Auch in Stadt und Landkreis Fulda stehen die Tafeln aktuell vor großen Herausforderungen: Wegen der hohen Lebenshaltungskosten und vieler Geflüchteter aus der Ukraine und anderen Ländern steigt die Zahl bedürftiger und hilfesuchender Menschen. Gleichzeitig geben Lebensmittelmärkte immer weniger Ware an die Tafeln ab. So trifft eine erhöhte Nachfrage bei den Tafeln auf ein geringeres Angebot. Zudem fehlen mancherorts ehrenamtliche Helferinnen und Helfer.
Im Rahmen ihrer vorweihnachtlichen Aktion „Spende statt Präsente“ unterstützt die Sparkasse Fulda deshalb die Fuldaer Tafel, die Hünfelder Tafel und den Fliedener Tisch mit insgesamt 8.000 Euro. Im Gegenzug verzichtet die Sparkasse darauf, Kundinnen und Kunden zu Weihnachten ein Geschenk zu machen. Vorstandsvorsitzender Uwe Marohn bei der Übergabe der Spenden in den Räumlichkeiten der Fuldaer Tafel: „Als Kreditinstitut mit Kundinnen und Kunden aus allen Kreisen der Bevölkerung beobachten auch wir, wie schnell sich derzeit die finanziellen Spielräume bei Menschen mit geringem Einkommen einengen können.“ Die Arbeit der Tafeln sei unter den aktuellen Bedingungen besonders wichtig und habe die engagierte Unterstützung durch Bürgerschaft und Unternehmen verdient. Stefan Schunck, Erster Vorsitzender der Fuldaer Tafel, schilderte die momentanen Rahmenbedingungen: „Die Lage in unseren Einrichtungen wird auch in den kommenden Monaten eher angespannt bleiben. Die Krisen – Krieg, Inflation und steigende Energiepreise – werden uns und unsere Kunden wohl im nächsten Jahr weiter beschäftigen. Daher sind wir für jede Unterstützung dankbar und freuen uns auch über neue Mitglieder, die unsere Arbeit begleiten.“ Bei der Sparkasse steht „Spende statt Präsente“ seit dem Jahr 1998 fest im Terminkalender. Die Schwerpunkte wechseln von Jahr zu Jahr. Im letzten Jahr unterstützte die Sparkasse verschiedene Institutionen, die während der „Corona“-Zeit Hilfestellung bei Einsamkeit und häuslichen Stresssituationen anboten.
Tafeln verzeichnen rückläufige Lebensmittelspenden
Den Tafeln in Deutschland machen rückläufige Lebensmittelspenden zu schaffen. „Es gibt einen spürbaren Rückgang“, sagte Jochen Brühl, Vorsitzender des Bundesverbandes der Tafeln, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Handelsunternehmen versuchten, weniger zu verschwenden und ihre Ware kurz vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum oder mit kleinen Schönheitsfehlern über Rabattaktionen noch zu verkaufen. Prinzipiell habe er dafür zwar Verständnis, sagte Brühl, es sei gut, die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren: Die Tafeln treffe das aber in der herausforderndsten Situation seit ihrer Gründung vor fast 30 Jahren. Man verzeichne seit Jahresbeginn 50 Prozent mehr Kunden. Derzeit würden rund zwei Millionen Menschen regelmäßig mit Lebensmitteln unterstützt. Jede dritte Tafel habe bereits einen Aufnahmestopp verhängen müssen. „Der Andrang wurde mancherorts zu groß. Wir können ja nur das, was wir gerettet oder gespendet bekommen haben, verteilen“, so Brühl. „Armut breitet sich aus in der Gesellschaft.“ Durch die gestiegenen Lebenshaltungskosten infolge der Energiekrise kämen nun auch Menschen zu den Tafeln, die vor der Krise halbwegs finanziell über die Runden gekommen sind. Das „Bürgergeld“ werde da keine Abhilfe schaffen. „Die Erhöhung der Regelsätze ist unzureichend. Mit etwa 50 Euro mehr pro Monat können Sie nicht mal die Inflation ausgleichen.“ Deutschland brauche eine „soziale Zeitenwende“, forderte Brühl. +++
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