MRSA Besiedelung, spielt denen doch in die Karten. Das nenne ich Beweislastumkehr. Aber in Wirklichkeit will das ja keiner. Im konkreten Fall wird dann Schulterbzuckend von schicksalhaft und nicht zu vermeiden gesprochen. Es wird billigend in Kauf genommen das bis zu 15000 Menschen in Deutschland an Krankenhauskeimen sterben und das ,obwohl mit wenig mehr Aufwand ,es zu einem großen Teil zu verweiden wäre? Wo sehe ich die effektheischende Statistik, die mir jährlich vor Augen führt, wie viel weniger Menschen daran gestorben sind, wie im Straßenverkehr, wo wir auch mit einer Gurtpflicht zu unserem Glück gezwungen wurden? In einem Gesundheitssystem welches immer mehr auf Effektivität und Kostenminderung setzt, ist der Patient eine Randerscheinung, der, wie aus dem Katalog mit seinem Blinddarm nach genau drei oder fünf Tagen wieder nach Hause entlassen wird, weil es ja so im Katalog steht. Unsere Gesundheitspolitiker hätten die Macht da durchzugreifen und eine Dokumentationspflicht für MRSA einzuführen und diese auch öffentlich zu machen. Alleine mit diesem Schritt würden sich Schmuddelhäuser von ganz alleine dezimieren. Denn da ginge keiner mehr hin und dann will ich mal sehen, wie schnell die Hygienerichtlinien in so einem Krankenhaus durchgesetzt werden. Mit freiwilligen Selbstkontrollen ist hier im Lande noch nie etwas besser geworden, nur die Akteure wurden geschont.

  2. Es wäre gerade in Fulda schon viel gewonnen, wenn man hier auch in Sachen Infektionen nicht krampfhaft alles unter den Tisch kehren würde.

    Beispiel: Bei der aktuellen Magen-Darm-Grippeperiode, von der ich übrigens auch betroffen war, wurde vom offiziellen Parteiblatt erst dann zugegeben, daß auch in Fulda der Noro Virus grassiert (Neudeutsch für Magen-Darm Grippe), als nicht mehr zu verbergen war, daß in Fulda die Kapazitäten für Infektionskrankheiten völlig erschöpft waren. Von Seiten des Gesundheitsamtes dito: Eisernes Schweigen!

    Das führte übrigens in meinem konkreten Fall dazu, daß man mich nach Hünfeld schaffen mußte, da in Fulda alle Kapazitäten restlos erschöpft waren. Und das wenige Tage vor Fastnacht!

    Aber in Fulda opfert man der Narrenzeit wohl alles inklusive der Warnung der Bevölkerung vor ansteckenden Krankheiten.

    Übrigens: Die hygienischen Verhältnisse in Hünfeld waren mehr als bedenklich. Gottseidank hatte mein „Vormieter“ wohl keine ansteckenden Keime mitgebracht. Jedenfalls bin ich wieder gesund, was man bei einem Krankenhausbesuch nicht immer gewährleisten kann. Leider auch in Fulda!

    Na dann weiterhin fröhliche Ansteckung wünscht – die kleine Feder ;-)

    Ach ja, Herr Bürgermeister: DAS gilt natürlich nicht für Sie, denn Bürgermeister sind wie andere Politiker und Beamte ja Privatpatienten. DA zählt nach wie vor höchster Komfort, Sicherheit und Chefarztbehandlung. Anstecken tut sich im Krankenhaus nur die SPD wählende Unterschicht. ;-)

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