SG Barockstadt Fulda-Lehnerz: Ein großer Fußball-Abend kündigt sich an auf dem Bieberer Berg

Patrick Schaaf. Foto: privat

Flutlicht. Kultstätte Bieberer Berg. Pokal. Was will ein osthessischer Fußballer mehr? Was trägt er mehr im Herzen als diese Atmosphäre zu genießen, aufsaugen zu können und als Stimulans zu transportieren? Am Dienstagabend tritt die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz im Halbfinale des Hessenpokals die kurze Derby-Reise zum Klassenkameraden der Regionalliga Südwest, Kickers Offenbach, an. Spielbeginn: 19 Uhr.

Die SG Barockstadt liegt aktuell sieben Punkte vor dem OFC – 36 gegenüber 29. Gab es das schon mal? Während sich die SGB zunehmend stabilisiert (zehn Punkte in Folge sprechen eine deutliche Sprache), kämpft Kickers Offenbach händeringend um Punkte. Der OFC, 1972 mal Deutscher Pokalsieger, muss sich als Fünftletzter ernsthaft Gedanken um den Klassenerhalt machen. Mit Ex-Profi Martin Pieckenhagen holten die Kickers noch im vergangenen Jahr einen neuen Sportlichen Leiter, Trainer Kristjan Glibo spielte in Haiger (2:4) und in Bad Homburg (1:1) noch auf Bewährung – bis mit Mark Zimmermann ein neuer Coach verpflichtet wurde. Doch auch der hatte bisher kein Glück. Zweimal durfte Zimmermann ran nach der neuen Ausrichtung, etwas Zählbares sprang dabei noch nicht heraus. Dem 1:3 am Bieberer Berg gegen Großaspach folgte jetzt ein 0:2 bei Spitzenreiter Freiberg. Da jedoch bot der OFC viel Positives, bis zur 82. Minute stand das Spiel beim 0:1 noch auf der Kippe.

Da käme doch ein Erfolgserlebnis im Pokal gerade recht, um auch im Ligabetrieb wieder in die Spur zu finden – und genau das sollte die SGB warnen. Anreiz für Kickers Offenbach zudem: Das Finale im Hessenpokal findet am 23. Mai im eigenen Stadion am Bieberer Berg statt. In elf Tagen – am Karsamstag – treffen beide im Kampf um Punkte in der Regionalliga schon wieder aufeinander; dieses Mal in der Johannisau. Viel mehr Brisanz geht kaum. Auch der Weg, den beide in die Runde der letzten Vier führte, interessiert nicht. Wer es dennoch wissen will: Die SGB siegte im Achtelfinale in Groß-Gerau mit 3:0, ehe sie sich beim Hessenligisten Türk Gücü mit 5:3 nach Elfmeterschießen behauptete – der OFC brauchte das Duell vom Punkt gar zweimal, zunächst beim Gruppenligisten SpVgg Leusel (5:3), später beim Regionalliga-Spitzenteam FSV Frankfurt (4:2).

Am Dienstagabend aber zählen nur die 90 oder 120 Minuten – oder auch ein Elfmeterschießen – im Pokal. Und auf dem Platz. Und der Fokus dieser Betrachtung liegt natürlich auf der SG Barockstadt. Die geht das Duell durchaus mit breiter Brust an, wozu sie nach den zuletzt stabilen Leistungen auch voll berechtigt ist. „Das Spiel kann in beide Richtungen kippen“, sagt Patrick Schaaf. „Es ist richtig, dass Offenbach in die Spur finden könnte.“ Doch dass der OFC instabil ist, „darin liegt auch unsere Chance. Wir können befreit aufspielen, wollen und müssen unsere Form bestätigen. Offenbach hat den Druck“, ergänzt der Sportliche Leiter.

Dreimal spielte Schaaf selbst auf dem Bieberer Berg. Zweimal gab es für die SGB nach ihrem Aufstieg in die Regionalliga ein 1:1, einmal unterlag sie knapp 1:2. „ Der Bieberer Berg ist ein schönes und reines Fußball-Stadion, und das Stadion-Feeling ist natürlich cool. Die Fans sind nah dran. Es ist schon was Besonderes, wenn du da als Spieler einläufst. Das sind schöne Momente für jeden Einzelnen.“ An einem aber lässt Patrick Schaaf keinen Zweifel: „Wir wollen ins Finale.“ +++ rl


Popup-Fenster

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*