Acht Jahre nach dem erzwungenen Auszug aus dem ehemaligen Fabrikgebäude in der Langebrückenstraße 14 steht die Bürgerinitiative L14 erneut vor einer Standortfrage. Der aktuelle Interimsstandort „L14zwo“ in der Lindenstraße 2, den das Jugendwerk der AWO Nordhessen gemeinsam mit über 30 Initiativen und Projektgruppen seit 2017 nutzt, kann laut Mitteilung der Vermieterseite nur noch bis Frühjahr 2026 genutzt werden.
Die Suche nach neuen Räumlichkeiten wird damit zur dringlichen Herausforderung für das Jugendwerk der AWO und die zahlreichen beteiligten Gruppen. Das soziokulturelle Zentrum L14zwo hat sich in den vergangenen Jahren als offener, nicht kommerziell orientierter Ort etabliert, an dem jährlich rund 16.000 Menschen zusammenkommen. Rund 200 Ehrenamtliche sind dort aktiv und engagieren sich unter anderem im Repair-Café ErneuerBar, im Kleidertausch, in offenen Ateliers sowie in verschiedenen Workshop- und Projektformaten.
Was einst im Hinterhof der Langebrückenstraße begann, hat sich inzwischen zu einer sichtbaren und öffentlich wahrgenommenen Plattform für kulturelle und nachhaltige Stadtentwicklung gewandelt. Die Initiativen betonen dabei besonders die niedrigschwellige Zugänglichkeit sowie den solidarischen Charakter des Hauses, das insbesondere auch Menschen anspricht, die anderswo kaum Raum für ihr Engagement finden.
Bereits 2016 hatte die Stadt Fulda im Rahmen eines städtebaulichen Entwicklungskonzepts das Bauhofareal als möglichen Standort für ein nichtkommerzielles Kulturzentrum in Aussicht gestellt. Ursprünglich war eine Realisierung innerhalb von zwei Jahren geplant. Doch auch knapp neun Jahre nach Beginn des Förderprogramms gibt es keinen konkreten Fortschritt. Trotz bereitgestellter Fördermittel in Höhe von über vier Millionen Euro und rund 785.000 Euro, die laut Stadtbaurat Daniel Schreiner bereits in Planung und Gutachten investiert wurden, gilt die Finanzierung des Projekts weiterhin als nicht gesichert.
In der letzten Stadtverordnetenversammlung vor der Sommerpause wurde erneut über den Stand des Vorhabens informiert. Die Bürgerinitiative begrüßt ausdrücklich die Gesprächsbereitschaft von Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, der sich am 30. Juni 2025 offen zeigte, gemeinsam nach tragfähigen Lösungen zu suchen.
Für einen neuen Standort formulieren die Beteiligten klare Anforderungen: Gesucht werden Räumlichkeiten mit einer Fläche von etwa 500 bis 700 Quadratmetern im oder nahe des Stadtzentrums, mit mehreren nutzbaren Bereichen für Kulturangebote wie Konzerte oder Kleinkunst. Eine funktionierende Infrastruktur sowie möglichst barrierefreier Zugang sind weitere Voraussetzungen.
Die Bürgerinitiative L14 ruft in diesem Zusammenhang zur Unterstützung bei der Suche nach einem geeigneten Ort auf – im Namen aller beteiligten Initiativen und engagierten Einzelpersonen. +++

Hinterlasse jetzt einen Kommentar