Angesichts der drohenden Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in den Norden und Westen Hessens reagiert die Landesregierung mit neuen Schutzmaßnahmen: Entlang der Grenze zu Nordrhein-Westfalen (NRW) wird ein Schutzzaun errichtet. Das gab das hessische Umweltministerium am Dienstag bekannt.
Schutz vor Einschleppung aus NRW
Konkret sollen in den Landkreisen Waldeck-Frankenberg, Marburg-Biedenkopf und Lahn-Dill feste sowie mobile Elektrozäune aufgestellt werden. Ziel ist es, eine mögliche Einschleppung des Virus aus NRW zu verhindern. Dort war im Juni ein ASP-Fall in unmittelbarer Nähe zur hessischen Landesgrenze festgestellt worden. Die Regierungspräsidien Kassel und Gießen haben bereits Allgemeinverfügungen erlassen, die den Zaunbau entlang bestimmter Bundes-, Landes- und Kreisstraßen ermöglichen. Diese Maßnahmen gelten ab sofort.
Grundstückseigentümer müssen Maßnahmen dulden
Laut Ministerium sei ein rascher Bau der Zäune entscheidend. Grundstückseigentümer in den betroffenen Regionen sind verpflichtet, den Bau und Erhalt der Schutzmaßnahmen auf den festgelegten Flächen bis zu 500 Meter entlang definierter Straßenzüge zu dulden. Die Behörden setzen dabei auf die Kooperation der Bevölkerung.
Intensive Suche nach toten Wildschweinen
Bereits seit vier Wochen sind im Grenzgebiet zu NRW Suchtrupps mit Spürhunden und Drohnen im Einsatz, um verendete Wildschweine frühzeitig aufzuspüren. Zusätzlich wurde im Landkreis Marburg-Biedenkopf eine mobile Dekontaminationsstelle eingerichtet.
Tausende tote Tiere in Südhessen
Der erste ASP-Fall in Hessen wurde vor über einem Jahr in Südhessen registriert. Seitdem sind tausende Schweine verendet oder mussten gekeult werden. Bereits damals wurden kilometerlange Schutzzäune errichtet, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Bislang gibt es keine bestätigten ASP-Fälle in Nordhessen. Um diesen Zustand zu bewahren, wollen die Regierungspräsidien, betroffene Landkreise und der Führungsstab ASP in den kommenden Wochen weitere Schutzmaßnahmen ergreifen.
ASP für Menschen ungefährlich – für Schweine meist tödlich
Die Afrikanische Schweinepest ist für den Menschen sowie andere Tiere ungefährlich. Für Wild- und Hausschweine endet eine Infektion jedoch fast immer tödlich. Bei einem Ausbruch in einem Mastbetrieb muss in der Regel der gesamte Bestand gekeult werden. Die Behörden setzen alles daran, eine weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern – mit Zäunen, Technik und Teamarbeit im Feld. +++

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