Setzt K+S bei der Entsorgung auf Panikmache?

Gerstungen. Während bereits mehrfach der angebliche Notstand bei der Entsorgung von Abfalllauge widerlegt wurde, setzt K+S weiter auf Panikmache und erklärt, dass man z.Z. nur 3 Tage im Voraus planen kann, so im MDR Thüringen Journal. Damit erhofft sich das Unternehmen wohl, dass die Genehmigungsbehörde (Regierungspräsidium Kassel) wie bereits immer in der Vergangenheit einknickt und erneut die rechtswidrige Laugenversenkung als „nächste letzte Übergangslösung“ genehmigt, heißt es in einer Mitteilung der Gemeinde Gerstungen.

Die z.Z. praktizierte bzw. angekündigte Drosselung der Produktion hat aber nichts mit der nichterteilten Versenkgenehmigung und einen daraus resultierenden Entsorgungsnotstand zu tun. Nach wie vor sind die Grenzwerte zur Einleitung in die Werra nicht ausgeschöpft und die großen Speicherbecken zwischen Philippsthal und Unterbreizbach sind ebenfalls so gut wie leer. In diesem Zusammenhang erklärte der CDU Landtagsabgeordnete Dirk Landau, dass ein großes Stapelbecken angeblich ausreiche die Abfalllauge eines ganzen Monats aufzunehmen. Bedenkt man noch, dass zwei weitere neue Laugenbecken im Bereich von Wölfershausen kurz vor der Inbetriebnahme sind, erkennt man unweigerlich, wie vermessen die Forderung nach weiteren Übergangslösungen zu Lasten von Grund- und Trinkwasser sind.

„Vollkommen unverständlich ist hierbei die Haltung der Thüringer CDU, welche während ihrer Regierungszeit viele Jahre die umweltschädlichen Entsorgungswege wohlwollend begleitet hat und nun die eigenen Versäumnissen mit den K+S Betriebsräten bei der Nachfolgeregierung einklagt. Die Gemeinde Gerstungen hat vollstes Verständnis für die geschürten Arbeitsplatzängste der Kalikumpel, gibt aber hierbei zu bedenken, dass in erster Linie das Unternehmen K+S gefordert ist Technologien anzuwenden, welche dem lang geltenden bundesdeutschen und europäischen Recht entsprechen. Nur so werden wir eine Verbesserung der Gewässerqualität der Werra erreichen und das letzte noch nutzbare Trinkwasser der Region für zukünftige Generationen sichern können. Ein Gemauschel wie bisher nützt in Wirklichkeit Niemanden“, so der Bürgermeister der Geminde Gerstungen.

In der Wallstreet online hieß es am 07.12: „Ein starkes Salzgeschäft könnte K+S sehr gut gebrauchen, steht der Konzern doch vor erheblichen Herausforderungen. So sind die Preise für Agrarrohstoffe, wie Mais und Weizen, seit etlichen Monaten unter Druck. Entsprechend sind sie nur halb so hoch wie vor zwei oder drei Jahren. Daher lohnt es sich für weniger Landwirte als früher, Agrarrohstoffe anzubauen. Das drückt auf die Kalipreise, zumal wenn die Notierungen für Agrarrohstoffe weiter nach unten tendieren sollten. Experten gehen daher davon aus, dass die Kalipreise in den nächsten Monaten weiter sinken könnten. Verschärft wird die Lage dadurch, dass schon bald zusätzliches Angebot an Kalidünger auf den Markt kommen wird, nicht zuletzt von K+S selbst. Der Konzern will Mitte 2016 sein Legacy-Projekt in Kanada in Betrieb nehmen. K+S-Chef Norbert Steiner hat dazu einen Vertrag mit Koch Industries, einem der größten Produ­zenten und Händler von Dünger in den USA geschlossen und will jährlich rund 0,5 Mio. Tonnen Kali an Koch liefern. Das wäre rund ein Viertel der ab Ende 2017 anvisierten jährlichen Produktionsmenge des Lega­cy-Projekts.“ +++ fuldainfo

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