Sechstes Konzert der Lehrer der Fuldaer Musikschule

Fulda. Die Lehrer der Städtischen Musikschule präsentierten sich kürzlich unter dem Motto „Musik im Museum“ zum sechsten Mal als kompetente Solisten und Ensemblemusiker in der Kapelle des Vonderau Museums. Zu Beginn des Konzertes stand Johann Sebastian Bachs 2. Gambensonate in D-Dur (BWV 1028) auf dem Programm. Trotz dieser Bezeichnung weist das Werk im Notentext allerdings wenig Typisches für das Vorläuferinstrument des Cellos auf. So ist es schon eine Herausforderung, bei dieser offenkundigen Bearbeitung einer Bearbeitung die Streicherstimme auf einem modernen Instrument zu spielen.

Gleich vom Anfang des Adagio an lässt Bach die beiden Instrumente in einen dichten Dialog treten. Unterfüttert von Sigrid Naumanns stetig pulsierendem Achtelbass der linken Hand wechselten sich in präziser Artikulation das Cello und die rechte Hand der Pianistin in der Führungsrolle ab. Jochen Fuchs verstand es dabei prächtig, sein Instrument in den teils sehr hohen Lagen in bester barocker Spielkultur sprechen zu lassen. Im folgenden Allegro kamen zunächst viele parallel geführte Passagen dazu, die schließlich in einem reich durchwirkten polyphonen Satz mündeten. Dies konnten die beiden Interpreten virtuos hervorragend strukturiert darstellen. Im dritten Satz zeigte sich das Duo von einer etwas nachdenklicheren Seite: Ausdrucksvolle, gekonnt verzierte Linien über einer sanft und stetig wiegenden Siciliano-Begleitung des Klavierbasses. Ohne Kompromisse griffen die Beiden dann im Fugato des Schlusssatzes zu einem beeindruckenden Tempo, ohne jemals an Klarheit und Genauigkeit zu verlieren. Insgesamt eine tolle Leistung der beiden Künstler, honoriert von langem Applaus.

Nun durfte man gespannt sein, was Siegbert Remberger mit der klassischen Konzertgitarre aus den angekündigten 7 Beatles-Songs machen würde. Man muss sagen: Das Experiment ist gelungen, denn die sehr anspruchsvollen Arrangements waren perfekt auf das Instrument abgestimmt, viele Klangfacetten – die Stärke des Instrumentes – wurden mal durch diverse Zupf- und Schlagtechniken, mal durch abgestoppte Töne oder Saitenzieher ausgereizt und nie ging der Beat der Songs verloren. Auch die Stimmungen von „Norwegian Wood“ bis „Can’t buy me love“ hat Remberger gut getroffen. In der Pause dürften sich einige Ohrwürmer breit gemacht haben.

Im zweiten Teil ging es wieder zurück zu Bach, der seinerzeit den Musikern erst einmal beibringen musste, wie die Traversflöte zu halten sei, um seine dann immer beliebter werdende Triosonate G-DUR, BWV 1039, richtig wiedergeben zu können. Stephanie Vautz und Christina Mackenrodt hatten diese Einweisung nicht mehr nötig, denn fast 300 Jahre danach ist die (heutige) Querflöte längst etabliert und die beiden Bläserinnen wussten mit sehr gut durchdachter Artikulation und Dynamik souverän und genau abgestimmt mit dem Stück umzugehen. Zwar gab es einige von Bach sehr tief gesetzte Passagen, wo die Flöten bisweilen etwas hinter dem sonoren Flügel zu verschwinden drohten, was aber eher ein akustisches als ein spielerisches Problem ist. Carsten Rupp zeigte sich als erfahrener und kundiger Begleiter, der darauf hinwies, dass auch bei dieser Sonate nicht eindeutig zu sagen ist, welchen Instrumenten Bach das Werk ursprünglich zugedacht hatte. Vom Adagio mit seinem Wechsel aus Ruhetönen und melodischen Phrasen baute sich Satz für Satz eine immer dichter werdende Polyphonie auf, die Harmonik wurde immer kühner, bis das Trio im Schluss-Presto offensiv und risikofreudig seiner Spielfreude freien Lauf ließ.

Jazzsängerin Raili Orrava begann das letzte Set des kurzweiligen Abends kompromisslos bluesig mit Gershwins „It ain’t necessarily so“, angelehnt an eine Fassung von Jamie Cullum, Dabei zeigte sie, dass sie auch Scatgesang wunderbar beherrscht. Für den richtigen Groove sorgten Klaus Schenk am Schlagzeug, George Wagner am Bass und Pianist Christoph Stibor. Er leitete mit einer improvisierten Intro zu dem Sting-Klassiker „Fragile“ über, wo das Quartett durch stimmungsvollen Gesang und geschlossenes Spiel einen wunderschönen Spannungsbogen spannte. Schulleiter Stibor nutzte die Gelegenheit, sich bei seinen Kollegen für ihre gelungenen Konzertbeiträge zu bedanken, bevor die Band mit einem frischen, temperamentvollen und toll improvisierten „How high the moon“ die Zuhörer beschwingt in den Frühlingsabend entließ. +++ fuldainfo

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