SMA Solar rutscht tiefer in die Verlustzone – Hoffnung liegt auf 2026

Die SMA Solar Technology AG bestätigt ihre vorläufigen Zahlen – und sie zeichnen ein widersprüchliches Bild: Während ein Teil des Geschäfts weiter wächst, kämpft ein anderer mit massiven Belastungen. Für das Gesamtjahr 2025 steht unter dem Strich ein deutlicher Ergebnisrückgang, trotz vergleichsweise stabiler Umsätze.

Der Konzernumsatz sank nur leicht um 0,9 Prozent auf 1.516,0 Mio. Euro (2024: 1.530,0 Mio. Euro). Doch hinter dieser scheinbaren Stabilität verbirgt sich ein erheblicher Margendruck: Die Bruttomarge brach auf 8,1 Prozent ein, nach 16,5 Prozent im Vorjahr. Hauptursache war die schwache Profitabilität in der Division Home & Business Solutions, verstärkt durch mehrere Einmaleffekte. Operativ geriet das Unternehmen deutlich unter Druck. Das EBITDA vor Einmaleffekten lag bei 106,6 Mio. Euro (2024: 147,5 Mio. Euro). Inklusive Sonderbelastungen rutschte das Ergebnis jedoch auf −65,4 Mio. Euro ab (2024: −16,0 Mio. Euro), entsprechend einer EBITDA-Marge von −4,3 Prozent. Neben dem rückläufigen Umsatz belastete vor allem die geringere Fixkostendegression im kleineren Systemgeschäft.

Hinzu kamen massive Einmaleffekte: Wertminderungen und Verschrottungen auf Vorräte in Höhe von 122,6 Mio. Euro, Rückstellungen für Abnahmeverpflichtungen von 35,8 Mio. Euro sowie weitere 24,1 Mio. Euro im Zusammenhang mit dem Restrukturierungs- und Transformationsprogramm. Auch eine Wertberichtigung auf Forderungen in den USA (7,5 Mio. Euro) drückte auf das Ergebnis. Positive Sondereffekte von 18,0 Mio. Euro konnten dies nur teilweise kompensieren. Darüber hinaus wurden aufgrund revidierter Markterwartungen zusätzliche Wertminderungen auf Entwicklungsprojekte (40,2 Mio. Euro) sowie auf Maschinen und Produktionsanlagen (30,3 Mio. Euro vorgenommen. Das EBIT fiel entsprechend deutlich auf −188,2 Mio. Euro (2024: −93,1 Mio. Euro), die EBIT-Marge lag bei −12,4 Prozent. Vor Einmaleffekten erreichte das operative EBIT 54,3 Mio. Euro (2024: 96,9 Mio. Euro).

Großprojekte bleiben Wachstumstreiber

Stabilisierend wirkt weiterhin die Division Large Scale & Project Solutions. Hier konnte SMA den Umsatz um 7,9 Prozent auf 1.268,8 Mio. Euro steigern. Wachstumstreiber waren insbesondere Netzstabilisierungsprojekte sowie ein hoher Auftragsbestand zu Jahresbeginn. Der Anteil dieser Sparte am Gesamtumsatz stieg auf 83,7 Prozent. Regional entfielen 47,9 Prozent des Umsatzes auf die Americas, 13,5 Prozent auf APAC und 38,6 Prozent auf EMEA. Das EBIT lag mit 210,8 Mio. Euro zwar unter dem Vorjahr (227,0 Mio. Euro), blieb aber auf hohem Niveau. Belastend wirkten höhere Gewährleistungsrückstellungen und die US-Wertberichtigung. Positiv schlugen unter anderem die Auflösung einer Rückstellung für Rechtsstreitigkeiten sowie das gute Ergebnis der Altenso GmbH zu Buche. Die EBIT-Marge erreichte 16,6 Prozent.

Problemfall Home & Business Solutions

Ganz anders die Entwicklung im Segment Home & Business Solutions. Hier brach der Umsatz infolge intensiven Wettbewerbsdrucks, sinkender Preise und schwacher Nachfrage deutlich auf 247,2 Mio. Euro ein (2024: 354,1 Mio. Euro). Der Anteil am Konzernumsatz schrumpfte auf 16,3 Prozent. Die regionale Verteilung blieb stark EMEA-lastig mit 80,2 Prozent, gefolgt von Americas (14,5 Prozent) und APAC (5,3 Prozent). Das EBIT verschlechterte sich weiter auf −375,6 Mio. Euro (2024: −315,0 Mio. Euro). Die Marge von −151,9 Prozent verdeutlicht die strukturellen Probleme des Segments.

Liquidität überraschend stark

Trotz der operativen Schwäche zeigt sich die Finanzlage robuster als erwartet. Der Free Cashflow lag bei 109,7 Mio. Euro, nach −184,1 Mio. Euro im Vorjahr. Auch die Nettoliquidität verbesserte sich deutlich auf 176,4 Mio. Euro (Vorjahr: 84,2 Mio. Euro). Das Konzernergebnis fiel auf −181,1 Mio. Euro (2024: −117,7 Mio. Euro), das Ergebnis je Aktie auf −5,22 Euro. Die verkaufte Wechselrichter-Leistung stieg leicht auf 19,9 GW. Die Eigenkapitalquote sank allerdings auf 28,0 Prozent (2024: 35,9 Prozent) – ein Hinweis auf die bilanziellen Belastungen des Jahres.

Auftragsbestand stabil – trotz Unsicherheiten

Der Auftragsbestand lag mit 1.352,0 Mio. Euro nahezu auf Vorjahresniveau. Davon entfielen 1.018,1 Mio. Euro auf das Produktgeschäft. Die Division Large Scale & Project Solutions steuerte 974,9 Mio. Euro bei, während Home & Business Solutions auf 43,1 Mio. Euro kam. Geopolitische Unsicherheiten belasteten insbesondere im zweiten Quartal den Auftragseingang, ohne jedoch das Gesamtniveau nachhaltig zu verändern.

2026 soll die Wende bringen

Für das laufende Jahr setzt der Vorstand auf eine spürbare Verbesserung. Im Großprojektgeschäft wird ein Umsatz leicht über Vorjahresniveau erwartet, allerdings bei einem rückläufigen EBIT aufgrund höherer Kosten und Wechselkurseffekte. Im Problemsegment Home & Business Solutions sollen Umsatz und Ergebnis deutlich steigen – wenn auch weiterhin mit negativem EBIT. Treiber sind Kostensenkungen aus dem Restrukturierungsprogramm und die Umsetzung eines neuen Geschäftsmodells. Für den Konzern insgesamt bestätigt SMA die Prognose: Der Umsatz soll 2026 zwischen 1.475 Mio. und 1.675 Mio. Euro liegen, das EBITDA zwischen 50 Mio. und 180 Mio. Euro. Allerdings bleibt der Ausblick fragil. Handelskonflikte und geopolitische Spannungen könnten die Annahmen jederzeit verschieben. Damit steht SMA vor einem klassischen Übergangsjahr: Die Probleme sind sichtbar, die Maßnahmen eingeleitet – ob sie greifen, wird sich jedoch erst noch zeigen. +++


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