Schwab und von Gallera bleiben an der Spitze des Fachausschusses Europa im DJV Hessen

Dem Vorstand des Fachausschusses Europa war es gelungen, die Ausstellung „Ukraine: Journalists in WAR zones“ nach Fulda zu holen. Nach sechswöchiger Dauer ging sie Ende Februar zu Ende. Foto: Gisbert Hluchnik

Michael Schwab, der bisherige Vorsitzende des DJV-Fachausschusses Europa, bedankte sich für die wichtigen Erfahrungen und Informationen zum Thema Europa der letzten zwei Jahre. Es waren Jahre des Wandels nach dem Ausscheiden des langjährigen Vorsitzenden Umberto Biagoni. Der DJV Hessen nutzte die Zeit mit Online-Expertenrunden sowie Ausstellungen. Schwab wurde bei der Ausschusssitzung in Wiesbaden wiedergewählt. Auch Landesvorsitzender Knud Zilian war dabei. Ebenso wurde sein Stellvertreter Christoph von Gallera wiedergewählt. Der Fachausschuss Europa existiert seit über 12 Jahren. Er bietet Journalisten eine Plattform zur Information über europäische Themen und zum Austausch.

Der Begriff „Umbruch“ hat eine tiefere Bedeutung. „Nichts ist mehr, wie es war“, sagte der Vorsitzende in seinem Bericht. Als er vor über drei Jahren zum FA Europa kam – angeregt durch seinen Vorgänger Umberto Biagoni – war die europäische Lage anders. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hatte noch nicht begonnen. Jetzt geht der Konflikt, der mit dem Einmarsch russischer Truppen am 24. Februar 2022 begann, ins vierte Jahr. Auch dem Landesverband Hessen liegt das Schicksal der Ukraine am Herzen. Schließlich ist die Ukraine ein wichtiger Teil Europas. Der FA Europa wollte ein Zeichen setzen – für die Ukraine sowie für die ukrainischen Kollegen. Viele von ihnen sind tragischerweise durch den Krieg gestorben. „Ukraine: Journalisten in Kriegsgebieten“ war der Titel der Ausstellung, die bis Ende Februar im Bonifatiushaus Fulda zu sehen war. Es war eine Kooperation der Katholischen Akademie des Bistums Fulda sowie der Fuldaer Sektion der Gesellschaft für Sicherheitspolitik. Die Ausstellung sollte für alle Besucher ein schmerzender Dorn sein. Eine Mahnung angesichts der schlimmen Bilder, sich für Frieden einzusetzen. Man muss sich bewusst machen, was wäre, wenn es keine Medienschaffenden gäbe. Sie riskieren täglich ihr Leben, um die Öffentlichkeit mit Fakten statt mit Falschmeldungen zu versorgen – prägnant, wahr und hochwertig. Sie stehen für die Werte, für die auch wir stehen. Für universelle Werte, die wir gemäß dem Motto „Für Europa und europäische Werte“ nach außen tragen möchten und müssen. Was passiert, wenn wichtige Informationen fehlen oder nicht ankommen, ist überall zu sehen.

Schwab erinnerte an Onlinerunden zu europäischen Themen – mit Lutz Güllner, dem Chef der Abteilung Strategische Kommunikation des Europäischen Auswärtigen Dienstes, zum Thema Desinformation, Künstliche Intelligenz und Deep Fakes, dem Pressesprecher des Wiesbadener Europa-Ministeriums René Brosius oder Highlights wie der Austausch mit der Europaministerin Lucia Puttrich bei einem Besuch in Wiesbaden sowie die Europa-Ausstellung zur Europa-Wahl im Juni 2024 mit der Katholischen Akademie des Bistums Fulda. Der frühere Botschafter Dr. Claas Knoop eröffnete die Schau mit einem Referat: „Kann sich Europa in der Zeitenwende behaupten?“.

Der Fachausschuss des DJV-Hessen ist nun auch auf Bundesebene im Vorstand der Kommission Europa und Internationales vertreten. Andrea Roth vom DJV Landesverband Bayern und Michael Schwab für den Landesverband Hessen sind seit der zweiten Jahreshälfte 2024 gleichberechtigte Vorsitzende. „Für mich ist das ein Gewinn für die Arbeit auf Landesebene – strukturell wie inhaltlich.“ Die Bundesebene bietet mit „Wissenswert“ Online-Gespräche mit Journalisten an. Aktuell geht es beispielsweise um die Entwicklung in den USA seit der erneuten Präsidentschaft von Donald Trump. Schwab berichtete, dass er den DJV Hessen bei verschiedenen Veranstaltungen vertreten hat: bei Vortragsrunden der Europa Union Wiesbaden, dem Europa-Ministerium sowie bei der Verleihung des Daphne-Caruana-Galizia-Preises in Straßburg. Dieses EU-Treffen mit seinen Preisträgern zeigt Jahr für Jahr, wie wichtig es ist, sich für Pressefreiheit und den Schutz von Journalisten einzusetzen. Die maltesische Journalistin Caruana-Galizia war für ihre investigative Arbeit bekannt – für das Aufdecken kontroverser Themen. Vor acht Jahren wurde sie durch eine Autobombe getötet.

Als Ziele für die zukünftige Arbeit nannte der Vorsitzende regelmäßige Onlineangebote für alle Mitglieder des DJV, eine stärkere Vernetzung mit den Europa-Fachausschüssen anderer Landesverbände sowie der Kommission auf Bundesebene, Informationsfahrten während der Sitzungswoche des Europäischen Parlaments inklusive Gespräche mit Politikern und Fachleuten, Online-Gespräche mit Journalisten aus Ländern, die benachteiligt oder verfolgt werden, sowie Präsenzangebote wie ein Besuch der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. Am 29. April wird eine DJV-Delegation von Isabel Schnabel empfangen, die im Direktorium der EZB sitzt. „Wir haben uns einiges vorgenommen. Packen wir es gemeinsam an“, betonte Schwab. +++


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