Spahns Organspende-Vorstoß stößt bei Katholiken auf Widerstand

CDU-Politiker Jens Spahn

Der Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für eine Widerspruchslösung bei der Organspende stößt auf Widerstand im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). "Man kann die Organspende nicht einfach zur rechtlichen und moralischen Pflicht erklären", sagte ZdK-Präsident Thomas Sternberg dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Eine Organentnahme ohne vorherige ausdrückliche Zustimmung des Betroffenen ist ein sehr weitgehender Eingriff in die Integrität des Menschen und seines Körpers.

Ich habe Zweifel, ob eine Lösung, bei der ein ausdrücklicher Widerspruch des Betroffenen oder seiner Angehörigen erforderlich wäre, um die Organentnahme zu verhindern, ethisch zu vertreten ist." Sternberg sagte, die Organspende an sich sei "ein Akt der christlichen Nächstenliebe". Bisher sei man in Deutschland jedoch immer davon ausgegangen, dass eine Organspende nicht ohne ausdrückliche Zustimmung möglich sein dürfe. "Das Prinzip Freiwilligkeit haben wir immer sehr hochgehalten", so Sternberg weiter. Der ZdK-Präsident sagte, das Thema müsse sorgfältig debattiert werden: "Es geht hier um sehr ernstzunehmende, sehr grundlegende ethische Fragen, die sich nicht im Schnellverfahren beantworten lassen."

Oppermann auch für Widerspruchslösung bei Organspende

Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann (SPD) spricht sich auch für einen Systemwechsel bei der Organspende in Deutschland aus. "Die Einwilligungslösung war ein behutsamer Ansatz, der sich jedoch nicht bewährt hat", sagte Oppermann dem "RND". "Spanien hat vorgemacht, wie es besser funktioniert: dort ist jeder, der nicht widerspricht, Organspender." Oppermann sieht Spanien als erfolgreiches Vorbild: "Es werden dort wesentlich mehr dringend benötigte Organe gespendet und transplantiert als in Deutschland." Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) trommelt seit einigen Tagen ebenfalls vermehrt für einen Systemwechsel bei der Organspende. Bevor er einen Gesetzesentwurf in den Bundestag einbringt, will er diesen aber ausführlich darüber debattieren lassen. +++


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1 Kommentar

  1. Leben erhalten und schützen ist christliches Handeln-also ist Organspende konsequent. Es fällt auf, dass die katholische sich gegen Abtreibung ausspricht und so wiederum Leben schützen will.
    Also, wie denn jetzt-Leben bewahren oder dann lieber doch nicht?!

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